Wirtschaft

Impulse für eine lebendige Innenstadt

So soll die neue Fassade und der Eingang von Saturn am Ohl aussehen, Decathlon zieht ins untere Geschoss.

So soll die neue Fassade und der Eingang von Saturn am Ohl aussehen, Decathlon zieht ins untere Geschoss.

Foto: Privat

Iserlohn.   Decathlon will in der zweiten Jahreshälfte 2020 öffnen, Saturn im laufenden Betrieb umbauen. Doch es gibt noch ein paar kleine Fragezeichen.

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Dass Decathlon nach Iserlohn kommt und Saturn seine Fläche am Kurt-Schumacher-Ring zugunsten des französischen Sportartikel-Herstellers und -Händlers verkleinert, war bekannt. Nun, nach Unterzeichnung der Verträge gaben Vertreter der beiden Großhandelsketten und des Immobilienbesitzers Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) neue Details zu Zeitplan und künftigem Sortiment bekannt.

„Wir wollen spätestens Ende 2020 öffnen“, sagt Martin Knudsen, Expansionsleiter bei Decathlon. „Das obere Geschoss soll bis Juni oder Juli für den Umbau geräumt sein“, erklärt Tüncay Kaya, Geschäftsführer bei Saturn in Iserlohn, wo bereits mit dem Räumungsverkauf begonnen wurde.

Mögliche Wartezeiten bei Handwerkern bereiten Sorge

Wann indes mit den notwendigen Arbeiten am Gebäude begonnen werden kann, steht noch nicht fest. Die Ausschreibungen laufen, investiert werden wird „ein deutlicher Millionenbetrag“, wie GfW-Geschäftsführer Thomas Junge ankündigt. Fassadenneugestaltung, Brandschutz, Klimatisierung, die Trennung in zwei separate Geschäftsbereiche mit Rückbau von Treppenhaus und Fahrstuhlschacht werden hier finanziell signifikant zu Buche schlagen.

Ähnlich wie beim immer noch laufenden Umbau des Altstadt-Parkhauses fürchtet man zudem angesichts der guten Konjunktur lange Wartezeiten bei den noch zu beauftragenden Architekten und Handwerkern – kleine Fragezeichen, die jedoch bei den Beteiligten die Vorfreude auf den Umbau nicht trüben.

„Das ist ein klares Bekenntnis zum Standort“, sagt Tüncay Kaya weiter über den Mietvertrag für den Iserlohner Saturn, der für weitere zehn Jahre läuft. Der von Decathlon sei zwar etwas kürzer angelegt“, so Knudsen. „Decathlon hat aber überhaupt erst einmal eine Filiale geschlossen – das Konzept funktioniert.“

Wie berichtet, wird Saturn künftig nur noch das Obergeschoss des Gebäudes mit rund 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche nutzen und dazu einen separaten Eingang Am Ohl erhalten. Decathlon wird unten einziehen (Eingang Kurt-Schumacher-Ring) und eine Fläche ähnlicher Größe zur Verfügung haben.

Der Saturn-Markt soll während der Umbauphase nicht geschlossen werden. Und: „Wir werden nicht weniger Ware anbieten, dafür höher bauen“, verspricht Kaya. Auch solle in Zukunft auf weniger Raum die gleiche Anzahl an Mitarbeitern für die Kunden da sein.

Bei Decathlon will man den Schwerpunkt im Sortiment auf die Bereiche Bergsport, Outdoor, Wassersport und „Running“ legen. 25 Mitarbeiter – acht in Vollzeit – werden hier künftig im Einsatz sein. Aktuell werden bereits geeignete Arbeitskräfte gesucht. Vorteile und kurze Lieferzeiten (nach Bestellung teils am selben Tag) verspricht man sich vom nahen Logistik-Zentrum des Unternehmens in Dortmund. Die Kombination von Online-Handel und Beratung am Platz sei bei Decathlon allgemein zukunftsweisend, sagt Knudsen.

„Wollen auch in fünf Jahren noch Handelsmetropole sein“

Und apropos Zukunft: Noch funktionierten Innenstadt und Einzelhandel, sind sich die Beteiligten einig. Allerdings bereiten zunehmende Leerstände unter anderem an der Unnaer Straße und auch der nahende Abriss der Schillerplatz-Brücke sowie die noch ungeklärte Zukunft des Platzes selbst Sorgen.

Von der Decathlon-Ansiedlung und dem langfristigen Saturn-Verbleib erhofft man sich bei der GfW hier wichtige Impulse für die Zukunft. „Wir wollen auch in fünf oder zehn Jahren in Südwestfalen noch eine wichtige Handelsmetropole sein“, sagt Thomas Junge.

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