Sachspenden

In Iserlohn entsteht eine neue Hilfsaktion für Familien

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Sabine Neveling (li.) und Renate Jobczyk sind zwei der drei Köpfe hinter der Aktion, in die viel Zeit und Herzblut fließen.

Sabine Neveling (li.) und Renate Jobczyk sind zwei der drei Köpfe hinter der Aktion, in die viel Zeit und Herzblut fließen.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Iserlohn.  Iserlohnerinnen stellen eine vorweihnachtliche Sammelaktion für bedürftige Familien auf die Beine – und wollen damit noch etwas anderes erreichen.

Familien, bei denen das Geld hinten und vorne nicht reicht, sollen in der Adventszeit beschenkt werden: Das haben sich Sabine ­Neveling (59) und Renate Jobczyk (63) vorgenommen. Gemeinsam mit einer weiteren Freundin, die lieber anonym helfen wolle, sammeln die Iserlohnerinnen Kinderbedarf von Kleidung über Stofftiere und Spielzeug bis hin zum Kinderwagen. In der Adventszeit sollen sich bedürftige Familien die Sachen auf dem Fritz-Kühn-Platz abholen können: „Eine Grundausstattung für jedes Kind: Schuhe, ein Satz Klamotten, etwas zum Spielen, alles was man so braucht“, umreißt Sabine Neveling ihre Pläne. Gesammelt würden außerdem auch Kleidung und Sportartikel für Jugendliche und Erwachsene.

Die Abgabe soll sich je nach Verfügbarkeit der Sachspenden an den Bedarf der jeweiligen Familie richten, aber mit Augenmaß erfolgen: „Nicht mehr Spielzeug, als ein Kind selbst tragen kann“, nennt die 59-Jährige als Beispiel. Als Zwischenlager dient ein Kellerraum der ehemaligen Karstadt-Immobilie, den die Stadt dafür kostenfrei zur Verfügung stellt. An den Rolltoren neben dem Parkhaus können Spendenwillige ihre Gaben anliefern.

Emotionales Erlebnis als Auslöser

Sabine Neveling erinnert sich genau, wie sie auf den Gedanken für die Aktion kam: „Im August habe ich Sperrmüll nach draußen gebracht, da kam eine ältere Dame und fragte, ob sie eine Puppe haben kann.“ Die sei aber schon ganz kaputt gewesen. „Das habe ich nicht übers Herz gebracht, ich bin dann raufgeflitzt und habe noch eine gefunden, die in Ordnung war. Als ich ihr die in die Hand drückte, hat die Frau vor Freude geweint und sich immer wieder bedankt.“

Vor etwa 15 Jahren habe sie selbst nach einer Scheidung ohne Job da gestanden: „Damals ging es mir nicht gut. Ich weiß, wie das ist, wenn das Geld vom Staat nicht reicht.“ Renate Jobczyk möchte ihre Freundin unterstützen und glaubt, dass Bedarf für die Aktion besteht: „Es gibt genug Familien mit Kindern in Iserlohn, die so etwas brauchen.“ Die beiden sind ehrenamtlich bei der Iserlohner Turnerschaft (ITS) aktiv – Sabine Neveling sorgt dort bereits dafür, dass ausrangierte Fußbälle statt in die Mülltonne in die Hände von Kindern gelangen.

Organisatorin bedauert Irritationen

Im Vorfeld der Aktion hat es in den sozialen Medien Verstimmungen gegeben, nachdem dort zu lesen war, die Sachspenden sollten an Bedürftige verkauft werden. „Das habe ich schlecht ausgedrückt“, bedauert Sabine Neveling die Irritationen. Die Aussage bezog sich auf eine Spendendose für das Sozialzentrum „Lichtblick“ der Evangelischen Versöhnungs-Kirchengemeinde, die mit der Aktion ebenfalls unterstützt werden soll. Familien könnten mit einer kleinen Geldspende an die Einrichtung ihrerseits etwas Gutes tun, darüber hinaus seien natürlich alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, etwas hinein zu tun.

Eine solche Aktion auf die Beine zu stellen und bekannt zu machen sei noch neu für sie. „Aber ich lerne dazu, und bei mir kommt nichts weg“, sagt sie und präsentiert den Ordner mit dem Papierkram: Anträge, Genehmigungen, Schriftverkehr. Gerade stehe sie in Kontakt mit Ordnungsamt und Feuerwehr in Sachen Sicherheitsauflagen.

Für die Veranstaltung auf dem Fritz-Kühn-Platz hat die Stadtverwaltung bereits vorläufiges grünes Licht gegeben, vom Bürgermeisterbüro zudem das Signal, dass Michael Joithe oder ein Vertreter bereit sind, der Eröffnung am 3. Dezember einen förmlichen Rahmen zu geben. Und weil an der Aktion kein Verein oder eine Institution mit eingebauter Kassenprüfung beteiligt sind, soll eine Vertrauensperson von einem bestehenden Verein bei der Auszählung als Zeuge auftreten, kündigt Sabine Neveling an.

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