Kalthof

In St. Peter und Paul lässt sich wieder gut spielen

Vikar Frederic Kernbach, der gemeinsam mit Gemeindereferentin Marion Vogt zuvor den Gottesdienst in der benachbarten Kirche gestaltet hatte, segnete anschließend zur Freude der Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen die Räume.

Vikar Frederic Kernbach, der gemeinsam mit Gemeindereferentin Marion Vogt zuvor den Gottesdienst in der benachbarten Kirche gestaltet hatte, segnete anschließend zur Freude der Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen die Räume.

Foto: Torsten Lehmann

Kalthof.  Der katholische Kindergarten in Kalthof ist nach mehrmonatiger Sanierung mit einem schönen Fest wiedereröffnet worden.

Fast auf den Tag genau sechs Monate nach der schimmelpilzbedingten Schließung konnten die Kinder und Erzieherinnen des Katholischen Kindergartens St. Peter und Paul am Samstag die Wiedereröffnung der Einrichtung am Schüttholzweg in Kalthof feiern.

Wieder genutzt werden konnten die Räumlichkeiten, die für mindestens 200 000 Euro saniert wurden – die endgültige Summe steht noch nicht fest –, indes bereits kurz nach dem Ende der Sommerferien. Den Tag hatten alle herbeigesehnt: Das elfköpfige Team habe während der vergangenen Monate „oft an seine Grenzen gehen müssen“, sagte die Leiterin Dorothea Mika im Erntedank-Gottesdienst, mit dem das Fest begann. Vor allem dankte sie aber ganz besonders den Eltern der 57 betroffenen Kinder für ihre Geduld, denn die wurde wirklich auf eine harte Probe gestellt.

Alles nahm seinen Anfang im November 2017, als eine Undichtigkeit des Flachdaches des 46 Jahre alten Gebäudes festgestellt wurde, und zwar im Bereich eines Flures, der zu mehreren Gruppenräumen führte. Bei der Behebung des Schadens stellte man fest, dass auch ein in der Außenwand eingebautes Regenabflussrohr defekt war und dass sich von dort aus Feuchtigkeit im Fußboden ausgebreitet hatte.

Erst nach und nach wurde das ganze Ausmaß festgestellt

Und zwar nicht nur in dem zunächst betroffenen Flur: Wie sich ab Ende Januar nach und nach herausstellte, war der gesamte Kindergarten mit Ausnahme der Küche und des Bürotraktes betroffen. „Das ging regelrecht einmal im Kreis herum“, erinnert sich Dorothea Mika an den immer größer werdenden Schaden. Als eine beauftragte Baubiologin in immer mehr Proben aus dem Fußboden Schimmelpilz-Sporen feststellte, zog man schließlich am 10. April die Notbremse und schloss die Einrichtung komplett.

Quasi von heute auf morgen mussten Unterbringungsmöglichkeiten für die Kinder gefunden werden, sind viele Eltern doch berufstätig und auf die Betreuung des Nachwuchses angewiesen. 30 Kinder konnten nebenan im katholischen Pfarrheim der Kirche St. Peter und Paul unterkommen. Die übrigen 27 mussten zunächst mangels Plätzen gemeinsam mit den Betreuerinnen auf fünf Kindertagesstätten verteilt werden: AWo-Lummerland in Kalthof, mit denen St. Peter und Paul ein Familienzentrum bildet, „Wilde 13“ in Hennen sowie drei Einrichtungen des eigenen Trägers, Katholische Kindertageseinrichtungen Ruhr-Mark, und zwar St. Hedwig am Nussberg, St. Kilian in Letmathe und St. Josef in Letmathe-Stübbeken.

Das bedeutete, bis schließlich im Gemeindezentrum der evangelischen Jakobuskirche in Kalthof Räume für alle 27 gefunden worden waren, für die betroffenen Eltern, die selber den Transport übernehmen mussten, täglich teils lange Wege. Zumal wenn, wie in einem Fall, sogar Geschwisterkinder auf zwei Einrichtungen aufgeteilt werden mussten. Und das sorgte, wie auch die zunächst mangelnde Information seitens des Trägers, für reichlich Unmut in der Elternschaft.

Träger will künftig besser kommunizieren

Den konnte auch Geschäftsführer Thorsten Herrmann verstehen und nachvollziehen. Auch wenn man in der knapp zehnjährigen Geschichte der Trägergesellschaft des katholischen Gemeindeverbandes erstmalig mit einem so schwerwiegenden Fall mitsamt Schließung einer Einrichtung konfrontiert gewesen wäre, sei dabei einiges nicht so gelaufen, wie es angebracht und nötig gewesen wäre. Und daraus habe man gelernt: „Wir haben uns umorganisiert, um zukünftig frühzeitiger intern und nach außen zu kommunizieren“, sagte Herrmann. Nach der laufenden Integration der 16 Einrichtungen, die zum 1. August zu den bis dahin 54 im Verband dazu gekommen seien, werde man auch bei ähnlich konstruierten Häusern mit Flachdächern mit Bitumenbahnen und innenliegenden Abwasserrohren genau hinschauen.

Am Samstag war aber erst einmal neben der Besichtigung der jetzt in hellen Farben einheitlich gestalteten Kindergarten-Räume mit den inklusive Estrich sanierten Fußböden Feiern angesagt: bei einer Schatzsuche, beim Blätterkronen-Basteln und Kinderschminken, bei Suppe, Kuchen und vor allem bei strahlendem Sonnenschein.

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