Kultur

Inspiration aus Emotionen schöpfen

Mimi Venturas Wohnung ist gleichzeitig Atelier und Studio. Die Kreativität ist quasi in jedem Winkel sichtbar.

Mimi Venturas Wohnung ist gleichzeitig Atelier und Studio. Die Kreativität ist quasi in jedem Winkel sichtbar.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Mimi Ventura ist gleichzeitig Malerin, Sängerin, Illustratorin und Komponistin.

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Sie ist eine Wandererin zwischen den Welten, bezeichnet sich selbst als „Gypsy“, also als Zigeunerin. Und das ist nicht nur im Alltagsleben so, sondern auch in der Kunst. Mimi Ventura, das ist kein Künstlername, sondern lediglich die Abkürzung von Dominique Matos Ventura.

Die gebürtige Iserlohnerin kann sich ihre enorme Kreativität nur durch zwei Tatsachen erklären: „Zum einen bin ich ohne Fernseher aufgewachsen und musste mich beschäftigen. Und andererseits sind meine Eltern auch kreativ veranlagt.“ Einen Fernseher besitzt die 35-Jährige bis heute nicht, dafür aber umso mehr Standbeine.

Selbstständigkeit folgtauf das Kunststudium

Begonnen hatte die berufliche Orientierung mit einem Kunst-, Grafikdesign- und Illustrations-Studium an der Ruhr-Akademie in Schwerte. 2008 hat sie den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, ist seitdem als Malerin, Zeichnerin und Illustratorin im Einsatz. „Seit 2014 widme ich mich verstärkt der Malerei“, sagt Mimi Ventura, deren Wohnung gleichzeitig auch ein Atelier ist. Überall stehen Bilder und Staffeleien, Musikinstrumente und Verstärker herum.

„Ich bin nicht festgelegt, male mit Tusche, Aquarellfarben oder Acryl. Ich habe Buchcover illustriert, und ich biete Porträtzeichnungen in Schulen an, ich singe und ich schreibe Texte“, lautet die kurze Zusammenfassung dessen, was Mimi Ventura umtreibt. Was ihr am meisten Spaß bereitet, kann sie gar nicht sagen, vieles ist abhängig von der persönlichen Stimmung. So schöpft die Malerin Inspiration aus den eigenen Emotionen, schaut aber auch mal im Internet, was andere tun. Und so kommen auch die Motive ihrer Bilder ganz unterschiedlich daher. Und dann kann Mimi Ventura doch etwas benennen, das ihr besonders Freude bereitet: Sie ist fasziniert von Gesichtern. Mit verschiedenen Techniken bannt sie Porträts auf Leinwand oder andere Untergründe. „Ich gehe auch wie Fotografen in Schulen und portraitiere die Kinder“, erklärt sie.

Vom Kinderlied über das Duo bis zum singenden Bild

Mimi Ventura verbindet häufig auch ihre Talente: So ist sie beispielsweise als „Singendes Gemälde“ unterwegs, singt aber auch „ganz normal“ in einer Band und hat bereits Kinderlieder für ein niederländisches Bildungsprojekt geschrieben. In Barendorf war sie bereits mehrfach erfolgreich mit ihrer Band „Pessoa“ zu Gast, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten bildet sie ein Duo.

Aufträge flattern bei der Mutter zweier Söhne zumeist über persönliche Beziehungen ins Haus, bei der Malerei ist die Internetseite äußerst hilfreich. „Ich habe beispielsweise schon das Cover des Buchs einer Freundin illustriert“, erklärt Mimi Ventura, die auch schon den Umschlag eines Thrillers des französischen Krimi-Autors Bernard Minier gestaltet hat.

„Egal, ob berühmt oder nicht – mir macht das alles Spaß“, sagt die Künstlerin, die regelmäßig auf dem Rembrandt-Markt in Amsterdam ihre Werke verkauft. Für sie bedeutet dies eine große Ehre, da nicht jeder dort seinen Stand aufbauen darf. Das Konzept der „Street Gallery“, also des Kunstverkaufs auf der Straße, liebt Mimi Ventura, da sie den direkten Kontakt zu den Menschen genießt. Und so bleibt sie die Wandlerin zwischen den Nationen und zwischen den Genres. Sie träumt davon, noch mehr ihrer Talente noch enger zu verknüpfen.

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