Förderprogramm

Iserlohn bei „Smart Cities“ dabei?

Paul Ziemiak

Paul Ziemiak

Foto: Michael May

Iserlohn.   Eine millionenschwere Förderung durch das Bundesinnenministerium ist möglich.

Die Rat hat am Dientagabend mit breiter Mehrheit genehmigt, dass sich die Stadt Iserlohn beim Bundesministerium des Innern (BMI) für das Modellprojekt „Smart Cities“ bewirbt. Weiterhin wurde beschlossen, dass sich die Inhalte des Projektes sowohl auf die Gesamtstadt Iserlohn als auch auf den Teilbaustein „Digitaler Wissenscampus auf der Alexanderhöhe“ beziehen.

Mit dem bundesweiten Wettbewerb will das BMI laut einer Pressemitteilung des CDU-Bundestagsabgeordneten Paul Ziemiak die ersten zehn Smart-Cities-Modellprojekte auswählen. Für das Jahr 2019 stehen demnach im Bundeshaushalt rund 170 Millionen Euro zur Verfügung. Durch den Wettbewerb sollen Städte aufgefordert werden, ganzheitliche Konzepte für ihre digitale Entwicklung zu erarbeiten und so als Vorbild für andere Kommunen zu dienen. Paul Ziemiak, der bis vor kurzem selbst dem Rat angehörte, hat seine Unterstützung zugesichert und lobte das vorliegende Konzept: „Digitalisierung wird nicht als Selbstzweck verstanden, sondern vom Menschen her gedacht.“

Michael Schmitt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Iserlohner CDU, lobt in der Pressemitteilung den vielfältigen Ansatz, bei dem unterschiedliche Bereiche von Mobilität über Wirtschaft bis Kultur von den digitalen Möglichkeiten profitieren sollten. „Wir haben bereits viele positive Erfahrungen gemacht, die von der digitalen Bürgerbeteiligung bis zu ÖPNV reichen. Wir wollen Digitalisierung als Chance begreifen, um die Lebensqualität in Iserlohn noch weiter zu steigern“, so Schmitt. Eine wichtige Rolle solle dabei der Digitale Wissenscampus spielen, der auf der Alexanderhöhe entstehen soll. Neben einem Veranstaltungszentrums und einer autonom fahrenden Buslinie seien hier auch ein Innovationszentrum für Forschung und Lehre sowie ein Coworking Space geplant.

Auch die Errichtung einer Smarten Stadtbibliothek beinhalte das Projekt. „Eine Bibliothek kann und sollte heutzutage auch beim Umgang mit neuen Technologien, technischen Geräten und digitalen Medien unterstützen“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Fabian Tigges. „Die Digitalisierung bietet vielfältige neue Möglichkeiten, bringt aber auch neue Herausforderungen mit sich.“ Für Thorsten Schick, stellvertretender Bürgermeister und Landtagsabgeordneter, trage das Gesamtprojekt dazu bei, aktuelle und künftige Herausforderungen im Zuge der digitalen Transformation zu bewältigen und die Zukunftsfähigkeit Iserlohns zu stärken.

Anteilige Finanzierung für Veranstaltungshalle

Zu den Kosten heißt es in der Ratsdrucksache, dass in der sogenannten Strategiephase 600.000 Euro fällig würden, in erster Linie Personal- und Sachkosten. Der städtische Eigenanteil wird auf 210.000 Euro geschätzt. In der Umsetzungsphase der Projekte sollen laut Drucksache Kosten von 14,4 Millionen Euro anfallen, hier wird der städtische Eigenanteil mit fünf Millionen Euro angegeben. Darin enthalten ist auch eine anteilige Finanzierung für eine Smarte Stadtbibliothek und eine Veranstaltungshalle. Anteilig, weil die im Programm eingezogene Fördergrenze von 15 Millionen Euro überschritten würde, wenn Veranstaltungshalle und Bibliothek komplett in den Förderantrag eingepreist würden, wie Stadtbaurat Thorsten Grote auf Anfrage erklärte.

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