Tierschutz

Iserlohn: Keine Elefanten, Löwen und Bären mehr im Zirkus?

Ein Elefant in der Manege: Damit soll in Iserlohn bald Schluss sein.

Ein Elefant in der Manege: Damit soll in Iserlohn bald Schluss sein.

Foto: Tobias Hase / dpa

Iserlohn.  Wildtiere können im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden, sagt die Linke. Iserlohn soll solche Betriebe daher nicht mehr in die Stadt lassen.

Die Stadt Iserlohn soll Zirkusbetrieben, die Wildtiere mitführen, keine kommunalen Flächen mehr zur Verfügung stellen. Das fordert die Ratsfraktion der Linken in einem neuen Antrag. „In Zirkusbetrieben ist nach heutigem Wissensstand eine artgemäße und verhaltenskonforme Haltung von Wildtieren praktisch nicht möglich“, begründet die Linke ihre Forderung. Dabei gehe es in erster Linie um Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten und Wölfe.

Die Bundestierärztekammer (BTK) fordere seit Jahren ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus auf Reisen. Eine bundesweite Regelung sei in der letzten Legislaturperiode jedoch gescheitert. Im Gegensatz zu Deutschland hätten allerdings mehr als 30 europäische Länder Verbortsregelungen für Wildtiere in Zirkussen ausgesprochen. „Wir halten es daher für geboten“, so erklärt die Linke, „im Sinne des Tierschutzes auf kommunaler Ebene aktiv zu werden und nach dem Bespiel von über 100 deutschen Städten wie Düsseldorf, Siegen oder Viersen kommunale Flächen nicht mehr an Zirkusse oder andere reisende Betriebe mit o.g. Tieren zu vermieten.“

Deutsche in Umfragen für Wildtier-Verbot im Zirkus

Die Linke verweist auf Umfragen, in denen sich mehr als zwei Drittel der Deutschen für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus aussprechen. „Eine entsprechende kommunale Regelung würde somit nicht nur dem Tierschutz dienen, sondern darüber hinaus auch dem schon vorhandenen Problembewusstsein innerhalb der Bevölkerung Rechnung tragen.“

Das „Kulturgut Zirkus“ könne auch ohne Wildtiere erhalten bleiben, glaubt die Ratsfraktion. Aktuell gastiert etwa der Zirkus „Altano“ am Seilersee, der in seinen Shows ohne Großtiere auskommt. Neben Akrobaten, Feuerspuckern und Fakiren werden Tauben-, Hunde- und Ziegen-Dressuren aufgeführt.

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