Kultur

Iserlohn liebt den Motown-Sound

Auf den Groove kommt es an: „Motown – die Legende“ begeisterte im Parktheater.

Auf den Groove kommt es an: „Motown – die Legende“ begeisterte im Parktheater.

Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn.   Die bunte und stimmgewaltige Show begeistert das Publikum im Parktheater.

Diese Lieder machen süchtig. Sie sind wie ein Griff in die Pralinenschachtel: Erst eine, dann noch eine – und eine geht auch noch. Bis die letzte süße Versuchung im Mund verschwunden ist. Der Unterschied? Das Iserlohner Publikum musste an diesem Abend im Parktheater nach dem Genuss der Musik-Show „Motown – die Legende“ kein schlechtes Gewissen haben: Die Melodien des berühmten Soul-Plattenlabels landen nicht auf den Hüften, sie gehen ins Ohr. Und als am Ende des Konzertes der ganze Saal mitswingte, da hatte Lance (gespielt, gesungen und perfekt getanzt von Wilson D. Michaels) sein Versprechen vom Anfang gehalten: „Auf den Groove kommt es an.“

Die Geschichte rund um die Hitmaschine Berry Gordy Jr. aus Detroit, der in den sechziger Jahren den schwarzen Soul der breiten amerikanischen Mittelschicht zugänglich machte, ist in Iserlohn hinlänglich bekannt. In der Waldstadt sind Motown-Konzerte beliebt und immer gut besucht. Bei manchem oder mancher rufen die Songs Erinnerungen an die Jugend wach, andere haben die schmissigen Schlager später für sich entdeckt – und wer an diesem Abend auf die ganz großen Hits wartete, wurde nicht enttäuscht: Egal, ob „My Girl“ von den Miracles, „Stop! In The Name Of Love“ von den Supremes, „Papa Was A Rollin’ Stone” von den Temptations, „My Guy” von Mary Wells, „Do You Love Me” von den Contours bis hin zu „ABC” von den Jackson Five.

Mitreißend und mit Freude am Gesang

Die Handlung, in die die Lieder eingebettet waren, wirkte etwas bemüht und die stimmgewaltige US-Sängerin Siggy Davis – sie spielte die Judy – tat sich anfangs mit der deutschen Sprache schwer. Als die Handlung dann aber im zweiten Teil auf einem fiktiven Konzert vor dem Lametta-Vorhang spielte, war das Ensemble in seinem Element: Mitreißend, mit augenscheinlicher Freude am Gesang, übertrug sich die Stimmung der drei Sänger und zwei Sängerinnen aufs Publikum.

Taryn Nelson di Capri spielte und sang die süße Linda mit viel Charme, Eleganz und Hingabe, Trevor Jackson bot als Zack den perfekten Verführer und Interpreten von Liebesliedern und David-Michael Johnson begeisterte nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch seinen tollen Dance-Moves. Die Choreographien waren sehenswert und ganz im Stil der Motown-Künstler: perfekt – und bitte nicht zu sexy. Denn so sind die Soul-Lieder, die bis heute Hits sind: Sie erzählten von der romantischen Liebe, alles Weitere bleibt den Gedanken überlassen …

Auf die Frage „Do You Like Sweet Music?” – gestellt von Diana Ross – gab es an diesem Abend nur eine Antwort: Iserlohn liebt gute Musik. Iserlohn l(i)ebt Motown.

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