Frauen

Iserlohn setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

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Die Oberste Stadtkirche im orangefarbenen Licht wird auch im Jahreskalender 2022 der Union Deutscher Zonta Clubs zu sehen sein.

Die Oberste Stadtkirche im orangefarbenen Licht wird auch im Jahreskalender 2022 der Union Deutscher Zonta Clubs zu sehen sein.

Foto: Privat

Iserlohn.  Am Donnerstag heißt es „Orange the World“ – damit wird auf die Gewalt, unter der Frauen weltweit zu leiden haben, aufmerksam gemacht.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen wird am Donnerstag, 25. November, begangen. Und auch in Iserlohn wird es dann wieder heißen: „Orange the World“. Wie in den vergangenen Jahren hat der Zonta Club unter der diesjährigen Schirmherrschaft von Bürgermeister Michael Joithe viele bisherige, aber auch neue Sponsoren finden können, die mit der orangefarbenen Beleuchtung von Fensterfronten und Gebäuden ein sichtbares Zeichen setzen, dass das Problem von Gewalt nicht verdeckt im Verborgenen, sondern thematisiert bleiben muss.

In Iserlohn werden als Beispiele das Alte Rathaus, die Oberste Stadtkirche mit der Stadtmauer, das Stadtmuseum, die Fachhochschule, das Parktheater, die Aloysius-Kirche und Gebäudeteile der AWO, Caritas, Firmen und Geschäfte beleuchtet sein. Der Zonta Club Iserlohn freut sich zudem über die Unterstützung aus Hemer, da der Jüberg-Turm und verschiedene Firmen erstmalig mit dabei sein werden.

Jeden dritten Tag stirbteine Frau durch ihren Partner

Neben der Beleuchtungsaktion hat der Zusammenschluss aller deutscher Zonta Clubs in diesem Jahr eine Petition verfasst mit der Aufforderung zur konstruktiven Umsetzung der Beschlüsse der Istanbul-Konvention, der Deutschland 2017 beigetreten ist und sich damit verpflichtet hat, einen verbindlichen Rechtsrahmen zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, zum Schutz der Opfer und zur Strafverfolgung zu schaffen. Zahlen aus der kriminalstatistischen Auswertung des Bundeskriminalamtes aus dem Jahr 2020 belegen jedoch: Immer noch stirbt jeden dritten Tag eine Frau durch ihren Ehemann oder Expartner. In 66,6 Prozent der Fälle von Stalking und Nötigung waren die ehemaligen Partner die Täter. Fast 50,5 Prozent der von Partnerschaftsgewalt Betroffenen lebt mit den Partnern in einem Haushalt.

Seit 2020 unterstützt der Zonta Club in Iserlohn und deutschlandweit mit „Maske 19“ ein einfaches Angebot der Notrufhilfe. Dabei können sich akut von häuslicher Gewalt Bedrohte an mit „Maske 19“-Postern gekennzeichnete Apotheken und Arztpraxen wenden. Seit zwei Jahren finanziert der Zonta Club in Iserlohn zudem psychologische Beratung für geflüchtete Frauen mit Gewalterfahrung, um ihnen ein Ohr für ihre Gewalterfahrung und psychologische Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

Um an dem Internationalen Tag in Iserlohn einen besonderen Akzent zu setzen, hat der Zonta Club zu einer nicht öffentlichen Gesprächsrunde am heutigen Mittwoch Vertreter der Stadt, der Gleichstellungsstellen aus Iserlohn und Menden, des Frauenhauses Iserlohn, der evangelischen Kirche, der AWO und eine Vertreterin junger Frauen eingeladen mit dem Thema: „Gewalterfahrung von Frauen: Konsequenzen und Lösungsansätze in Iserlohn“.

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