Nahverkehr

Wo man in Iserlohn und Hemer das 9-Euro-Ticket kaufen kann

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Das 9-Euro-Ticket gibt es in Iserlohn unter anderem im MVG-Ticketshop am Konrad-Adenauer-Ring.

Das 9-Euro-Ticket gibt es in Iserlohn unter anderem im MVG-Ticketshop am Konrad-Adenauer-Ring.

Foto: Miriam Mandt-Böckelmann

Iserlohn/Hemer.  Das 9-Euro-Ticket wird seit Montag auch von der MVG in Iserlohn und Hemer verkauft. So kommen Kunden an die Fahrkarten für Juni, Juli und August.

Es ist ein großes Experiment: Vom 1. Juni an gilt ein 9-Euro-Ticket für den Nahverkehr, bundesweit und bis Ende August – und somit auch im Märkischen Kreis, also Iserlohn und Hemer. Die Verkehrsbranche arbeitet nun unter Hochdruck an der Umsetzung. „Wir konnten das im Vertrieb relativ schnell umsetzen“, so Jochen Sulies, Pressesprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG). Jetzt gebe es noch einige technische Fragen zu klären.

Seit Montag wird das Ticket verkauft. Die MVG bietet unterschiedliche Wege an, damit Kunden an das Sonderangebot gelangen können.

Verkaufsstellen für das 9-Euro-Ticket in Iserlohn und Letmathe

  • Kunden-Center der MVG, Konrad-Adenauer-Ring 15: montags, dienstags, donnerstags und freitags 8.30 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags 8.30 bis 14 Uhr.
  • Lotto-Toto Wolfgang Fernholz, Leckingser Straße 201, Kalthof: montags bis freitags 7 bis 18.30 Uhr und samstags 7 bis 13.30 Uhr.
  • Lotto-Toto Erik Fischer, Hagener Straße 63, Letmathe: montags bis donnerstags 8 bis 12.30 Uhr und 14.30 bis 18.30 Uhr, freitags 8 bis 18.30 Uhr und samstags 8 bis 13 Uhr.
  • Tabak-Lotto-Reisen Sprenger, Untergrüner Straße 200, Untergrüne: montags bis freitags 7 bis 18.30 Uhr und samstags 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr.

Verkaufsstellen für das 9-Euro-Ticket in Hemer

  • Tabakwaren Anja Hirth, Hauptstraße 190, montags bis freitags 8 bis 18 Uhr und samstags 8 bis 13 Uhr.
  • Lotto-Zeitschriften-Geschenke Solveig Achilles-Bisigo, Europastraße 2, Deilinghofen: montags bis freitags 8 bis 18 Uhr, samstags 8 bis 13 Uhr.

Weitere Verkaufswege für das 9-Euro-Ticket

Auch in der App „MVG-Tickets“ ist das Ticket erhältlich. Wer bereits in den ersten Juni-Tagen fahren möchte und das Ticket per App kaufen möchte, sollte dies noch im Mai erledigen, rät die MVG: „Unser Finanzdienstleister weist darauf hin, dass er viele Verkehrsunternehmen betreut, von denen viele in der App keinen Vorverkauf vorsehen. Daher ist in den ersten Juni-Tagen mit einer Überlastung der Server zu rechnen.“

Ab dem 24. Mai kann das Ticket auch direkt in den Bussen erworben werden.

MVG von Entscheidung überrascht

Ja, von der Entscheidung sei man auch überrascht worden, gibt MVG-Pressesprecher Jochen Sulies zu. Damit ist die Märkische Verkehrsgesellschaft nicht alleine: Als der Koalitionsausschuss Ende März in einer Nachtsitzung ein günstiges Monats-Ticket für Busse und Bahnen beschließt, hat damit kein Verkehrsverbund gerechnet.

Ziele der Aktion: Die Bürger angesichts steigender Energiepreise entlasten, den Klimaschutz vorantreiben und das Image des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aufhübschen.

Bleiben die Kunden auch nach August dem Abo treu?

Grundsätzlich stehe man dem Projekt natürlich positiv gegenüber, denn es steigere die Attraktivität des ÖPNV auch im Märkischen Kreis. „Jedoch müssen wir abwarten, wie viele Kunden auch nach dem August, wenn wieder die normalen Abo-Preise gelten, wirklich dabei bleiben“, sagt Sulies. Auch beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen spricht man deshalb schon von einem „Strohfeuer“. Sulies: „Wir sehen das 9-Euro-Ticket als ein Dankeschön an unsere Abo-Kunden, die uns auch in der Pandemie die Treue gehalten haben.“

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Die Sorge, dass es im Märkischen Kreis durch die gestiegene Nachfrage zu Engpässen bei der Beförderung kommen könnte, teilt er nicht. „Bei uns verteilt sich das alles. Wir werden nicht mehr oder größere Verkehrsmittel einsetzen.“ Zu Ferienzeiten sei aber in typischen Urlaubsregionen im Norden oder Süden des Landes mit vollen Zügen und Bahnen zu rechnen. Grundsätzlich wünscht man sich bei der MVG eine größere Unterstützung durch den Bund: „Gerade im ländlichen Raum müssen wir alles tun, damit das Angebot auch zu den Wünschen der Kunden passt.“ Da gebe es noch reichlich Nachholbedarf, räumt Sulies ein. Umweltverbände kritisieren, dass die Bevölkerung auf dem Land nur bedingt von den vergünstigten Fahrkarten profitieren werde, denn wo aktuell kein Bus fahre, werde ja auch durch das verbilligte Ticket keiner fahren.

Nur 30 Prozent der „Kleinstädter“ wollen Ticket nutzen

Laut dem ARD-Deutschlandtrend wollen 44 Prozent der Befragten das Ticket in Deutschland nutzen. 53 Prozent haben hingegen wenig oder gar kein Interesse daran. Auffallend: Für Menschen, die nicht in Ballungsräumen leben, ist das 9-Euro-Ticket offenbar nicht attraktiv.

Nur 30 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die in Kleinstädten leben, würden es nutzen wollen. Bei Menschen, die in mittelgroßen Städten wohnen, sind es 44 Prozent; während es 60 Prozent in Großstädten sind.

Das müssen Sie über das Ticket wissen:

Gültigkeitsraum:

Das 9-Euro-Ticket gilt deutschlandweit vom 1. Juni bis zum 31. August 2022 in Bussen, Straßen- und U-Bahnen sowie in Zügen im Nahverkehr (RB, RE, S-Bahn). Auch die Nutzung des ALF- sowie des AST-Verkehrs der MVG ist im 9-Euro-Ticket enthalten.

Nicht gültigim Fernverkehr der Bahn, außer auf grundsätzlich für Nahverkehrs-Tickets freigegebenen Strecken (z.B. IC 34 zwischen Iserlohn-Letmathe und Dillenburg). Hinweis: Die betroffenen Züge werden in Fahrplanauskunftssystemen zwei Mal angezeigt – als IC und auf dem zugelassenen Abschnitt auch als RE.

Keine Nutzung der 1. Klasse, auch nicht mit Aufpreistickets, keine kostenlose Fahrradmitnahme. Das Ticket ist mit dem Namen versehen und nicht übertragbar.

Bei Abo-Kunden wird im Juni, Juli und August nur der reduzierte Preis abgebucht. Innerhalb des ursprünglichen Geltungsbereichs gilt das MVG-Abo wie bisher (Mitnahmeregelungen, 1. Klasse, Fahrrad, Übertragbarkeit). Die Sperrzeiten (9 Uhr Abos, 60-plus Abos, Fun Abos) werden im Aktionszeitraum aufgehoben.

Kinder unter sechs Jahren fahren kostenlos mit. Für Hunde gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen.

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