Nachruf

Iserlohner Architekt und Autor Norbert Aleweld verstorben

Der Iserlohner Architekt, Autor und Pädagoge Dr. Dr. Norbert Aleweld ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Der Iserlohner Architekt, Autor und Pädagoge Dr. Dr. Norbert Aleweld ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Foto: privat / IKZ

Iserlohn  Dr. Dr. Norbert Aleweld starb im Alter von 89 Jahren. Er hat sich vor allem um die Iserlohner Baugeschichte verdient gemacht.

Der bekannte Iserlohner Architekt, Autor, Pädagoge und Kunsthistoriker Dr. Dr. Norbert Aleweld ist jetzt im Alter von 89 Jahren verstorben.“ Die Stadt Iserlohn und ihre Bürgerschaft hat ihm zu danken, dass er als Architekt die Baugeschichte der Stadt eingehend untersucht und im Iserlohn-Lexikon von 1987 eingehend dargestellt hat“, würdigt ihn Gunther Kingreen als langjähriger Weggefährte und Freund.

Der frühere Stadtarchivar Götz Bettge, der ihn durch die gemeinsame Arbeit am Iserlohn-Lexikon und anderen gemeinsamen Vorhaben schätzen gelernt hat, erinnert an seine „fundierten, lebendigen Ausführungen zur heimischen Baugeschichte“ in Stadtführungen, Vorträgen und diversen Veröffentlichungen: „Dr. Dr. Aleweld hat Architektur und Geschichte mit Seele verknüpft und das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Umfeld mit beleuchtet. Er konnte Leute dafür begeistern und das in einer allgemein verständlichen Sprache.“ Und das, obwohl er zwei Promotionen vorgelegt hatte: In der ersten Dissertation im Jahr 1979 würdigte er den Iserlohner Baumeister Maximilian Nohl, der im Alter von 33 Jahren 1863 verstorben war und bis zu seinem frühen Tod den Bau der alte Schützenhallen auf der Alexanderhöhe, den Erweiterungsbau des Alten Waisenhauses sowie die Kölner Flora, Schulen, Kirchen, Krankenhäuser und Rathausgebäude entworfen hatte.

„Der Sakralbau im Kreis Iserlohn vom Klassizismus bis zum Ende des Historismus“ war 1986 Thema seiner zweiten Doktorarbeit. Sie erschien 1989 als Band 18 der ,Altenaer Beiträge‘ und ist bis heute ein Standardwerk zu diesem Thema“, weiß Stadtarchivar Rico Quaschny. „Dr. Dr. Aleweld war über ein halbes Jahrhundert eng mit dem Stadtarchiv Iserlohn verbunden und hat durch seine Forschungen das Wissen um die Geschichte der Stadt nachhaltig bereichert“, würdigt Stadtarchivar Rico Quaschny ihn in einem Nachruf auf der Homepage des Stadtarchivs. „Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und übermitteln seiner Witwe und allen Angehörigen unsere aufrichtige Anteilnahme. Und weiter heißt es darin: „Besonders dem Sakralbau blieb Bauingenieur, Kunsthistoriker und Pädagoge zeitlebens verbunden. Noch 2014 veröffentlichte er ein umfangreiches Buch über den Beginn der Neugotik im Sakralbau Westfalens.“

Vorgänger Götz Bettge unterstreicht im Gespräch mit unserer Zeitung Alewelds aufklärerische Wirkung und Bedeutung für die Dokumentation der Stadtentwicklung: „Er hat den Leuten die Augen geöffnet für die erhaltenswerte Bausubstanz.“ Bettge nennt als Beispiele die Industriebauten von Kissing und Möllmann und Christophery sowie die Fabrikantenvillen im Lägertal und die expressionistischen IGW-Bauten. Mit mehreren Leserbriefen in unserer Zeitung habe sich Aleweld zudem für den Erhalt und die Sanierung des Lösseler Ehrenmals eingesetzt.

Außerdem dokumentierte Dr.-Ing. Dr. Aleweld die Geschichte des Theodor-Reuter-Berufskollegs in der Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Schule im Jahr 2002, zu deren Kollegium er als Lehrer für Mathematik, Geografie und Sport bis zu seiner Pensionierung tätig war.

Im vergangenen Jahr hat Dr.-Ing. Dr. Aleweld seine umfangreichen Materialsammlungen zu Maximilian Nohl und zur Staatlichen Berufsfachschule dem Stadtarchiv überlassen. Kontinuierlich hatte er schon in der Zeit davor dem Stadtarchiv immer wieder historische Unterlagen vermittelt und übergeben.

„Überblickt man das Werk von Norbert Aleweld, so stellt man voll Anerkennung fest, wie Baugeschichte und Geistesgeschichte bei ihm zueinander finden“, erinnert Kingreen an seine beiden Dissertationen sowie weitere Veröffentlichungen. Norbert Aleweld habe der Stadt und ihrer Bürgerschaft einen großen Dienst erwiesen.

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