Iserlohner Freibäder öffnen wie geplant

22 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter wurden am Montagnachmittag im I 95-Vereinsheim geschult. Beim ISSV im Schleddenhof steht das entsprechend am Dienstagnachmittag noch an.

22 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter wurden am Montagnachmittag im I 95-Vereinsheim geschult. Beim ISSV im Schleddenhof steht das entsprechend am Dienstagnachmittag noch an.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Iserlohn.  Der ISSV und der I 95 können die Vorgaben des Landes umsetzen und starten am Mittwoch bzw. Donnerstag in die Saison.

Abgesehen von der Erfassung der Besucherdaten und einer Neuberechnung – und damit auch Reduzierung – der maximalen Besucherzahlen haben die am Wochenende vom Land erlassenen „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ die beiden Freibadbetreibenden Iserlohner Schwimmvereine nicht überrascht. Weswegen der Öffnung des Schleddenhofs am Mittwoch um 6 Uhr in der Früh und des Heidebads am Himmelfahrtstag um 10 Uhr jetzt auch nichts mehr im Wege steht, und das bei besten vorsommerlichen Wetteraussichten.

Mit ihren Pandemieplänen hatten die Vereine schon frühzeitig ihre Hausaufgaben gemacht, von denen dann auch beispielsweise das Elsebad in Ergste profitierte, mit dem der Schwimmverein Iserlohn 1895 über das Netzwerk Bürgerbad verbunden ist. „Wir sind sehr zufrieden mit den Vorgaben“, sagte am Montag I 95-Geschäftsführer Ralf Brinkschulte, der sich beim ersten Entwurf des Plans sehr eng an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen orientiert hatte.

Mit Ein- und Austrittskarte werden nötige Daten erfasst

Stephanie Hennecke, Vorsitzende des Iserlohn Schleddenhofer Bade- und Schwimmvereins, hatte hingegen ein wenig Bauchschmerzen mit Blick auf den Datenschutz beim zunächst gestern angedachten Auslegen von Listen an der Kasse, in die sich die Besucher mit Name, Adresse, Telefonnummer und Ein- und Ausgangszeit eintragen sollen. „Da hätte ja keiner garantieren können, dass nicht jemand in einem unbeo­bachteten Moment das mit seinem Handy abfotografiert.“ Deswegen entwickelte sie die Idee einer Ein- und Austrittskarte, die nicht an der Kasse, sondern auf der Liegewiese ausgefüllt und beim Rausgehen eben abgegeben werden muss. „Damit haben wir zugleich die Ausgangszeit sicher dokumentiert und haben auch an heißen Tagen bei großem Andrang keine zusätzlichen Wartezeiten.“ Und auch nur dann sollen die Karten zum Einsatz kommen. Beim Start und höchstwahrscheinlich auch an den weiteren Tagen in dieser Woche werde aber wegen der Kürze der Zeit zunächst mit Listen gearbeitet und entsprechend auf die Einhaltung des Datenschutzes geachtet. Mitglieder brauchen sich hingegen stets nur mit Mitgliedsnummer und der Ein- und Ausgangszeit in einer Extra-Liste eintragen. „Deren Daten haben wir ja für den Fall, dass eine Infektion zurückverfolgt werden muss“, erklärt Stephanie Hennecke. Zunächst geschlossen bleiben im Schleddenhof Umkleiden und Duschen. „Umziehmöglichkeiten bestehen aber auf der Wiese, und vor dem Gang ins Wasser muss ja sowieso jeder duschen.“

Nicht realisieren lasse sich der ursprüngliche Gedanke, einen Teil der möglichen Plätze im Bad für Mitglieder vorzuhalten. Was aber aller Voraussicht nach auch gar nicht nötig sein werde: So hatte der I 95, der seit langem an seiner Kasse Mitglieder und zahlende Besucher getrennt erfasst, am besucherstärksten Tag 2019 3800 Gäste, von denen 400 aus den Reihen des Vereins waren. Auch umgerechnet auf den größeren ISSV sollte es also zumeist passen. „Wir wollen unsere Mitglieder aber natürlich trotzdem bevorzugter behandeln und werden deswegen vor erwarteten heißen Tagen frühzeitig bekannt geben, ob wir ausschließlich für sie die Öffnungszeit über 20 Uhr hinaus verlängern“, kündigte die Vorsitzende an.

„Ampel“ gibt Auskunft, wie viel Platz noch im Bad ist

Außerdem werde noch bis Mittwoch auf der Homepage des Vereins eine „Ampel“ installiert, die Auskunft darüber gibt, ob die maximale Besucherzahl erreicht ist. Die liegt auf der Basis der vom Land vorgegebenen zehn Quadratmeter pro Gast im Schleddenhof bei 1200 statt der zuvor errechneten 1600 Besucher.

Und auch das Heidebad hat noch einmal ein wenig reduzieren müssen, dürfte theoretisch nun 2172 einlassen. „Wir begrenzen aber auf 2000“, erklärte Ralf Brinkschulte am Montagnachmittag den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern bei einer Schulung im I 95-Vereinsheim. Ähnlich werden übrigens heute Nachmittag noch die Kräfte im Schleddenhof geschult. Durch die enge Kooperation der beiden Vereine, deren Mitglieder auch in der derzeitigen Situation jeweils Zutritt zum anderen Bad haben, griff der Geschäftsführer am Montagabend noch Stephanie Henneckes Idee mit den Ein- und Austrittskarten für zahlende Badegäste und Besitzer von Zehner- und Freikarten auf und möchte sie auch noch zum Start und erwarteten ersten Ansturm am Donnerstag realisieren.

Um den Mitgliedern Wartezeiten zu ersparen und das Personal am Donnerstag zu entlasten, bietet der I 95 noch einmal am Dienstag von 15 bis 19 Uhr die Gelegenheit, die Mitgliedsausweise an der Kasse oder in der Geschäftsstelle abzuholen und ausstehende Mitgliedsbeiträge zu bezahlen.

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