Villa Wessel

Iserlohner Kunstpreis wird wieder verliehen

Die Figurengruppe „Love/Hate Girls“ aus dem Jahre 2014 und die Bronzefigur „Skinny Hyana“, die ebenfalls 2014 entstand, war im April 2015 in der Villa Wessel bei der Laura-Ford-Ausstellung zu sehen.

Die Figurengruppe „Love/Hate Girls“ aus dem Jahre 2014 und die Bronzefigur „Skinny Hyana“, die ebenfalls 2014 entstand, war im April 2015 in der Villa Wessel bei der Laura-Ford-Ausstellung zu sehen.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Ein ungenannter Sponsor unterstützt dabei die Villa Wessel. Die Preisträgerin 2016 wird Laura Ford.

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Seit 2003 wird in Iserlohn Stadt der „Iserlohner Kunstpreis“ verliehen. Seither wird das Werk eines etablierten europäischen Künstlers von überragender Qualität im Bereich Malerei und Skulptur gewürdigt. Mit der Preisverleihung und einer damit verbundenen Ausstellung in der Villa Wessel soll, das war von Anfang an das Bestreben, das kulturelle Leben in der Region bereichert werden.

Bis 2013 waren die Bürgerstiftung der Sparkasse Iserlohn in Zusammenarbeit mit dem Verein Wilhelm Wessel/Irmgart Wessel-Zumloh für die Auswahl des Künstlers und der Verleihung des Preises verantwortlich. Der Vergaberhythmus betrug zwei Jahre, und der Kunstpreis war jeweils mit 15 000 Euro dotiert. Nachdem die Bürgerstiftung der Sparkasse angekündigte hatte, sich an der Vergabe des Kunstpreises nicht mehr zu beteiligen, war die Zukunft für den Iserlohner Kunstpreis äußerst ungewiss. Doch dies hat sich nun geändert.

Die Preissumme wird auf 20 000 Euro erhöht

Ab 2016 wird der Preis durch den Kunstverein Wilhelm Wessel/Irmgart Wessel-Zumloh mit Hilfe eines privaten Sponsors verliehen, der aber ungenannt bleiben möchte. Die Preissumme wurde auf 20 000 Euro erhöht, und die Verleihung findet künftig nur noch alle drei Jahre statt. In diesem Jahr geht der Preis an die britische Bildhauerin Laura Ford, die in Iserlohn keine Unbekannte ist. Bereits im Jahr 2015 fand im April in der Villa Wessel eine vielbeachtete Ausstellung mit den sarkastisch, doppeldeutigen Werken der walisischen Künstlerin statt. Im selben Monat wird im Volksgarten die Skulptur „Emissary Cat“ aufgestellt. Die Ulrich-Thiele-Stiftung hatte die Finanzierung übernommen.

Die Bildhauerin Laura Ford, geboren 1961 in Cardiff/Wales, gehört zu den hellsichtigsten und eigenständigsten Künstlerinnen ihrer Generation, deren Werke in international anerkannten Museen wie der Tate Gallery in London, dem Shanghai Sculpture Park in China und natürlich dem National Museum and Galleries of Wales in Cardiff präsentiert werden. In Deutschland ist Laura Ford, die in einer Schaustellerfamilie aufwuchs, durch ihre mehrmalige Teilnahme an der Skulpturenbiennale „Blickachsen“ und durch die parallel zu „Blickachsen 7“ gezeigte Ausstellung ihrer Werke im Museum Sinclair-Haus bekannt. Im Jahre 2011 gewann Laura Ford den Künstlerwettbewerb des Landes Baden-Württemberg „Kunst am Bau – Universitätsfrauen- und Hautklinik Heidelberg“ mit dem Vorschlag einer Installation aus mehreren Figuren, der 2012 realisiert wurde. Die größte Figur ist eine lebensgroße Giraffe. Ein kleineres Exemplar war in der Villa Wessel zu sehen.

Aus den unterschiedlichsten Materialien kreiert sie skulpturale Collagen in Form von Tier- oder verfremdeten Kindergestalten, die häufig wie große Lumpenpuppen erscheinen – auch dann noch, wenn sie für die Installation im Außenbereich in Bronze gegossen wurden. Diese fantasievollen Figuren wirken zunächst verspielt und entwaffnend, erweisen sich jedoch auf den zweiten Blick stets als tiefgründig und kritisch, indem sie in teils sarkastischer Doppeldeutigkeit auf Armut und Obdachlosigkeit, Verletzung, Gewalt oder Krieg anspielen. Sprichwörter, Kinderreime und Märchen spielen thematisch eine große Rolle in ihren Arbeiten, aber auch soziale und gesellschaftliche Beziehungen oder reale Ereignisse.

Ironisch interpretiert die Bildhauerin, die heute in Camden, zusammen mit ihrem Mann, dem Bildhauer Andrew Sabin und ihren drei Kindern lebt, oft auch alte Kinderreime um, ohne die darin vorkommenden „Helden“ wirklich zu zitieren. Ohne Pathos entwickelte sie eine vielschichtige Symbolsprache, die gegenläufige Empfindungen im Betrachter auslöst, ihn überrascht und gerade dadurch berührt.

Ausstellung wird am18. November eröffnet

Laura Ford wird den Preis zur Vernissage ihrer Ausstellung in der Villa Wessel, Gartenstraße 31, am Freitag, 18. November, um 19 Uhr persönlich entgegen nehmen. Dr. Katharina Henkel, Wissenschaftliche Direktorin der Kunsthalle Emden, wird zum Werk der Künstlerin sprechen.

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