Verkehr

Iserlohner Marktplatz: Poller werden fast täglich angefahren

Die beiden Poller im Vordergrund unseres Fotos machen aus Sicht vieler Iserlohner keinen Sinn, sie stehen dort aber schon für die Komplettsperrung des Marktplatzes.

Die beiden Poller im Vordergrund unseres Fotos machen aus Sicht vieler Iserlohner keinen Sinn, sie stehen dort aber schon für die Komplettsperrung des Marktplatzes.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Ein neues Exemplar kostet etwa 200 Euro. Der Verkehrsausschuss berät am 12. November über die Komplettsperrung.

Die Poller rund um den Marktplatz sind regelmäßig Bestandteil von Unfällen. „Sie werden beinahe täglich touchiert“, weiß Marc Giebels, Sprecher des Stadtbetriebs Iserlohn/Hemer. Viele Autofahrer, die mit den Pollern „nähere Bekanntschaft“ gemacht haben, begehen Unfallflucht .

150 bis 180 Exemplare werden jedes Jahr ersetzt

Erst vor etwa drei Wochen hatten drei Zeugen die Polizei gerufen, nachdem sie eine solche Aktion beobachtet hatten. Der Fahrer eines schwarzen Mercedes hatte am Marktplatz einen Poller komplett um- und einen weiteren angefahren. Er fuhr weg, ohne sich um den Schaden zu kümmern. „Das sind Steuergelder“, so die Zeugen, die auch Angst hatten, dass der Fahrer unter Alkoholeinfluss stehen und weitere Unfälle verursachen könnte.

„Jeder zweite bis dritte Verursacher kann ermittelt werden“, sagt Giebels. Seine SIH-Kollegen sind für die Reparatur beziehungsweise Ersatz der Poller zuständig. „Der Reparatur-Aufwand ist natürlich unterschiedlich hoch“, erklärt er. In Iserlohn und Hemer werden jedes Jahr 150 bis 180 Exemplare so schwer beschädigt, dass sie nicht mehr wieder hergestellt werden können. Um die 200 Euro kostet die Neuanschaffung. „Mal nehmen die Verursacher ihre Versicherung in Anspruch, mal zahlen sie den Schaden auch aus eigener Tasche. In Versicherungsfällen ist dann die Stadt Iserlohn zuständig“, sagt Marc Giebels.

„Warum stehen eigentlich überhaupt so viele Poller rund um den Marktplatz?“ – das fragen sich immer wieder Passanten. Denn einige Exemplare, beispielsweise gegenüber der Gaststätte „Koch am Markt“ scheinen keinen Zweck zu erfüllen, sperren nichts ab. Die Antwort kommt von der Stadt Iserlohn. Sprecherin Christine Schulte-Hofmann erklärt: „Die stehen dort schon für die geplante Absperrung des Marktplatzes.“ Die sollte bekanntlich schon am 22. Juli umgesetzt werden, wurde aber aufgrund von Anwohnerbeschwerden und fehlender Prüfungen im Vorfeld verschoben. Die rechtlichen Fragen, so Christine Schulte-Hofmann, würden derzeit geprüft. Den Mitgliedern des Verkehrsausschusses, die die komplette Sperrung bereits seit mehr als einem Jahr fordern, werde in ihrer Sitzung am 12. November, eine entsprechende Drucksache vorgelegt.

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