Kultur

Iserlohner Musikszene versammelt sich im Zelt

Der Nachwuchs hatte am Sonntag das Sagen beim „Pottkieken“ – leider nur mit geringer Resonanz.

Der Nachwuchs hatte am Sonntag das Sagen beim „Pottkieken“ – leider nur mit geringer Resonanz.

Foto: Max Winkler

Iserlohn.   Trotz des abwechslungsreichen „Pottkieken“-Programms bleibt die Resonanz unter den Erwartungen.

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Ratlosigkeit bleibt bei Bernd Graf nach dem zweiten „Pottkieken“-Festival am Seilersee zurück. Nachdem er die konstruktive Premieren-Kritik umgesetzt, mehr Werbung gemacht und auf Parallelveranstaltungen Rücksicht genommen hatte, war die Besucherresonanz auch am vergangenen Wochenende wieder nicht überragend. Am Programm jedenfalls kann es nicht gelegen haben, denn Graf hatte für jeden Geschmack und jede Altersgruppe etwas zu bieten. Und auch der Ort des Geschehens, der Parkplatz vor dem Restaurant, kann kein Grund für das Wegbleiben gewesen sein. Dennoch lässt der „Pottkieken“-Vater die Ohren nicht hängen und will im kommenden Jahr das Trio vollmachen. „Aller guten Dinge sind drei“, sagt er.

Pottkieken 2018

Die Iserlohner Musikszene hat sich am Wochenende unter dem Zeltdach am Seilersee versammelt.
Pottkieken 2018
Christian Penn

Mit „Rock-Club“ war der Freitagabend überschrieben, und da bekam das Publikum sämtliche Facetten von schmusig bis brachial präsentiert. Das Duo „jaSicher“, bestehend aus Andy Schade und Stefan Widholt, eröffnete das Programm. „Wir wollten mal so 20 Songs zum Chillen spielen“, kündigte Schade an. Herausgekommen ist ein Mix aus älteren und neuen Songs wie Mike & the Mechanics „Over My Shoulder“, Bill Withers „Ain’t No Sunshine“ oder Coldplays „Viva La Vida“. Eine ganz andere Art des Rocks haben die „Kilkenny Bastards“ dem Publikum serviert, nämlich Irish Folk gepaart mit punkigen Elementen. Sehr zur Freude der Zuschauer, die das nur mäßig gefüllte Zelt in diesem Fall gerne zum Tanzen genutzt haben. Knallhart dagegen die dritte Band des Abends: „The Colts“ haben gleich zu Beginn ihrer Show Vollgas in Sachen Hardrock gegeben und wohl so viel Freude daran gefunden, dass sie anstatt der vereinbarten 80 fast 120 Minuten Vollgas gegeben haben.

„Mir hat es Freitag sehr gut gefallen, weil wirklich für jeden Geschmack etwas dabei war. Mir persönlich haben die ,Kilkenny Bastards’ am besten gefallen, weil sie auch eine Geige und andere Instrumente dabei hatten“, erzählte Ferdinand Deuter (43) am Samstag. Er sei spontan noch einmal zum See gefahren, weil ihn das Programm des „Come Together“-Abends ebenfalls interessiert habe. „Schade, dass nicht mehr Leute da sind, am Eintritt kann es nicht liegen“, wunderte sich der gebürtige Iserlohner, der seit 15 Jahren in Dortmund lebt.

Der Titel „Come Together“ brachte es auch am Samstag wieder auf den Punkt. Mit „Headshrinker“ und „Social Club“ hatte Bernd Graf zwei Bands engagiert, die zwar die Lieder anderer nachspielen, ihnen aber auch eine eigene Note geben. Die Musiker von „Social Club“ wurden lautstark zu einer Zugabe aufgefordert, die es mit „What’s Up“ von „4 Non Blondes“ auch gab. Kaum war der Song zu Ende, ertönten schon die nächsten Rufe, die aber unbefriedigt blieben.

Grandiose Show rund um Rod Steward

Schließlich sollte der Zeitplan eingehalten werden für den Höhepunkt des Festivals. Mit „Sound of Steward“ haben Bernd Graf und seine Mitstreiter eine grandiose Show abgeliefert. Dutzende Jahre Bühnen- und Banderfahrung waren da unter dem Zeltdach vereint, und hauptsächlich waren es Iserlohner Urgesteine. Neben Graf, der hinter dem Schlagzeug Platz nahm, waren Reiner Burmann, Marc Mennigmann, Jörg Schmitz, Dietmar Gröhlich, Tibbi Kühn, David Tobin und Silke Schmiemann mit an Bord, als der Schwerter Robin Stone „ältere und noch ältere Songs von Rod Steward“ an den Seilersee brachte. Dazwischen brillierten Silke Schmiemann und Tobin als Solisten mit Stücken beispielsweise von Tina Turner.

Der Sonntag stand schließlich im Zeichen des Nachwuchses. Der blieb aber leider weitestgehend unter sich. Nur wenige Eltern, Lehrer, Verwandte, Mitschüler und Freunde waren gekommen. Schade, denn jede einzelne Gruppe war sehens- und hörenswert. „Die hätten ein volles Zelt verdient“, erklärte auch Monika Herdner (32), deren Patenkinder zwischenzeitlich auf der Bühne standen.

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