Mondfieber

Iserlohner Nadeln als Weltraumsouvenirs

Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel (li.) und Sarah Lieneke vom Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen stellen die Ausstellung „Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber" und den Katalog vor.

Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel (li.) und Sarah Lieneke vom Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen stellen die Ausstellung „Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber" und den Katalog vor.

Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.  Das Stadtmuseum zeigt bis zum 28. Juni die Wanderausstellung „Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber“.

Das Nadelmäppchen der Iserlohner Firma Prym, das der Iserlohner Wissenschaftsastronaut Ulrich Walter 1993 auf seiner D1-Mission mit ins All nahm, gehört zu den besonderen Schmuckstücken der neuen Ausstellung „Sommer 1969 – Westfalen im Mondfieber“ im Stadtmuseum. Und Autogramm-Karten des einzigen westfälischen Astronauten im Weltraum.

Nach Stationen in Münster, Bergkamen, Lüdenscheid, Bielefeld und Lippstadt sind diese Exponate jetzt wieder in Iserlohn zu sehen. Die Wanderausstellung des Landschaftsverbandes Westfalen dokumentiert die Mondlandung vor 50 Jahren und die damit einsetzende internationale Raumfahrtbegeisterung und Faszination für das Weltall, aber auch die Schattenseiten, den Wettstreit in Ideologie und Technik vor dem Hintergrund des Kalten Krieges.

Die Ausstellung beleuchtet auch das Leben und Wirken des deutschen Raketenpioniers Wernher von Braun, der für viele als der deutsche Beitrag zur Mondlandung galt. Er verbrachte zwei Drittel seines Lebens in den USA und war verantwortlich für die Entwicklung der „Vergeltungswaffe“ (V 2), die den Grundstein für spätere Trägerraketen legte.

Die Produktion der V2 forderte während des Zweiten Weltkrieges viele Opfer, wie anhand von Kartenmaterial zu sehen ist. „Die Ausstellung erinnert auch an die Opfer der deutschen Rüstungsindustrie, unter ihnen waren viele Zwangsarbeiter“, verweist Sarah Lieneke auf eine Vitrine mit KZ-Häftlingskleidung.

Zu den Hinguckern gehören spektakuläre Aufnahmen aus dem Weltraum, echter Mondstaub, Astronautenanzüge, Spielzeugraketen, Briefmarken und Münzen mit unterschiedlichsten Motiven zur Eroberung des Weltraums. Und Perry-Rhodan-Hefte, -Hörspiele und -Filme.

„Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“ Mit diesen berühmt gewordenen Worten beschrieb der amerikanische Astronaut Neil Armstrong, dessen Vorfahren aus Ladbergen in Westfalen stammten, am 21. Juli 1969 den Moment, als der erste Mensch einen Fuß auf den Mond setzte.

Wettlauf zwischen den Großmächten

Das LWL-Museumsamt zeichnet in der kulturgeschichtlichen Wanderausstellung die historischen und politischen Entwicklungen mit dem Wettlauf zwischen den beiden Großmächten USA und Sowjetunion bis hin zur Mondlandung nach, gibt technisch-naturwissenschaftliche Einblicke in das Thema und arbeitet auf, wie die Mondlandung hierzulande aufgenommen worden ist. Oder aber an der Costa Brava, wo ein deutscher Tourist seine Heimatzeitung mit einem Bericht über die Mondlandung in die Kamera hält.

Apollo-Kochschürze und Weltraumspielzeug

Die Ausstellung präsentiert auch Dinge, die den Betrachter zum Schmunzeln bringen, wie eine Apollo-Kochschürze, Weltraumspielzeug und -spiele. Eine Selfie-Station lädt die Besucher ein, sich im Guckloch eines Astronauten-Anzuges zu fotografieren.

Zur Ausstellung ist ein reich bebilderter Katalog erschienen, der im Stadtmuseum für 14,90 Euro erhältlich ist. Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel bedauert, dass aufgrund der bestehenden Corona-Schutzverordnungen geplante Führungen ausfallen müssen. „Wir hatten ein museumspädagogisches Begleitprogramm vorbereitet, das nicht stattfinden kann. Aber für die Kinder gibt es Bastelmaterialien zum Mitnehmen“, lädt sie dazu sein. Mitnehmen dürfen sich Besucher auch ältere Perry Rhodan-Hefte, die ausliegen.

Die Ausstellung ist bis zum 28. Juni zu sehen. Die Museumsbesucher sollten Masken tragen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben