Coronavirus

Iserlohner Reinigung und Taxiunternehmen tun sich zusammen

Brigitte Brantsch bietet jetzt die Lieferung gereinigter Kleidung per Taxi an.

Brigitte Brantsch bietet jetzt die Lieferung gereinigter Kleidung per Taxi an.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.  Kundenservice einerseits, Existenzsicherung auf der anderen Seite: Ein Iserlohner Reinigung bietet die Lieferung per Taxi an.

Bevor der offizielle Lockdown in Kraft getreten war, kamen hauptsächlich noch ältere Kunden in Brigitte Brantschs Reinigung an der Wasserstraße. Und genau denen möchte sie nun helfen, damit sie nicht extra das Haus verlassen müssen, um die gesäuberte Kleidung in der Innenstadt abzuholen.

„Ich habe mit einem Taxiunternehmen gesprochen, gemeinsam bieten wir jetzt einen Lieferservice an“, erklärt die 62-Jährige, die keinen Hehl daraus macht, dass es ihr dabei nicht nur um die Kunden, sondern auch um das eigene Überleben geht. „Ich wollte schon noch ein paar Jahre durchhalten“, sagt sie.

Im vergangenen Jahr hatte Brigitte Brantsch noch von 9 bis 19 Uhr regelmäßig allein in der Reinigung gestanden, jetzt arbeiten zwei geringfügig Beschäftigte und seit Januar auch eine weitere Angestellte für sie. „Die sitzen schon zu Hause“, so die Unternehmerin, die selbst auch Sorge vor einer Corona-Infektion hat, aber nun die Stellung hält. Ihre Öffnungszeiten hat sie bereits eingeschränkt, hofft aber durch den neuen Lieferservice, dass die Kunden ihr treu bleiben. „Auch wenn es für sie mit Mehrkosten verbunden ist.“ Denn die Taxifahrten kommen auf die Reinigungskosten noch „obendrauf“. Auch wenn es so für die Kunden teurer würde – die könnten mit der Nutzung des Services gleich zwei Unternehmen durch die Krise helfen.

Die laufenden Kosten müssen gezahlt werden

27 Jahre betreibt Brigitte Brantsch ihre Reinigung nun bereits, doch eine solche Situation hat sie – wie alle anderen auch – noch nicht erlebt. Eine erst vor kurzem angeschaffte Maschine muss noch zu Ende abgezahlt werden, auch die laufenden Kosten schlagen weiter zu Buche. „Ich will mit meinem Vermieter Kontakt aufnehmen“, kündigt sie an. Und betont: „Wäre doch schrecklich, wenn nach der Krise die halbe Innenstadt leer stehen würde, oder?“

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