Corona-Pandemie

Iserlohner Schüler mobil auf das Virus getestet

Heike Meinken, Dr. Julika Bergenthal und Dr. Kerstin Kötter (v. li.) vom Kreisgesundheitsamt haben gestern Vormittag die Abstriche an der mobilen Teststation auf dem Hemberg-Parkplatz genommen.

Heike Meinken, Dr. Julika Bergenthal und Dr. Kerstin Kötter (v. li.) vom Kreisgesundheitsamt haben gestern Vormittag die Abstriche an der mobilen Teststation auf dem Hemberg-Parkplatz genommen.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.  Nicht alle der Betroffenen sind auf dem Hemberg-Parkplatz erschienen, um den Abstrich nehmen zu lassen.

94 Schüler und sämtliche Lehrer der Martin-Luther-Hauptschule sollten am Donnerstagvormittag auf dem Hemberg-Parkplatz an einer mobilen Teststation auf Covid-19 getestet werden.

Wie bereits berichtet, hatte es am Montag für eine Lehrerin und eine Sozialpädagogin ein positives Testergebnis gegeben. Bei ihnen war im Rahmen der 14-tägigen Untersuchung für Beschäftigte an Schulen am vergangenen Freitag ein Abstrich genommen worden. Nachdem die Ergebnisse bekannt geworden waren, wurden 94 Schüler und ein Dutzend Lehrer unter Quarantäne gestellt.

Enger Kontakt mit dem Kreisgesundheitsamt

Oliver Dege, Leiter der Martin-Luther-Schule, sagt: „Wir haben einen sehr engen und guten Kontakt zum Kreisgesundheitsamt.“ Als klar war, dass es zwei positive Tests an der Schule gibt, haben Dege und seine Kollegen sämtliche Kontaktdaten der in Frage kommenden Schüler an die Behörde weitergegeben.

Das Problem: Viele der Telefonnummern waren nicht mehr aktuell. „Die Kollegen geben im Moment alles“, betont Dege. Sozusagen in Detektivarbeit haben die Lehrer schlussendlich die Nummern zusammengetragen.

Dass dann am Donnerstag mindestens ein Dutzend der Schüler, die hätten getestet werden sollen, einfach nicht erschienen sind, hat aus Deges Sicht zweierlei Hintergründe. Auf der einen Seite haben mehr als zwei Drittel seiner Schüler einen Migrationshintergrund. Daher hätten sie womöglich nicht verstanden, was sie zu tun haben und welche Bedeutung der Test hat. „Wir haben auch viele noch einmal angerufen und versucht, ihnen alles zu erklären“, so der Schulleiter. Auf der anderen Seite sei es vermutlich für einige der Jugendlichen problematisch gewesen, zum Hemberg zu gelangen. Wer unter Quarantäne steht, darf bekanntlich nicht in einen Bus steigen. „Und wenn beispielsweise das einzige Auto, das die Familie besitzt, am Vormittag wegen der Arbeit des Vaters nicht zur Verfügung stand, war es für einige schwierig“, sagt Oliver Dege.

Er würde sich einen mehrsprachigen Flyer rund um Corona wünschen, um die Schüler möglichst gut, einfach und schnell informieren zu können. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Ursula Erkens, Sprecherin des Märkischen Kreises, dass es auf den Internetseiten übersetzte Informationen gebe. Und sie sagt, dass diejenigen, die am Donnerstagvormittag nicht an der Teststation aufgetaucht sind, von den mobilen Teams zu Hause aufgesucht würden. Eltern könnten als Kontaktperson einer Kontaktperson übrigens nicht pauschal unter Quarantäne gestellt werden, das sehe die Verordnung nicht vor.

Oliver Dege erzählt, dass der Stundenplan nun für die Zeit der Quarantäne umgestellt worden sei. „Wir haben eine Mischung aus Homeschooling und Präsenzunterricht“, erklärt er. Das laufe „erstaunlich gut“ – eben weil seine Kollegen sich besonders engagierten. Da die Hauptschüler selten Tablets besitzen, würden für digitale Kommunikation zu 100 Prozent Mobiltelefone eingesetzt. „Wir haben Chatgruppen, die Schüler können auch mit uns telefonieren“, so Dege.

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