Tierschutz

Iserlohner Tierheim platzt aus allen Nähten

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Das Iserlohner Tierheim ächzt derzeit unter einer wahren Katzenschwemme.

Das Iserlohner Tierheim ächzt derzeit unter einer wahren Katzenschwemme.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.  Nicht nur wegen einer Bewohnerschwemme, sondern auch wegen steigender Energie- und Personalkosten hat der Iserlohner Tierschutzverein Probleme.

Beschlagnahmungen, Überforderung, mangelnde Verhütung: Die Gründe für die Massen an Katzen und Kaninchen, die derzeit, wie berichtet, im Tierheim betreut werden müssen, sind vielfältig. „Sie sind schnell an- und genauso schnell wieder abgeschafft“, sagt Sabine Hammer, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Iserlohn und Umgebung.

Zahlreiche Katzen seien als Fundtiere an die Hugo-Schultz-Straße gekommen, dann habe es eben auch Sicherstellungen von einmal neun und einmal zwölf Samtpfoten aus nicht artgerechter Haltung gegeben. „Auch der Internethandel macht uns das Leben schwer“, erzählt Sabine Hammer und verweist auf die Rassekatzen-Mischlings-Babys, die in Altena ausgesetzt wurden. Sie vermutet: „Die ist jemand nicht losgeworden, unter anderem hatten sie auch Giardien.“ Und diese Parasiten verursachen beispielsweise Durchfälle, die behandelt werden müssen.

Die Verantwortlichen sehen sich häufig als „Plan b“, wenn Halter ihre Tiere loswerden möchten. Um so dankbarer sind sie, wenn Einrichtungen in der Region, die nicht so überfüllt sind, Bewohner zu sich holen. „Das Tierheim Lüdenscheid hat uns in letzter Zeit immer wieder Katzen abgenommen“, erzählt Sabine Hammer. Warum sich die Lage in der Nachbarschaft nicht ganz so prekär gestaltet wie in Iserlohn, das vermag auch sie nicht zu sagen.

Allein die Gaskosten verdoppeln sich

Der wachsenden Bewohnerzahl des Tierheims stehen sinkende Finanzen gegenüber. „Klar, dass auch wir Post von den Stadtwerken bekommen haben“, sagt die Vereinsvorsitzende. Allein die Kosten für Gas lägen künftig doppelt so hoch. Im kommenden Jahr erwartet Sabine Hammer auch die Anhebung des Mindestlohns – etwa 25.000 Euro mehr, die ausgegeben werden müssten. „Bisher war das Ganze schon defizitär, pro Jahr kostet das Tierheim zwischen 600.000 und 650.000 Euro“, so die Chefin des Vereins, der nach ihren Angaben alles in das Tierheim stecke.

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Die Unterstützung der Kommunen, die Tiere in das Heim einliefern ließen, reiche bei Weitem nicht mehr aus, weshalb die Vereinsverantwortlichen nun an einige von ihnen, unter anderem die Stadt Iserlohn, herangetreten seien und sich für Erhöhungen stark gemacht hätten. „Sonst ist das nicht mehr tragbar“, unterstreicht Sabine Hammer. Sie nennt nur einige Beispiele für Investitionen der jüngsten Vergangenheit: Ein Multifunktions-Gehege wurde durch die Verbindung zweier Räume geschaffen, etwa 35.000 Euro hat das gekostet. Die Hundewiese musste neu eingezäunt werden, und auch das Taubengehege habe eine Modernisierung benötigt. Als Nächstes sei eines der Katzengehege an der Reihe, um Bewohnern, Mitarbeitenden und Interessierten möglichst helle, praktische und ansehnliche Räume bieten zu können.

Personal wurde bereits abgebaut

Der Gebäudebestand ist eben 50 Jahre alt, da fielen immer wieder Arbeiten und Sanierungen an, so Sabine Hammer. Um das Energiesparen wie beispielsweise durch die Installation einer Photovoltaikanlage mache man sich Gedanken, aber auch das müsse eben geplant, realisiert und vor allem finanziert werden. „Wir haben, obwohl wir schon sehr auf Kante genäht sind, bereits Personal abgebaut“, macht die Vorsitzende zudem deutlich.

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