Schillerplatz

Jahrhundertprojekt ist in Gefahr

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Foto: Michael May

Iserlohn.   Bodenuntersuchungen haben ergeben, dass die Fläche unter dem Schillerplatz offenbar zu weich für eine neue Bebauung ist. Der Rat wird informiert.

Der Boden unterm Schillerplatz ist offenbar zu weich für eine massive Bebauung für das Projekt „Neuer Schillerplatz“. Eine bis zu 20 Millionen teure Gründung wird nötig sein, wenn das Jahrhundertprojekt doch noch entstehen soll. Das ist das Ergebnis einer Bodenuntersuchung unter dem 4700 Quadratmeter großen Areal, deren Ergebnisse im Rathaus vorliegen.

Wenn sich heute der Aufsichtsrat der Schillerplatz GmbH mit der Geschäftsführung der Gesellschaft zur Wochenendarbeit am Jahrhundertprojekt trifft, wird diese schlechte Nachricht die Zusammenkunft überschatten.

Gefahr im Untergrund war immer wieder ein Thema

Das Risiko, dass über den alten Bergbauschächten eine neue Gründung erforderlich sein könnte, war immer wieder diskutiert worden. Jetzt scheint diese Befürchtung Gewissheit zu sein.

Für einen potenziellen Investor, den die Stadt im Frühsommer mit einer europaweiten Ausschreibung suchen wollte, wäre das Investment angesichts der notwendigen, bis zu 20 Millionen Euro teuren Vorarbeiten ein schwer zu kalkulierendes Risiko. Für die Stadt, die Eigentümerin der Karstadt-Immobilie ist, wirft das die Frage auf, inwieweit die Pläne für den Investorenwettbewerb, die noch vor Ostern den zuständigen Ausschüssen und dem Rat zur Beratung vorgelegt werden sollten, jetzt noch eine Zukunft haben können.

Nach den Vorstellungen von Stadtbaurat Thorsten Grote sollte ein möglicher Investor auch die Karstadt-Immobilie von der Stadt Iserlohn übernehmen. Ob abgerissen und neu gebaut, oder im Bestand renoviert werden solle, hätte der Wettbewerb erbringen sollen, hat Grote in einem Gespräch mit der Heimatzeitung vor einigen Wochen erklärt. Interessiert am Projekt, so Grote damals, seien einige Unternehmen, die als Projektentwickler arbeiten.

Über den neuen Stand der Dinge und die Risiken, die sich aus der Untersuchung des Untergrundes ergeben haben, der von alten Bergbauschächten aus dem 19. Jahrhundert durchzogen ist, wird heute der Aufsichtsrat der Schillerplatz GmbH informiert. Am Samstag nächster Woche will man dann den Stadtrat aufklären, der sich zum Workshop zur Gestaltung des Schillerplatz-Areals versammeln soll. Wie riskant es offenbar ist, auf dem Schillerplatz zu bauen, wussten schon die alten Iserlohner. 1872 musste auf der alten Lehm-kuhle, wie der Schillerplatz früher hieß, eine erst wenige Jahre zuvor errichtete katholische Kirche wieder abgerissen werden.

Wie es mit dem Schillerplatz weitergehen soll? Mit den neuen Erkenntnissen wird die Verwaltung das Thema Investorenwettbewerb neu denken. Im Gespräch, so heißt es, ist auch, dass die Stadt oder eine ihrer Tochtergesellschaften das Areal in Eigenregie entwickelt.

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