Politik

Jugendliche wollen mitreden

An denMesseständen wurden die vielen Partizipationsprojekte, die es bereits in Iserlohn gibt, vorgestellt.

Foto: Michael May

An denMesseständen wurden die vielen Partizipationsprojekte, die es bereits in Iserlohn gibt, vorgestellt. Foto: Michael May

Iserlohn.   Erster „Jugendpolitik-Kongress“ des KiJuRats lockt viele Schüler ins Parktheater

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„Wenn mir einer sagt, Jugendliche würden sich nicht für Politik interessieren, dann kann ich ihm nach heute einfach nicht mehr zustimmen“, sagt eine zufriedene Petra Lamberts kurz vor Ende des ersten „Jugendpolitik-Kongresses“ im Parktheater. Auf der Bühne läuft gerade noch die abschließende Plenumsdiskussion mit den heimischen Politikern, mittlerweile ist die Galerie allerdings schon deutlich leerer als noch am Mittag. Da folgten noch hunderte Schüler der Begrüßungsrede von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens.

Ein Zeichen zuGunsten der Demokratie

Er als Schirmherr freute sich über die große Beteiligung an diesem Tag, der ein „Zeichen zu Gunsten der Demokratie und für eine offene Diskussion“ sei. Im Januar war der Kinder- und Jugendrat mit dem Konzept für den „Jugendpolitik-Kongress“ mit dem Namen „Wir müssen reden“ bei ihm vorstellig geworden, elf Monate später wurde der Plan – auch dank der Finanzierung durch den „Kulturrucksack NRW“ – Realität.

Ziel der Veranstaltung: Jungen Menschen eine Möglichkeit geben, mit Vertretern der Politik ins Gespräch zu kommen und Wünsche zu äußern. Dafür gab es gleich mehrere Ansätze. Zum einen in Form einer Messe, bei der die vielen Partizipationsprojekte, die bereits angeboten werden, vorgestellt wurden und zum anderen mit einer Living-Library, also frei übersetzt mit „lebendigen Büchern“, wo Schüler die heimischen Politiker für einige Minuten zu bestimmten Themen ins Kreuzverhör nehmen konnten. „Dabei hat es sehr gute Gespräche mit den Jugendlichen gegeben“, lobte Detlef Köpke von der FDP. Auch Manuel Huff von den Linken freute sich über das große Interesse der Schüler – auch, wenn es zum Ende der Veranstaltung doch etwas abnahm.

Allerdings waren da ja auch schon die drei großen Diskussionsrunden mit den Themen „Politik & Schule“, „Diskriminierung“ und „Nachhaltigkeit, Natur & Umwelt“ gelaufen – und das mit großem Erfolg. Vor allem bei der Thematik „Politik & Schule“ ging es sehr rege zu, nicht zuletzt, weil das Theodor-Reuter-Berufskolleg vor dem Aus steht. Der Grund: Dem neben der Fachhochschulreife vermittelten Ausbildungsabschluss in Elektro-, Metall- und IT-Berufen wird die Anerkennung verweigert. Eine Katastrophe für das Berufskolleg – und die Schüler, von denen einige gekommen waren, um ihrem Ärger Luft zu machen. „Es ging aber auch viel um die Ausstattung und Digitalisierung der Schulen und zu guter Letzt als Sahnehäubchen auch um G8 und G9“, berichtete Thorsten Schick bei der Abschlussrunde.

In Sachen Nachhaltigkeit waren Massentierhaltung und E-Mobilität die bestimmenden Themen für die Jugendlichen, die mit Julia Wenzel (Sprecherin Grüne Jugend), Dr. Bernd Schulte (CDU) und Mio Kuschick (Jugenddelegierter der UN-Generalversammlung 2017) diskutierten. In der dritten Runde ging es darum, wie man Diskriminierungen jeglicher Art verhindern kann und welche Gefahr Ghettoisierung haben kann.

Wünsche und Forderungen an den Bürgermeister

Damit all diese Gedankengänge nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten, wurden von allen Runden Protokolle angefertigt und im Anschluss an Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens übergeben. Genauso wie eine Holzskulptur, auf der die Jugendlichen Wünsche und Forderungen verewigen konnten. Die reichten von „Weniger Hausaufgaben“ über „Flüsse sollen sauberer werden“ bis hin zu „mehr Spielgeräte in den Schulen“.

Wie und was in den kommenden Wochen und Monaten nun von diesen Wünschen und Forderungen umzusetzen ist, muss selbstverständlich noch geprüft werden. Dass die Jugendlichen in Iserlohn aber auf jeden Fall in vielen Dingen eine klare Meinung haben und auch gerne in der Politik mitreden ist spätestens seit dem ersten – und wohl auch nicht letzten – „Jugendpolitik-Kongress“ klar.

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