Seilersee-Nacherholung

Jungfernfahrt und Junggesellinnenabschied

Der reichliche Nachwuchs bei den Kanadagänsen und anderen Seevögeln im Naherholungsgebiet Seilersee erfreut in diesen Tagen viele Spaziergänger.

Der reichliche Nachwuchs bei den Kanadagänsen und anderen Seevögeln im Naherholungsgebiet Seilersee erfreut in diesen Tagen viele Spaziergänger.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Das Seilersee-Naherholungsgebiet lockt Ausflügler aus nah und fern mit Bootsverleih, Boulebahnen und Minigolfanlage an.

Wenn es nach den Autokennzeichen geht, die am Wochenende auf den Parkplätzen am Seilersee zu sehen waren, ist klar erkennbar: Nicht nur für die Iserlohner, sondern auch für Besucher aus Hagen, dem Kreis Unna, Dortmund, Hannover, Wiesbaden und dem Rheinland ist der Seilersee ein beliebtes Ausflugsziel.

Und in der Tat: Modellbootfans aus Iserlohn, Hemer, Werl und Lüdenscheid ließen ihre Speedboote und Yachten am unteren See zu Wasser und freuten sich über die guten Bedingungen in Iserlohn. Einige waren zuvor am Hexenteich in Menden vertrieben worden. Daniel Brockmeier aus Werl ließ seine Kutteryacht „Robbe Paloma“ auf Jungfernfahrt ins Wasser.

„Ich kenne den See aus Kindheitstagen, weil mein Vater hier beruflich unterwegs war“, erzählt der 43-jährige Kundendienstmonteur. Er frönt dem Hobby Modellboot seit seiner Kindheit und hat damit jetzt auch seine 35-jährige Frau Diana angesteckt. „Was für ein schönes Seegebiet“, gerät sie ins Schwärmen. „Wir sind das zweite Mal hier und kommen sicher wieder.“

Lebensraum für Wasservögel und andere Tierarten

„Liebe Modellbootfahrer! Dieses Gewässer ist Lebensraum von Wasservögeln und anderen Tierarten“, steht auf dem Schild neben dem Bootssteg. Einen Steinwurf entfernt halten mehrere Kanadagänse-Familien in der Sonne und dem Gras ihre mittägliche Siesta. Um die ausgewachsenen Gänseeltern scharren sich jeweils um die zehn süße Küken, die keine Angst vor den vorbei laufenden Spaziergängern zu haben scheinen. Auch nicht vor den Hunden, die mit Frauchen und Herrchen an der Leine vorbeiziehen.

„Nehmen Sie dabei besonders Rücksicht. Insbesondere in der Brut- und Aufzuchtzeit ist es zwingend geboten, einen ausreichenden Abstand mit den Modellbooten (besonders mit den Speedbooten) zu den Wasservögeln einzuhalten“, appelliert die Stadt an die Freizeitkapitäne. „Nur so helfen Sie mit, die Natur und die Tiere zu schützen!“

Am Bootsverleih machen die Pächterin Regina Bohm und ihre Freunde elf Boote für die Saison startklar. Seit 2000 führt die den Bootsverleih und bietet dabei neben Getränken Eis und Bratwürstchen an. Die 59-jährige Betreiberin freute sich über ihre Stammgäste, die sich Kaffee und Kaltgetränke genehmigten. Unter ihnen Margret und Günter Wittenburg. Die 87-jährige Iserlohnerin betont: „Der Seilersee ist ein Stück Heimat.“ Ihr 88-jähriger Mann sekundiert: „Hier haben wir 1978 mit dem Lauftreff angefangen.“

Ein Rentner am Nachbartisch holte schmunzelnd einen Zollstock hervor und bat seine Tischnachbarn: „Geht noch etwas auf Abstand.“ Das taten sie ohne zu protestieren. Stattdessen prosteten sie ihm mit Flaschenbier und Kaffee zu.

Schwimmwesten für die kleinen Freizeitkapitäne

Junge Familien und Pärchen mieteten sich ein Tretboot oder ein Ruderboot. Die Kinder erhielten vor dem Einsteigen eine Schwimmweste, und die Erwachsenen Instruktionen, die Absperrung zur Vogelinsel einzuhalten. Apropos: Die Seevögel und ihr Nachwuchs sowie die gefiederten Bewohner der Voliere erfreuten die Spaziergänger und Freizeitsportler am Seilersee.

Benedikt Dörr (24) und seine Freundin Miriam Hennig (23) genießen eine halbstündige Fahrt mit dem Tretboot. „Da kann man den Alltagsstress schön hinter sich lassen“, verrät der Iserlohner Einzelhandelskaufmann. Zu seiner Freundin unterhielt er vor Corona eine Fernbeziehung. Coronabedingt ist die Studentin aus Innsbruck „seit März in Iserlohn gestrandet“. Das empfinden beide als großes Glück.

Mit ihren Freundinnen testet Erzieherin Pia Baway (27) ihre Treffsicherheit auf dem Minigolfplatz. Die Iserlohnerin heiratet am 29. Mai Marius Riepe. Seine Schwester Kira hatte für ihren Junggesellinnenabschied fünf Iserlohner Stationen organisiert.

Unter der Seebrücke trafen sich am Sonntagmorgen wie an jedem Sonntag und Mittwoch die Boulespieler. Die meisten von ihnen spielten mit Mundschutz.

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