Parktheater

Kabarett mit einem Hauch Jamaika-Reggae

Die Show „Schlag auf Schlag“

Foto: Daniel Reiners

Die Show „Schlag auf Schlag“ Foto: Daniel Reiners

Iserlohn.   Die Radio-Show „Schlag auf Schlag“ besticht im Parktheater durch Aktualität und Bodo Wartke

„Bin ich der Einzige, der heute so einen Hauch von Jamaika Reggae in der Jazzband spürt?“, fragt Axel Naumer während des Warm-Up ins voll besetzte Parktheater. Der Moderator und Autor der WDR-5-Radiosendung „Schlag auf Schlag“ und sein Team hatten zwischen den ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl und dem Beginn der Show nur knapp eine Stunde Zeit, um die aktuellsten Entwicklungen in das abendfüllende Programm mit einfließen zu lassen. Und darum geht es auch bei der vier Mal jährlich ausgestrahlten Radioshow: Von Kabarett und Hörspielen über fein definierte Jazzmusik bis hin zu Gaststars und Solisten „geht man bis zum Ende auch stets auf aktuelle Ereignisse ein.“

Showorchester stimmtedas Publikum ein

Eingestimmt wurde das Publikum mit einer atmosphärischen Jazzkulisse, dargeboten vom gleichnamigen „Schlag-auf-Schlag-Showorchester“, das neben der Radioshow unter Anderem auch für die NDR-Fernsehsendung „Intensiv-Station“ seit vielen Jahren aktiv ist. Anschließend stellte die Rollenspielerin und Diplom-Animatöse Christine Prayon gespickt mit reichlich Pointen und komisch eingeflochtenen Falschmeldungen die „Biografie“ des diesmaligen Showgastes vor: Bodo Wartke ist bekannter deutscher Kabarettist, Schauspieler und Musiker, der unter anderem mit über fünf Millionen Klicks auf YouTube zum Besten gehört, was es in diesen Sparten momentan in Deutschland zu bieten gibt. Lieder wie „Ja, Schatz“, das „Liebeslied (in allen Sprachen)“ oder das eher leise aber brandaktuelle „Das Land, in dem ich leben will“ waren es, die die Iserlohner gleichermaßen Freudentränen lachen und nachdenkliche Gesichter machen ließen. Im Letzteren, einer Dichtung auf eine bessere Welt, kann sich wohl jeder Mensch im einen oder anderen Punkt wiederfinden.

Wartke interpretiert Werke so, dass sie jeder versteht

Auch den Fragen zum persönlichen Werdegang stellte sich Wartke gekonnt komisch, erzählte unter Anderem von seiner Vorliebe, komplizierte Werke der Hochkultur so neu zu interpretieren, dass auch ein „Zeitgenosse“ das alles verstehen kann. Noch vor dem Auftritt des Pianisten gab es aber eine Darbietung der ganz besonderen Art: Keine Geringere als Bundeskanzlerin Angela Merkel gab sich die Ehre, mit einer musikalischen Einlage das Publikum zu animieren. Beim genauen Hinschauen wurde dann wohl doch klar, dass es sich um eine Doppelgängerin handeln musste. Antonia von Romatowski hat neben Merkel, Wagenknecht, Petry und Co. noch unzählige weitere Persönlichkeiten der Bundesrepublik im Repertoire. Im Outfit der Kanzlerin präsentierte sie dann eine neue Version der Nationalhymne – zum Amüsement der Zuschauer.

Moderator und Gäste sowie die ebenfalls fest zur Show gehörende Geräuschemacherin Nina Wurman und Hörspiel-Initiator Jean-Michel Räder kamen dann noch zum Live-Spiel „Das Schweigen der Kritiker“ zusammen, einem aberwitzigen Krimi über das mysteriöse Verschwinden mehrerer Theaterkritiker in und um den Märkischen Kreis, Gags über Bahn und benachbarte Ortschaften inklusive.

Radio-Show wird am Samstag auf WDR 5 ausgestrahlt

Ungewöhnlich war an diesem Abend vor allem die Tatsache, dass es sich um die Aufzeichnung einer Radioshow handelte, die im Kern eben nicht auf das Optische ausgelegt ist. Somit gab es immer wieder kleinere Hinweise und „Outtakes“ an das Publikum, beispielsweise nicht irritiert zu sein, wenn plötzlich mitten in der Show vom Mittwoch oder Samstag die Rede war. „Dadurch, dass wir erst in einer Woche ausstrahlen, bitte ich sie, unsere logistische Meisterleistung hier nach Möglichkeit mit zu tragen“, scherzte Moderator Naumer immer wieder an das Publikum.

Durch die verzögerte Ausstrahlung, die nächsten Samstag um 15.05 auf WDR 5 zu hören sein wird, hat dann also nochmals jeder die Möglichkeit, sich genau so unterhalten zu lassen wie die Iserlohner am Sonntag im Parktheater.

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