Eisenbahnunterführung

Kalthof und der Sommer 2019. . .

Am Bahnhof in Kalthof: Eine vorhandene Überquerungsstelle für Fußgänger soll während des Neubaus der Eisenbahnunterführung provisorisch verlängert werden.

Foto: Blesel

Am Bahnhof in Kalthof: Eine vorhandene Überquerungsstelle für Fußgänger soll während des Neubaus der Eisenbahnunterführung provisorisch verlängert werden. Foto: Blesel

Kalthof.  Zum Stand der Dinge beim Thema Eisenbahnunterführung antwortet der Bürgermeister der Vereinsgemeinschaft.

Mit einem offenen Brief an den Bürgermeister hat die Vereinsgemeinschaft Kalthof-Leckingsen-Refflingsen im Dezember nochmals versucht, im Zuge des Neubaus der Eisenbahnunterführung Leckingser Straße eine weitergehende Lösung beispielsweise mit einer separaten Röhre für Fußgänger und Radfahrer anzustoßen (wir berichteten). Mittlerweile liegt der Vereinsgemeinschaft ein Antwortschreiben von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens vor.

Darin kommt Dr. Ahrens zu dem Ergebnis, dass eine Projektierung und Realisierung eines solchen separaten Durchstichs wegen eines dreijährigen Planfeststellungsverfahrens nicht mehr vor und auch nicht während des nun für 2019 vorgesehenen Neubaus der Eisenbahnunterführung möglich sei – selbst wenn ein erforderlicher politischer Beschluss kurzfristig gefasst würde. Die Vereinsgemeinschaft hatte darauf gehofft, dass durch rechtzeitige Fertigstellung einer separaten Fußgängerröhre ein provisorischer Fußgängerüberweg über die Gleise im Bereich des Kalthofer Bahnhofs überflüssig werden könnte.

Dr. Ahrens: Gehweg wirdeinen Meter breiter

Dr. Ahrens vertritt in seinem Schreiben die Auffassung, dass auch die Lösung, wie sie die aktuelle Beschlusslage vorsehe, zu einer nachhaltigen Verbesserung der dortigen Verkehrssituation führe. So werde sich durch eine bessere Ausnutzung des vorhandenen Querschnitts die lichte Breite für den Fahrzeugverkehr um 70 Zentimeter vergrößern. Der Gehweg, so Dr. Ahrens, werde sogar rund einen Meter breiter, von aktuell 1,18 Meter auf 2,20 Meter.

In einer ersten Reaktion erblickt die Vereinsgemeinschaft derweil im Schreiben des Bürgermeisters keine wirkliche Perspektive, sondern eher ein Wiedergeben der aktuellen Situation und Planung, die aus Sicht der Vereinsgemeinschaft unbefriedigend bleibe. Kritisiert wird weiter, dass es seitens der Verwaltung bei vorangegangenen Gesprächen nicht deutlich kommuniziert worden sei, dass eine dreijährige Planungszeit für eine separate Fußgängerröhre erforderlich sei.

Der Bürgermeister erinnerte in seinem Schreiben daran, dass der Planungsausschuss bereits im Juni 2016 beschlossen habe, dass seitens der Stadt keine Aufweitung des Brückenbauwerks gewünscht werde. Zuvor hatte die Bahn mitgeteilt, dass die Eisenbahnunterführung Leckingser Straße die höchste Schadenskategorie aufweise und somit eine hohe Dringlichkeit bestehe, das Bauwerk komplett zu erneuern. Wesentlicher Grund für den Planungsausschuss, auf eine Verbreiterung des Bauwerks zu verzichten, war es, dass diese Kosten von der Stadt Iserlohn zu tragen gewesen wären.

Und bereits im September, so Dr. Ahrens, sei in den Ausschüssen darüber informiert worden, dass eine separate Fußgängerröhre nicht mehr zeitgleich mit der Realisierung der Maßnahme der Bahn möglich sei. In einer gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Verkehrsausschuss sei dann im November 2016 der Beschluss bekräftigt worden, dass kein Verlangen auf Verbreiterung des neuen Brückenbauwerks bestehe. Stattdessen solle die Verwaltung die mit der Bahn abgestimmte Querschnittsgestaltung weiterverfolgen – erweitert um die Anbringung eines Hochbords und eines Drängelgitters. Der Beschluss bedeutete im Ergebnis auch, dass der Bau einer separaten Fußgängerröhre nicht mehr weiter verfolgt wurde.

Diskussion um provisorische Fußgänger-Querung

Eine weitere „Baustelle“ war dann die Fragestellung, ob es nicht möglich sei, wenigstens für Fußgänger während der Bauzeit eine Querungsmöglichkeit der Bahnlinie einzurichten. Ursprünglich hatte die Bahn auch das nicht vorgesehen und beispielsweise für den Schülerverkehr Busse (über Hennen) vorgesehen. Ergebnis war es dann, dass im Bereich des Kalthofer Bahnhofs eine provisorische Fußgängerüberquerung mit provisorischer Treppe an der Böschung eingerichtet werden soll. Dass bedeutete wiederum, dass für die Bauzeit Kalthof Endstation für die Züge sein würde, während ursprüngliche Überlegungen vorgesehen hatten, den Zugverkehr nach Iserlohn auch während der Bauzeit aufrecht zu erhalten. Mit den nötigen Umplanungen begründete die Deutsche Bahn dann die Verschiebung des Projektes auf das Jahr 2019. Der Bau einer provisorischen Rampe (Barrierefreiheit) als Alternative zu einer Treppe wurde von der Bahn aus Kostengründen abgelehnt, stattdessen könnten Anwohner mit Mobilitätseinschränkung ein Anruftaxi nutzen (Kostenübernahme).

Auch sollen von der Bahn die Kosten übernommen werden, für die Löschgruppe Kalthof während der Vollsperrung der Leckingser Straße am Kalthofer Sportplatz ein provisorisches Gerätehaus (Zelt) einzurichten.

Aus Sicht des Bürgermeisters habe die Verwaltung nichts unversucht gelassen, die Beeinträchtigungen für die Kalthofer Bevölkerung während der Bauphase zu minimieren. Ob die Kalthofer das auch so sehen, darüber dürfte auch am Sonntag ab 11 Uhr beim Neujahrsempfang der Vereinsgemeinschaft im Restaurant Dröge-Adria gesprochen werden.

Der Bau-Fahrplan der Bahn: Die Bahn plant mit einer Bauzeit von rund drei Monaten im Sommer 2019. Die angemeldete Sperrzeit für die Leckingser Straße reicht von 24. Juni 2019 bis zum 13. September 2019.

Wegen der Vorbereitung der eigentlichen Bauarbeiten und dem anschließenden Straßenumbau geht die Verwaltung davon aus, dass die Leckingser Straße insgesamt für rund vier Monate voll gesperrt sein wird.

Aktuell stehen noch Abstimmungen mit den Leitungsbetreibern Westnetz und Stadtwerke Iserlohn aus. Wegen der nochmaligen Tieferlegung der Leckingser Straße werden auch umfangreiche Leitungsverlegungen notwendig. Welche Auswirkungen das auf die Zeitplanung hat, muss noch geklärt werden.

Während der Bauzeit wird der Bahnhof Kalthof Endstation für die Strecke Dortmund-Iserlohn.

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