Justizvollzugsanstalt

Kaum noch Hoffnung an der JVA

JVA-Anwohner, Mitglieder des Petitionsausschusses des Landes NRW, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs, der Stadt Iserlohn sowie der JVA-Leitung trafen sich im Dorfgemeinschaftshaus zu einem Erörterungstermin.

JVA-Anwohner, Mitglieder des Petitionsausschusses des Landes NRW, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs, der Stadt Iserlohn sowie der JVA-Leitung trafen sich im Dorfgemeinschaftshaus zu einem Erörterungstermin.

Foto: Tim Gelewski

Drüpplingsen.   Nach einem Gespräch mit Mitgliedern des NRW-Petitionsausschusses dürften Vorschläge der Mieter vom Tisch sein. Im Rat steht Weichenstellung an.

Die Parkplätze am Gemarkenweg sind verwaist, die meisten Türschilder und Briefkastenschlitze überklebt, Jalousien hängen unten, das Gras wuchert in den einst gehegten Gärten und Vorgärtchen. Am Schmerbruch teilweise ein ähnliches Bild, am Ende der Straße wartet ein Haufen Sperrmüll auf die Abholung. „Spuren von Leben“, sagt Hans-Erich Maus-Jahnke, einer der letzten Mieter der ehemaligen Dienstwohnungen, die wie berichtet dem Neubau der Justizvollzugsanstalt in Drüpplingsen weichen sollen.

In seinem Haus bekam Maus-Jahnke jetzt ungewöhnlichen Besuch: Mitglieder des Petitionsausschusses des Landes NRW, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs, der Stadt Iserlohn, der JVA-Leitung. Hintergrund ist eine Petition, die der Pensionär, ehemals Mitarbeiter der JVA, gemeinsam mit Wolfgang Krüger, ebenfalls Mieter, gestellt hat. Ziel war es, die Siedlung zu erhalten, wenn nicht ganz, dann zumindest in Teilen. Nach dem Treffen bei Maus-Jahnke wurde im Dorfgemeinschaftshaus der Sachstand erörtert.

Petitionsausschuss vor Ort, Gespräch „ernüchternd“

Das Ergebnis des Gesprächs ist aus Sicht des JVA-Anwohners „ernüchternd“: „Nun ist alle Hoffnung weg“, sagt er. Denn: Zuletzt hatten die verbliebenen Mieter einen eigenen Plan vorgestellt, den sie für den geplanten Neubau des Gefängnisses gemacht hatten. Das Bestreben war es, einen Teil der Einfamilienhäuser, mindestens die Bungalows am Gemarkenweg, zu erhalten.

„Das würde aber aus vielerlei Gründen nicht funktionieren“, erklärt nun Maus-Jahnke. Strom, Wasser, Fernwärme – die Wohnungen seien abhängig von der JVA. „Alles was hergerichtet werden müsste, würde viel länger dauern als der Auszugstermin.“

Folglich müssten sich diejenigen, die bleiben wollen, während der anstehenden Arbeiten eine Unterkunft für den Übergang suchen. „Wenn am Gemarkenweg in ein paar Jahren alles fertig wäre, habe ich mit Sicherheit woanders Wurzeln geschlagen“, sagt Maus-Jahnke zur eigenen Situation – von den aufzubringenden Umzugskosten ganz zu schweigen. „Das passt alles hinten und vorne nicht.“ Gegenüber dem langjährigen Landtagsabgeordneten Michael Scheffler (SPD) hat der Vorsitzende des Petitionsausschusses Serdar Yüksel (SPD) geäußert, nicht mit einem Bauabschluss vor 2026 zu rechnen.

20 der einst 44 Parteien haben indessen die Wohnungen und Häuser bereits geräumt. Fünf von 14 Parteien sind noch am Gemarkenweg verblieben, 19 von einst 30 sind es noch am Schmerbruch. Fast 150 Menschen seien laut Maus-Jahnke betroffen, der selbst 28 Jahre hier lebte und nun laut eigener Aussage begonnen hat, sich nach einer neuen Wohnung umzusehen.

Für die Stadt Iserlohn war Baudezernent Thorsten Grote bei dem Gespräch im Dorfgemeinschaftshaus dabei. Der sagt zum Sachstand: „Aktuell ist in der Diskussion, ob man die Hafthäuser künftig drei- statt zweigeschossig bauen könnte, um Wohnbauflächen zu erhalten.“ Dann allerdings müsste die Gefängnismauer möglicherweise höher gebaut werden – mit Folgen für das Ortsbild.

Beschlossen ist hier allerdings noch nichts. „Erst wenn der Aufstellungsbeschluss erfolgt ist, würde der Bau- und Liegenschaftsbetrieb das prüfen“, erklärt Thorsten Grote weiter. Den entsprechenden Beschluss zu fassen, wäre nun am 21. Mai Aufgabe des Stadtrats.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben