Städtefreundschaften

Kaum noch Kontakte zu Hall und Biel

Dies ist kein aktuelles Bild von Hall, der erste Schnee in Tirol ist aber bereits gefallen. Foto:Tourismusverband Hall Wattens

Dies ist kein aktuelles Bild von Hall, der erste Schnee in Tirol ist aber bereits gefallen. Foto:Tourismusverband Hall Wattens

Iserlohn.  Lebenszeichen sind bei den beiden Städtefreundschaften seit längeremFehlanzeige. Selbst zum Jubiläum wird es wohl keinerlei Aktivitäten geben.

Als Iserlohn kürzlich in Hamburg mit seinen Partnerstädten Chorzów (Polen) und Nyíregyháza (Ungarn) den ersten Preis für die lebendigste Städtepartnerschaft der Stiftung „Lebendige Stadt“ erhalten hat, erinnerte sich unser Leser Wolfgang Schmitz an die Städtefreundschaft mit Hall in Tirol. Schließlich besitzt der Iserlohner auch eine Gedenkmünze von 1987, die an das damals 20-jährige Bestehen der Freundschaft erinnert. Das mit der Münze liegt ja irgendwie auch auf der Hand, schließlich ist das kleine Städtchen bei Innsbruck einst eine bedeutsame Münzstätte für Tirol gewesen. 1967 also begründet, würde die Städtefreundschaft in diesem Jahr 50 Jahre alt. Aber gehört hat man von der Beziehung zu Hall lange nichts mehr.

Speckbacher Blasmusikbeim Schützenfest

Schon 1987 zum 20-jährigen Bestehen habe es keine größere Feierlichkeiten gegeben, so erinnert sich jedenfalls Wolfgang Schmitz. Möglicherweise sei die Sache wegen des damaligen Jubiläums von 750 Jahren Iserlohn etwas untergegangen. Schmitz hat einige alte „Bürgerschützen“ mit in die Redaktion gebracht. Demnach kamen die Kontakte durch ein Gastspiel der Speckbacher Blasmusik aus Hall beim Schützenfest zustande. Es folgten weitere regelmäßige Gastspiele, insbesondere der frühere Brauereichef Dr. Alfons Sebastian Maier engagierte sich dafür, dass es zu einem offiziellen Band zwischen Iserlohn und Hall kommen sollte. Es gab regelmäßige Besuche von Delegationen, daran war auch der IBSV beteiligt. Dr. Maiers Ziel war es wohl, eine formelle Städtepartnerschaft zu begründen, es blieb aber beim Status der Städtefreundschaft.

Matthias Quaschnik, bei der Stadtverwaltung für die Städtepartnerschaften zuständig, bestätigt, dass es seit Jahren keine wirklichen Kontakte mehr gebe. 2007/2008 habe es einen letzten Belebungsversuch gegeben, der aber letztlich ins Leere lief. Man gratuliere sich schriftlich zu Weihnachten und Neujahr, das sei es dann aber auch. Hall bei Innsbruck ist mit 13800 Einwohnern eine kleine Stadt. Wegen des Größenunterschiedes zu Iserlohn, so Quaschnik, falle es vielleicht auch schwerer, gemeinsame Themen zu finden. Und es gebe auch kein Komitee mit ehrenamtlichen Kräften, wie es bei den offiziellen Städtepartnerschaften der Fall ist. Das Jubiläum will Quaschnik aber eventuell zum Anlass nehmen, eine kleine Broschüre mit ein paar Daten der Städtefreundschaft aufzulegen.

Möglicherweise vor dem Einschlafen steht auch die Städtefreundschaft mit dem schweizerischen Biel. Hier waren es vor allem gemeinsame Sportwettkämpfe, zu denen jeweils in die ausrichtende Stadt gereist wurde. Aus dem Sportbüro hieß es dazu, dass keine Gegeneinladungen mehr gekommen seien, nachdem Iserlohn zuletzt zwei der Treffen organisiert hatte. Die Kontakte zu Biel waren durch Iserlohns niederländische Partnerstadt Almelo zustande gekommen.

Treffen der Gleichstellungsbeauftragten

Auch im Fall Biel, mit dem die Städtefreundschaft immerhin bereits seit 1959 besteht, bestätigt Matthias Quaschnik, dass es aktuell keine Kontakte mehr gebe. Letzter offizieller Kontakt sei das Treffen der jeweiligen Gleichstellungsbeauftragten im Jahre 2009 gewesen – im Rahmen eines EU-Projektes. 2011/2012 habe es wohl nochmals einen Versuch gegeben, mögliche Aktivitäten auf den Weg zu bringen, aber ohne nachhaltigen Erfolg.

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