Wirtschaft

KDVZ-Gelände und mehr Landwirtschaft

Das ehemalige KDVZ-Gebäude steht unmittelbar vor dem Abriss.

Foto: Michael May

Das ehemalige KDVZ-Gebäude steht unmittelbar vor dem Abriss.

Iserlohn.  Die Familie Edelhoff verfolgt zahlreiche Pläne, und Lobbe ist auf der Suche nach einer Erweiterungsfläche.

Jenseits der unternehmerischen Aktivitäten rund um das Entsorgungsunternehmen Lobbe ist die Familie Edelhoff bekanntlich auch anderweitig geschäftlich in Iserlohn unterwegs. Erinnert sei hier an die Entwicklung des Wohnparks Buchenwäldchen, des ehemaligen Gartenbad-Geländes oder die Sanierung des Schauburg-Komplexes. Aktuell gibt es weitere Aktivitäten. Am konkretesten sind die beim KDVZ-Gelände am Griesenbrauck (wir berichteten) gediehen. Inzwischen, so Gustav Edelhoff im Gespräch mit der Heimatzeitung, habe man das Areal vom Märkischen Kreis erworben. Genauer gesagt sind es sogar zwei Flächen. Neben dem zur Seilerseestraße hin gelegenen KDVZ-Gelände ist auch eine Fläche östlich des Straßenverkehrsamtes und des Bürgerbüros Bestandteil des Geschäftes.

Verrohrter Bach wird offengelegt

Bei dieser Fläche handelt es sich im wesentlichen um einen früheren Schönungsteich, „in dem sich aber schon seit 20 Jahren kein Wasser mehr befunden hat“, so Gustav Edelhoff. Hier denkt er über Wohnbebauung nach, neun Grundstücke könnten mit Einfamilienhäusern oder Wohnungen bebaut werden. In diesen Tagen wird die Firma Lukassen den KDVZ-Komplex abreißen. Außerdem soll ein verrohrter Bachlauf, der das gesamte Gelände unterquert, in einen neuen natürlichen Bachlauf entlang der Landhauser Straße verlegt werden. Mit Blick auf die Wohnbebauung soll dort auch ein Lärmschutzwall entstehen. „Diese Arbeiten sollen ebenfalls zeitnah erfolgen“, berichtet Gustav Edelhoff. Danach dürfte es aber eine Pause geben. Denn Edelhoff rechnet damit, dass das notwendige Bebauungsplanverfahren noch ein bis anderthalb Jahre dauern wird. Zeit genug also für die Detailplanungen.

Zum KDVZ-Gelände: Gesetzt ist hier, dass ein neues Domizil für das Kia-Autohaus Brenzel entstehen soll. Weiterhin sollen einige Dienstleister rund um das Thema Auto angesiedelt werden. Noch nicht entschieden sei, so Gustav Edelhoff, ob die Pläne in einem zusammenhängenden Gebäudekomplex oder in zwei oder drei getrennten Einheiten realisiert werden. Warum wird Kia-Brenzel den Komplex an der Ecke Baarstraße/Leckingser Straße/Friedrich-Kirchhoff Straße, in dem auch „Möbel & Mehr“ untergebracht ist, verlassen? „Es ist beabsichtigt, das Areal an Schlüter-Sytems zu veräußern“, berichtet Edelhoff. Das Geschäft werde aber erst vollzogen, wenn am Griesenbrauck alles unter Dach und Fach sei. Durch den Zukauf an der Baarstraße könnte Schlüter-Systems beispielsweise eine direkte Anbindung des in Entstehung befindlichen neuen Zentrallagers an der Friedrich-Kirchhoff-Straße an die Baarstraße realisieren.

Innerstädtisches Wohnen am Parkplatz Hohler Weg

Aufhorchen ließ zuletzt eine Bemerkung Gustav Edelhoffs bei der Auftaktveranstaltung von „Mein Iserlohn 2040“ im Goldsaal der Schauburg. Dort hatte der Unternehmer erklärt, auf dem Parkplatz am Hohler Weg ein Projekt mit innerstädtischem Wohnen realisieren zu wollen. Im Gespräch sagte Gustav Edelhoff dazu, dass er sich vorstellen könne, als Basis für den Gebäudekomplex eine Tiefgarage anzulegen. Innerhalb der Wohnbebauung könne ein Hof entstehen, der einen Anschluss an die Wermingser Straße erhält. Auch ein gastronomisches Element sei durchaus denkbar.

Weiter offen bleibt derweil die Entwicklung des Areals der ehemaligen Bernhard-Hülsmann-Kaserne. In der zurückliegenden Zeit hat es wohl Gespräche mit einem heimischen Projektentwickler gegeben. Die aber, so Gustav Edelhoff, nicht in ein konkretes Stadium gekommen seien. Im Gespräch vermittelte Edelhoff auch den Eindruck, dass diese „Baustelle“ auf der Agenda nicht ganz oben steht.

Dringlicher scheinen da sich anbahnende Platz-Probleme am Lobbe-Standort in Sümmern im Industriegebiet Rombrock zu sein. Um hier auf Sicht Abhilfe zu schaffen, ist es eine Option, das zwischen Griesenbrauck und Landhausen gelegene Gelände der ehemaligen Standort-Schießanlage zu erwerben. Bevor hier konkrete Verhandlungen anstehen, müssten aber noch zahlreiche planungsrechtliche Fragen geklärt werden.

Expansion ist auch bei den landwirtschaftlichen Aktivitäten der Familie Edelhoff angesagt. So wurde jüngst der Hof Lennhof in Drüpplingsen mit einer Fläche von 32 Hektar erworben. Für Senior Gustav Dieter Edelhoff, der ebenfalls an dem Gespräch in der Lobbe-Holding teilnahm, ein interessanter Erwerb, denn der Maschinenpark zur Bewirtschaftung sei ja ohnehin vorhanden. Zusammen mit Waldflächen sind die landwirtschaftlichen Flächen der Familie Edelhoff damit auf immerhin rund 250 Hektar angewachsen.

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