Corona-Krise

Keine Freitagsgebete – dafür Hilfe für ganz Iserlohn

Alle Iserlohner Moscheen sind – wie hier bei der „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ an der Wiemer – geschlossen.

Alle Iserlohner Moscheen sind – wie hier bei der „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ an der Wiemer – geschlossen.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Alle fünf Moscheen in der Innenstadt sind geschlossen. „Gemeinschaft der Freunde Islamischer Kultur“ bietet Hilfe an.

Auch die fünf Iserlohner Moscheen haben inzwischen komplett geschlossen. Das berichtet Mustafa El-Bouziani, Sprecher des Bündnisses der Muslime in Iserlohn. DiTiB an der Bergwerkstraße, die marokkanische „Gemeinschaft der Freunde Islamischer Kultur“ an der Wiemer, die marokkanische Gemeinschaft an der Langen Hecke, die „Islamische Gemeinschaft Milli Görüs“ an der Wiemer und die kleine albanische Gemeinschaft an der Stahlschmiede haben sämtlich den Betrieb eingestellt. Schon in der vergangenen Woche hat es nirgendwo mehr ein Freitagsgebet gegeben.

Die Gebete können auch zu Hause gesprochen werden“, sagt Ayrac Kuruagac, Sprecher der DiTiB-Gemeinschaft an der Bergwerkstraße. „Wir haben schon vor drei Wochen komplett geschlossen, auch die Teestube“, sagt er. „Wir müssen schließlich an die Gesundheit unserer älteren Mitglieder denken.“

Viele Familienfeste müssen derzeit ausfallen

Solange eine Gefahr bestehe, bleiben auch alle Türen geschlossen. Die Moschee an der Bergwerkstraße sei derweil komplett gereinigt und desinfiziert worden. Betroffen seien von der Schließung auch sehr viele Familienfeste wie Beschneidungen (vergleichbar mit Taufen in der christlichen Kirche) oder Gedenkfeste für Verstorbene. Der Vorbeter sei aber für persönliche Gespräche erreichbar.

Besonders wichtig ist Ayrac Kuruagac, dass sich die vielen Kinder in der Gemeinschaft an die Regeln halten und weder herumlaufen noch Spielplätze besuchen: „Wir rufen auch über Internet dazu auf, dass die Kinder ein paar Wochen zu Hause bleiben und richtig lernen.“

Auch in der marokkanischen „Gemeinschaft der Freunde Islamischer Kultur“ an der Wiemer ruht der Betrieb. Die vielen ehrenamtlichen Kräfte, die sich auch stark in der Flüchtlingsarbeit und in der Integration syrischer Neu-Iserlohner engagieren, möchten aber auch in Zeiten von Corona nicht untätig sein. Wie der Sprecher der Gemeinschaft, Mustafa El-Bouziani, sagt, haben die Marokkaner eine Hilfsinitiative gestartet, um kranke oder alte Menschen aus den Risikogruppen zu unterstützen – ausdrücklich für alle Iserlohner.

Wer davon Gebrauch machen möchte, kann sich jederzeit bei Badr Mamo unter melden.

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