Kinderrechte

Kinderrechte-Projekt ist beispielhaft

Das Foyer des Friederike-Fliedner-Berufskollegs gehört nun für einen Monat den Kinderrechte-Puppen.

Das Foyer des Friederike-Fliedner-Berufskollegs gehört nun für einen Monat den Kinderrechte-Puppen.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Ausstellung des Kinder- und Jugendbüros mit lebensgroßen Puppen steht jetzt im Friederike-Fliedner-Berufskolleg.

Ella sitzt im Rollstuhl und hält eine Schild hoch. „Wir sind bunt“, steht darauf. Ella ist aber kein echtes Mädchen, sondern eine von 45 lebensgroßen Dachlatten-Puppen, die in diesem Jahr zu der Kinderrechteaktion des Kinder- und Jugendbüros entstanden sind. „Wir wollten damit ausdrücken, dass die Kinderrechte für alle gelten, auch für die, denen die Beteiligung besonders erschwert wird“, sagt Charleene Fröhlich aus der sozial-pädagogischen Unterstufe des Friederike-Fliedner-Berufskollegs, die diese Puppe gestaltet hat.

Schutz, Förderung, Beteiligung – drei Säulen der UN-Kinderrechtskonvention, die in diesem Jahr 30 Jahre alt werden. Das ist eine lange Zeit, und dennoch sind die zehn in der Konvention verankerten Grundrechte kaum jemandem bekannt. Aus diesem Grund hat das Iserlohner Kinder- und Jugendbüro das Thema aufgegriffen und zum Weltkindertag mit der kleinen aber kunstvollen Kinderarmee sehr eindrucksvoll und öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt.

Die 45 Puppen wurden von ganz verschiedenen Kindereinrichtungen in Iserlohn gestaltet, spiegeln also Vielfalt der Kinder in Iserlohn wieder und weisen auf ebenso vielfältige Weise auf die Kinderrechte hin.

Wichtiges Thema für angehende Erzieher

Nachdem die Figuren beim Fest zum Weltkindertag Ende September auf dem Fritz-Kühn-Platz zu sehen waren, stehen sie nun für einen Monat als Ausstellung im Friederike-Fliedner-Berufskolleg. „Das finden wir besonders wichtig, weil hier die angehenden Pädagogen und Erzieher ausgebildet werden“, sagt Petra Lamberts vom Kinder- und Jugendbüro. Die Kinderrechte seien ein sehr wichtiges Thema, das Fliedner-Schüler auch nach Möglichkeit in ihre zukünftige Arbeit aufnehmen sollten. Bei der Gestaltung ihrer Puppe, sagt Charleene Fröhlich, hätten sie sich bereits sehr intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt.

Das haben wohl alle, die an dem Projekt beteiligt waren. Auch viele Kindergartengruppen haben mitgemacht. Am Dienstag war sogar die „Möhrenbande“ aus Dortmund zu Gast, die gleich zwei Puppen gestaltet hat.

In Iserlohn läuft sehr viel

Für Elisabeth Heeke von der Landes-Servicestelle „Jugendbeteiligung in NRW“, die Kommunen landesweit in Kinderrechtsangelegenheiten berät und damit einen interkommunalen Vergleich hat, ist eine solche Aktion zu diesem wichtigen Thema beispielhaft für alle anderen Städte, die bei der Kinderförderung noch lange nicht so weit sind. In Iserlohn laufe in dieser Hinsicht sehr viel, das sei nicht selbstverständlich und die Stadt könne stolz darauf sein: „Das Iserlohner Kinder- und Jugendbüro ist wegweisend mit seinen Projekten und Aktionen.“

Kinderrechte gehören für Scheffler ins Grundgesetz

Auch Michael Scheffler, der als stellvertretender Bürgermeister ein Grußwort bei der Ausstellungseröffnung sprach, lobt das Projekt. Und er erinnerte daran, dass derzeit diskutiert werde, die Kinderrechte in das Grundgesetz aufzunehmen: „Das hätten die Kinder in unserem Land verdient.“

Bis zum 9. November sind die Puppen nun im Berufskolleg zu sehen. Dann sollen sie erneut in der Öffentlichkeit zu sehen sein, und zwar zum Gedenken der „Reichskristallnacht“. Petra Lamberts kann sich durchaus vorstellen, dass sie dann den Poth zum Mahnmal flankieren.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben