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„Kirchen und Kino“ startet am Montag in Iserlohn

Kai Kamphenkel (li.) und Ulrich Vaorin haben das neue „Kirchen und Kino“-Projramm vorgestellt.

Kai Kamphenkel (li.) und Ulrich Vaorin haben das neue „Kirchen und Kino“-Projramm vorgestellt.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.  Die ökumenische Filmreihe erlebt die 18. Auflage.

Die Reihe „Kirchen und Kino“ ist jetzt sozusagen volljährig: Zum 18. Mal in Folge zeigt das Projekt Dokumentationen, Komödien und Liebesstreifen, die von einer evangelischen und katholischen Jury ausgezeichnet und erfolgreich auf Festivals gezeigt wurden.

„Es handelt sich dabei nicht um explizit christliche oder biblische Filme, sondern sie behandeln Themen wie Liebe, Sterben oder Sehnsucht“, erklärt Ulrich Vaorin, Medienreferent des Evangelischen Kirchenkreises Iserlohn. Der Impuls für die Reihe, die sich inzwischen über ganz Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen „ausgebreitet“ hat, kam von der Katholischen Akademie Schwerte. In 25 kleinen und größeren Städten startet jetzt wieder die Saison, fast 250 Vorstellungen wird es insgesamt geben. Weil es in Menden derzeit kein geöffnetes Kino gebe, erhofft sich Vaorin einen größeren Zuspruch in Iserlohn.

„In der letzten Spielzeit konnten wegen der Corona-Pandemie zwei Filme nicht gezeigt werden“, blickt Vaorin zurück. Kai Kamphenkel, „Filmpalast“-Geschäftsführer, freut sich, dass es jetzt wieder losgehen kann. „Wir haben einen Saalplan und können daher nachvollziehen, wer wo gesessen hat“, sagt er. Zwischen einzelnen Gruppen würden zwei Plätze frei gelassen, bis zum Erreichen der Plätze müssten die Zuschauer ihre Masken tragen. Wer sitzt, darf den Mund-Nasen-Schutz dann abnehmen.

Gleich mit einem „Knaller“, so Vaorin, startet die aktuelle Spielzeit. „Systemsprenger“ ist ein Drama über eine gewalttätige Neunjährige, die sich nach Geborgenheit sehnt und im Jugendhilfesystem durch alle Raster fällt. „Es ist ein Fingerzeig auf die Frage, wie wir mit diesen Menschen umgehen, impulsiv und gut gemacht“, so der Medienreferent. „Systemsprenger“ ist übrigens ist der einzige Film in der aktuellen Reihe, der schon einmal im Iserlohner Filmpalast zu sehen war, allerdings im Rahmen einer Sondervorstellung.

Extra-Vorstellungen für Gruppen und Schulklassen

„Sorry We Missed You“ em­pfiehlt er ausdrücklich für Schulklassen der Sekundarstufe II. Es geht um eine kleine, liebevoll verbundene Familie, die mit prekären und unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei einem britischen Zustelldienst ringt. Kamphenkel sagt: „Vorstellungen für Gruppen und Schulen können nach vorheriger Absprache mit uns vereinbart werden.“

Eher selten werden bei „Kirchen und Kino“ Dokumentationen gezeigt. Nikolaus Geyerhalters „Erde“ zeigt in Minen, Steinbrüchen und Großbaustellen Menschen bei ihrem Versuch, sich den Planeten anzueignen.

Karten zum Preis von fünf Euro können unter 02371/774401 oder per E-Mail an iserlohn@filmpalast-kino.de bestellt werden. Auch Vorstellungen für Schuklassen können vereinbart werden.

Montag, 21. September: „Systemsprenger“: Regisseurin Nora Fingscheidt stellt ohne falsche Dramatisierung die zentrale Frage nach dem System, das keinen Ersatz für echte Bindungen zu bieten scheint.

Montag, 26. Oktober: „Erde“: Die Dokumentation widmet sich einer Rundumsicht den materiellen Attacken auf die Oberfläche unseres Planeten.

Montag, 23. November: „Sorry We Missed You“: Mit großer Zärtlichkeit sammelt Regisseur Ken Loach feine Beobachtungen des Arbeits- und Familienalltags.

Montag, 14. Dezember: „Ein verborgenes Leben“: Terrence Malick erzählt vom Bauern Franz Jägerstätter, der der NS-Zeit den Kriegseinsatz verweigerte.

Montag, 18. Januar: „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“: Eine Historikerin auf Jobsuche gerät in der mazedonischen Provinz zufällig in ein religiöses Ritual und bringt die Männer auf.

Montag, 22. Februar: „Portrait einer jungen Frau in Flammen“: Eine Malerin soll im 18. Jahrhundert eine Frau vor deren Heirat portraitieren, es entwickelt sich eine Liebesbeziehung.

Montag, 22. März: „Vergiftete Wahrheit“: ein „Whistleblo­wer“-Drama.

Montag, 19. April: „Bis dann, mein Sohn“: Das Epos erzählt von der chinesischen Ein-Kind-Politik.

Alle Filme beginnen um 20 Uhr.

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