Laarstraße

Klage über veränderte Kundenströme

Ein attraktiver belebter Platz ist der Schillerplatz schon seit längerem nicht mehr. Seit dem Abriss der Schillerplatzbrücke ist er häufig so gut wie menschenleer.

Ein attraktiver belebter Platz ist der Schillerplatz schon seit längerem nicht mehr. Seit dem Abriss der Schillerplatzbrücke ist er häufig so gut wie menschenleer.

Foto: Stefan Drees / IKZ

Iserlohn.  In der Laarstraße spricht man von negativen Auswirkungen durch Abriss der Schillerplatzbrücke.

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Es gibt wohl nicht wenige Iserlohner, die über den Abriss der Schillerplatzbrücke nicht traurig sind. Mehr Licht und mehr Raum in dem Bereich werden als positiv empfunden. Und viele Schaulustige haben ja durchaus so eine Art Meisterleistung des „rückbauenden“ Gewerbes erlebt. Der politische Beschluss, den Bau einer Behelfsbrücke zwar zu Ende zu planen, die Realisierung wegen der völlig offenen Zukunft des Rathauses aber zurückzustellen, stößt auch auf Kritik. Insbesondere Geschäftsleute in der Laarstraße klagen über eine zurückgegangene Kundenfrequenz. Die Vermutung: Innenstadtbesucher aus Richtung Norden, die über die Schillerplatzbrücke und die Laarstraße zur Wermingser Straße gelaufen sind, nehmen nun zwangsläufig andere Wege – und offenbar an der Laarstraße vorbei.

Christian Kost, Inhaber von Gold Friedrich in der Laarstraße, spricht von einer „spürbaren Veränderung der Kaufsituation, die so über einen längeren Zeitraum nicht tragbar ist“. Man merke das an der Kundenfrequenz. Innenstadtbesucher, die nun die Brücke am Werner-Jacobi-Platz nutzen würden, gingen nun möglicherweise durch die Passage an der Deutschen Bank und über den Marktplatz in die Innenstadt, aber eben nicht mehr über die Laarstraße. Kost würde sich daher wünschen, dass das Thema Behelfsbrücke am Schillerplatz nochmals diskutiert werde. Bei seinem täglichen Gang zur Bank, so Kost, beobachte er, dass der Schillerplatz inzwischen praktisch menschenleer sei, mit Ausnahme derer, die den oberen Karstadteingang nutzen würden. Dringend notwendig sei es, dass der Treppenabgang neben Karstadt runter zum Theodor-Heuss-Ring besser beleuchtet werde. Nach Kosts Auffassung ist die Anbindung zur Nordstadt im doppelten Sinne wichtig. Zum einen seien ja die Menschen, die dort wohnen, wichtige Innenstadtkunden. Frequenz komme aber auch durch diejenigen, die dort parken, um in die Innenstadt zu kommen. Kost kritisiert zudem, dass der durch den Abriss der Brücke entstandene Einschnitt in die Kundenströme genau zum beginnenden Weihnachtsgeschäft erfolgt sei.

Frauke Rostin, Inhaberin des Lotto- und Tabakgeschäftes in der Laarstraße, spricht sogar von bis zu 25 Prozent weniger Kundschaft an bestimmten Tagen. Gut laufen würden nur noch die Tage, an denen Wochenmarkt ist. Vorher seien Kundenströme berechenbarer gewesen, das sei nun nicht mehr so und erschwere auch die Personalplanung. „Wir hier in der Laarstraße waren für die Menschen, die früher über den Schillerplatz in die Innenstadt gekommen sind, immer die erste Anlaufstelle. Das hat sich spürbar geändert“, sagt Frauke Rostin.

Die Herbstzeit ist Erkältungszeit, Apotheken sind dann ja besonders gefragt. Und trotzdem spricht auch Kristina Ossenkop von der Schillerapotheke von einem spürbaren Rückgang der Kundenströme in der Laarstraße. Statt über die Schillerplatzbrücke und an Karstadt vorbei zur Laarstraße würden Innenstadtbesucher nun gezwungenermaßen andere Wege einschlagen, zu Lasten der Laarstraße. Auch Kristina Ossenkop appelliert daher, doch eine Behelfsbrücke zu bauen.

Kathrin Becker, Inhaberin von „Glanzstücke“ an der Laarstraße, sagt, dass man die Auswirkungen des Abrisses der Schillerplatzbrücke spüre. Sie hoffe, dass sich das Problem mit der Zeit etwas gebe, der Mensch sei ja ein „Gewohnheitstier“.

Am gestrigen Mittwoch war ja Markttag. Seit vielen Jahren baut Landwirt Jörg Hornkamp seinen Stand am Brunnen auf dem unteren Schillerplatz auf. „Die Laufwege sind nun anders, es fehlt die gewohnte direkte Erreichbarkeit über den Schillerplatz.“ Und das merke man durch weniger Publikum.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Peter Leye, ist ebenfalls bereits von Geschäftsleuten aus der Laarstraße angesprochen worden. Leye kündigte an, das Thema aufgreifen zu wollen. Zunächst sollten zeitnah die nach dem Abriss der Brücke veränderten Verkehrsströme erfasst und untersucht werden. Und wenn sich das, was in der Laarstraße gesagt werde, dann bestätige, müsse neu überlegt werden. In letzter Konsequenz, so Leye, könne das bedeuten, dass doch eine Behelfsbrücke gebaut werden sollte.

Ein wichtiger „Player“ im Bereich Schillerplatz ist natürlich Galeria Karstadt Kaufhof. Die Heimatzeitung hat auch dort für eine Stellungnahme angefragt, was allerdings gestern unbeantwortet blieb.

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