Gründerszene

Kleines Silicon Valley in Sümmern

Vanessa Pohlscheidt, Marketing-Managerin, und Frank Höhne im Coworking Space in Sümmern.

Foto: Frank Jungbluth

Vanessa Pohlscheidt, Marketing-Managerin, und Frank Höhne im Coworking Space in Sümmern. Foto: Frank Jungbluth

Iserlohn.   Kim und Frank Höhne haben eine Idee aus dem Silicon Valley nach Iserlohn gebracht. Den Coworking Space, einen Büroservice für junge Unternehmer.

Im Nachbarbüro besprechen sich die beiden Gründer des Film-Start-up, gegenüber hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Paul Ziemiak ein Büro, und Feremo – ein Start-up aus Köln, das dort keine geeignete Fläche für das junge Unternehmen gefunden hat – sitzt nebenan. „Wichtig ist, dass wir junge Unternehmensgründer in Iserlohn halten und modernen Formen des gemeinsamen Arbeitens und der Unternehmensentwicklung einen Raum, respektive viele Räume geben“, wie Frank Höhne das bildhaft beschreibt.

Höhne (50) ist gemeinsam mit seiner Frau Kim Geschäftsführer des „Coworking Space“ am Großen Teich in Sümmern und bringt damit ein bisschen Silicon Valley in die Stadt. Denn dort, im US-amerikanischen Zentrum der Computertechnologie und des digitalen Fortschrittes, ist das Zusammenarbeiten, wie man früher gesagt hätte, entstanden.

Gründer sollen inIserlohn bleiben

Es ist aber mehr als ein Gemeinschaftsbüro, was da im Iserlohner Norden wächst. Alle arbeiten irgendwie zusammen, aber auch für unterschiedliche Firmen, man hilft sich dennoch untereinander aus, und abends schwitzt man zusammen bei der Rückenschule im großen Kreativ-Raum.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, gute, ideenreiche Leute nach Iserlohn zu bekommen. Deshalb wollte ich mit unserer Agentur ,Höhne-Media’ nach München“, erzählt er. Die Mietpreise dort haben ihn zu einem Coworking Space gebracht. Also hat er die Idee nach Iserlohn importiert. Mit wachsendem Erfolg. „Wir vergrößern uns“, beschreibt Vanessa Pohlscheidt, die Marketing-Managerin des jungen Unternehmens, die Entwicklung.

Der Coworking Space der Höhnes ist also auch ein Start up, das sich etabliert hat und damit das macht, was „wir in Iserlohn dringend brauchen“, wie Frank Höhne sagt. Gründergeist, digitales Unternehmertum. Die Leute gibt es hier. Nicht zuletzt durch die Ausbildung und die Impulse der Fachhochschule Südwestfalen und der University of Applied Sciences am Seilersee. Die weltweit agierenden Unternehmen und zukunftsfesten Mittelständler gibt es in Iserlohn zahlreich. „Diese Bodenständigkeit und gleichzeitige Innovationskraft zeichnet die Wirtschaft in der Region aus“, weiß Vanessa Pohlscheidt. Deswegen war es für sie keine Frage, über die sie lange nachdenken musste, als das Angebot aus der Heimat kam.

Die Betriebswirtin schätzt wie Familie Höhne die Standortfaktoren. „Aber Iserlohn kann mehr“, sagt Frank Höhne mit einem Blick in die Zukunft. Wir wollen eine Basis dafür sein mit unserem Coworking Space in der Stadt.“ Schreibtische, flexibel oder fest, komplette Büros oder Konferenzräume, und eben auch gemeinsame Grillabende, dazu Service fürs Internet, Telefon oder weitere Notwendigkeiten für die Unternehmensgründung – das Angebot im Coworking Space richtet sich nach Bedarf und Cash-Flow. „Der ist zu Beginn eines Unternehmens bekanntlich gering. Deshalb fördern wir Gründer mit guten Konditionen“, sagt Höhne. Nach drei Jahren zieht man Bilanz.

Nebenan arbeiten die Film-Leute in der Zwischenzeit am Drehbuch für den neuen Auftrag, ein Buchillustrator kommt regelmäßig an seinen flexiblen Schreibtisch. So ist das im Gemeinschaftsbüro.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik