Stadtteilgespräch

Königswege in Heide-Hombruch

Ein gutes Stück gelebte Demokratie: Bewohner trugen Ideen vor für Heide-Hombruch, sparten aber auch nicht mit deutlicher Kritik. Die richtete sich insbesondere auf die Stadtbetriebe SIH und die Verkehrsgesellschaft MVG.

Foto: Jörg Kleine

Ein gutes Stück gelebte Demokratie: Bewohner trugen Ideen vor für Heide-Hombruch, sparten aber auch nicht mit deutlicher Kritik. Die richtete sich insbesondere auf die Stadtbetriebe SIH und die Verkehrsgesellschaft MVG. Foto: Jörg Kleine

Iserlohn.   Beim Bürgergespräch im Iserlohner Stadtteil Heide-Hombruch bringen die Bewohner ihre Forderungen auf den Tisch. Ein wichtiger Punkt sind Angebote für die ältere Generation.

Knifflige Hausaufgaben haben die Kommunalpolitiker nach dem Bürgergespräch in Heide-Hombruch im Gepäck. Mehr Angebote für ältere Menschen, mehr Läden, mehr Ärzte, bessere Busverbindung, ein Bürgerhaus, Naherholung im Siepen stehen auf der Wunschliste der Bürger – und vor allem eine deutlich bessere Pflege von Grünflächen und Gehwegen. So ernteten die Stadtbetriebe Iserlohn/Hemer (SIH) und die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) am Dienstagabend in öffentlicher Runde herbe Kritik.

Eingeladen hatte die Initiative „Heide.Hombruch aktiv“, und rund 80 Frauen und Männer folgten dem Ruf ins Martin-Luther-King-Haus. Aber schon die Verteilung im Publikum machte klar, dass es eine gemeinsame örtliche Identität (noch?) nicht gibt: Aus dem Wohnviertel am Hombruch verloren sich nur wenige in den Bürgersaal.

Sozialstruktur und demographischer Wandel

„Für mich ist Heide-Hombruch noch immer ein Konstrukt, das auch nach 50 Jahren keine Einheit ist“, resümierte Hans-Georg Renzel (CDU) zu Beginn auf dem Podium. Wie Renzel stellten sich auch Volker Keitmann (SPD), Roman Koslowski (Linke), Hans-Immanuel Herbers (UWG-Piraten), Detlef Köpke (FDP) und Alexander Langguth (Blaue Fraktion) Fragen und Kritik der Bewohner.

Ausgangspunkt: Heide-Hombruch markiert sehr unterschiedliche soziale Strukturen – hier die Eigenheime und Wohnungen der Heide mit verwurzelter Bevölkerung, dort die Wohnblocks mit vielen Neubürgern im Hombruch. Parallel hat der demographische Wandel die Altersstruktur enorm verändert. Über ein Drittel der Bewohner seien 60 Jahre und älter, unterstrich ein Besucher.

In einer launigen Ouvertüre lockte Dr. Holm Roch beim Bürgergespräch indes erst mal die Politiker: „Was würden Sie tun, wenn Sie König von Heide-Hombruch wären?“ Klar, allesamt würden sie das Leben dort verbessern, den Bürgern gut zuhören, Ziele umsetzen und am Ende wohl ein schönes Fest feiern. Doch machte Herbers eines deutlich: „Man sollte von der Politik auch keine Wunderdinge erwarten.“ Denn vieles, was den Bewohnern heute fehlt, „hat der Markt ergeben“.

Beispiel: Bei etlichen Bewohnern geht die Furcht um, dass der Netto-Markt in der Heide auf Dauer nicht bestehen bleibt. Ob Läden am Ort sind und dabei auch auskömmliche Geschäfte machen, das hängt jedoch nicht zuletzt von den Bewohnern selbst ab.

Hausaufgaben für die Kommunalpolitik

„Ganz sicher müssen wir uns in der Heide auf unsere Stärken besinnen“, betonte denn auch Volker Keitmann. Dazu zählte er ebenso die noch bestehende ärztliche Versorgung – ob Allgemeinmediziner oder Zahnarzt.

Rein wirtschaftlich stehe die Iserlohner Heide gut da, befand Alexander Langguth – etwa durch die expandierende Firma Schlüter. Doch mehr Kinder und mehr Lebensqualität seien in Heide-Hombruch wünschenswert: „In jedem Fall sollten hier nicht noch mehr Bäume gefällt werden.“

Im Frühjahr 2016 hatte SIH im Siepen zwischen Gutenbergstraße und Wolfskoben großflächig abgeholzt. Forderung am Dienstagabend: Den vekrauteten Siepen mit befestigten Wegen, Bäumen und Bänken zu einem Naherholungsgebiet zu machen.

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