Fridays for Future

Kontroverse Diskussion dringend erwünscht

Luca Ströhmann, Jana Norina Finke und Christian Kiangala rufen alle, die etwas gegen die Tatenlosigkeit beim Thema Klimaschutz tun möchten, zur Demonstration am 20. September auf.

Luca Ströhmann, Jana Norina Finke und Christian Kiangala rufen alle, die etwas gegen die Tatenlosigkeit beim Thema Klimaschutz tun möchten, zur Demonstration am 20. September auf.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Iserlohner Fridays-for-Future-Aktivisten freuen sich über die große Wirkung ihrer Demonstrationen und auf ein Gespräch mit Dr. Peter Liese.

Fridays for Future schlägt hohe Wellen – in Iserlohn und in der ganzen Republik. Es gibt kaum eine Partei, die nicht auf den Zug aufspringt und neue Gesetze oder Steuererhebungen zum Klimaschutz fordert. Die Iserlohner Fridays-Aktivisten freut das natürlich grundsätzlich. Schließlich ist es ihr Ziel, wahrgenommen zu werden und etwas zu bewirken. Dennoch sehen sie gerade die Reaktionen aus der Politik mit großer Skepsis.

„Die Politiker merken natürlich, dass das Thema Klima jetzt im Trend liegt“, sagt etwa Christian Kiangala. Der 18-jährige Plettenberger besucht das Berufskolleg Hansaallee und gehört zum engeren Organisationsteam der Iserlohner Gruppe. „Die reden viel und klopfen uns auf die Schulter. Wir wollen aber ernst genommen werden. Wir wollen nicht vereinnahmt oder instrumentalisiert werden. Wir wollen wirklich etwas bewegen.“ An der Seite einer politischen Partei sehen sie sich dabei nicht. „Keine Partei passt hundertprozentig zu uns“.

Das gilt auch für die CDU und deren heimischen Vertreter Dr. Peter Liese. Seit der letzten Fridays-Demo, als die Organisatoren bei ihrer Kundgebung auf dem Schillerplatz auch Politikern das Mikrofon anboten, ein ganz spezielles Verhältnis. „Wir suchen natürlich auch Kontakt zur Politik“, sagt Luca Ströhmann. Und Liese sei als CDU-Europaabgeordneter ein wichtiger Ansprechpartner. „An wen sollten wir auch sonst unsere Anliegen adressieren.“ Bei der letzten Demo hatte der 18-jährige Schüler des Friederike-Fliedner-Berufskollegs aber schon das Gefühl, dass Peter Liese seinen Auftritt sehr für Wahlkampfzwecke genutzt habe. Und dass er sich mehr lobt, als er in Sachen Klima wirklich auf den Weg gebracht oder erreicht hat. „Er ist seit 25 Jahren im Europaparlament. Ich habe da nichts Nennenswertes wahrgenommen.“

Umso mehr freuen sich die Iserlohner Aktivisten, dass es am Donnerstag, 29. August, um 17 Uhr ein offenes Gespräch im „Café Täglich“ geben wird, zu dem auch andere Fridays-Vertreter unter anderem aus Bielefeld und Soest eingeladen sind, und bei dem Dr. Liese den Rahmen setzt und moderieren wird. „Wir hoffen aber trotzdem, dass es eine kontroverse Diskussion auf Augenhöhe wird.“

Demo am 20. September soll richtig groß werden

Ein anderes Datum, dem die Schüler entgegenfiebern, ist der 20. September. Dann kommt es unter dem Motto „#AllefürsKlima“ zur nächsten deutschlandweiten Demonstration. Und die soll auch in Iserlohn noch größer und auffälliger werden als beim letzten Mal, wie Jana Norina Finke erklärt. „Wir wollen nicht nur in der Fußgängerzone demonstrieren, sondern auch den Verkehr in Iserlohn lahmlegen“, sagt die 14-jährige MGI-Schülerin. Daher startet die Demo um 10 Uhr am Hemberg und geht über die Baarstraße, den Theodor-Heuss-Ring, die Unnaer Straße, die Wermingser Straße und die Laarstraße zum Schillerplatz. „Das wird richtig groß“, sagt sie.

In welchem Zustand der Schillerplatz dann sei, wisse man derzeit noch nicht. Jedenfalls soll es wieder zum Rathaus gehen, „damit wir dort unsere Klagen gegen die mauern werfen können“, wie Luca Ströhmann es sagt.

Politiker sind dieses Mal übrigens ausnahmslos von der Kundgebung ausgeschlossen. Dafür sind die Iserlohner Aktivisten in Gesprächen mit Wirtschaftsvertretern als Gastredner bei ihrer Kundgebung. Und sie wollen, wie bereits berichtet, Menschen weit über den Kreis der Schüler hinaus aktivieren. Von dem geforderten deutschlandweiten Streiktag sind sie zwar abgerückt, dennoch haben sie Verdi und andere Gewerkschaften im Rücken, die ebenfalls am 20. September zu Demonstrationen aufrufen. „Jeder ist eingeladen“, sagt Jana Norina Finke.

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