Kalthof

Konzerterlebnis sorgt für Gänsehaut

Peter Orloff begeisterte mit seinem Schwarzmeer-Kosaken-Chor am Samstag ein drittes Mal seit 2009 in Kalthof, und der nächste Auftritt im Januar 2020 steht auch schon fest.

Foto: Felix Kriewald

Peter Orloff begeisterte mit seinem Schwarzmeer-Kosaken-Chor am Samstag ein drittes Mal seit 2009 in Kalthof, und der nächste Auftritt im Januar 2020 steht auch schon fest. Foto: Felix Kriewald

Kalthof.   Peter Orloff, seine Schwarzmeer-Kosaken und der Gesangverein „Concordia Refflingsen“ begeisterten in der Kalhtofer Jakobuskirche.

Im Jahre 1938 vom russisch-orthodoxen Geistlichen Nikolai Orloff gegründet, kann der Schwarzmeer-Kosaken-Chor auf eine lange und erfolgreiche Historie zurückblicken. Im Gegensatz zu anderen großen Kosaken-Chören tritt das Ensemble von Peter Orloff, der mit 14 Jahren einst jüngster Sänger aller Kosaken-Chöre war, vornehmlich in Kirchen auf und hat stets einen Anteil an geistlicher Musik im Konzertprogramm. So auch beim vom Gesangverein „Concordia Reffling­sen“ organisierten Konzert am Samstag in der ausverkauften Jakobuskirche, wo nicht nur russische Liturgie zu hören war, sondern auch das berühmte „Ave Maria“ von Franz Schubert.

„Ein Chor, der singend betet und betend singt“ – dieses Motto ist mehr als zutreffend. Demütig widmet Peter Orloff sein Schaffen dem Herrn und verzichtet für die berührende Darbietung des russischen Vaterunsers sogar auf Applaus. Auch nach 80 Jahren erfolgreicher Chorgeschichte sei es nicht selbstverständlich, in ausverkauften Sälen vor derartig begeistertem Publikum aufzutreten, sagt der Chorleiter und bedankt sich bei den Zuhörern schon während des Konzerts.

Perfekte Harmonie und beeindruckende Soli

Mit der Einbindung klassischer Musik geht das Repertoire des zwölfköpfigen Ensembles bereits weit über den musikalischen Rahmen anderer Kosaken-Chöre hinaus: Dem hellauf begeisterten Publikum in Kalthof boten sie neben unverzichtbaren Werken der ukrainischen und russischen Musikliteratur wie „Kalinka“, „Stenka Rasin“ oder dem Wolgalied auch einige Werke, die man in einem solchen Konzert sicher nicht erwartet hätte. Den „Gefangenenchor“ aus Giuseppe Verdis Oper „Nabucco“ oder auch instrumentale Beiträge von Pjotr Tschaikowsky und Aram Chatschaturjan, gespielt auf den traditionell russischen Instrumenten Domra, Bajan und Bassbalalaika. Dass der Kosaken-Chor nicht nur perfekt im Ensemble harmoniert, sondern auch beeindruckende Einzelstimmen zu bieten hat, wurde im Konzertverlauf mit Solobeiträgen früh klar. Fjodor Kunitsky, Stefan Arininsky und natürlich Leiter Peter Orloff selbst sind nur Beispiele, die stellvertretend für jeden einzelnen dieser grandiosen Sänger stehen sollen. Das unangefochtene Highlight des Konzerts war jedoch mit Sicherheit der russische Klassiker „Das einsame Glöckchen“, dargeboten von Igor Ishchak. Der derzeit jüngste Schwarzmeer-Kosake versetzte die gesamte Kirche in Staunen, als er mit einer glockenhellen Sopranstimme anhob und selbst die höchsten Töne souverän erreichte. Das Publikum dankte es ihm mit tosendem, langanhaltendem Beifall im Stehen, wie man ihn selten erlebt.

Und wieder einmal gilt: Musik verbindet. Denn Peter Orloff ist stolz darauf, dass sein Ensemble aus russischen wie auch aus ukrainischen Spitzensängern besteht und damit gegen die schwierige politische Lage ein Zeichen setzen kann.

Neben den mehr als 300 Zuschauern waren auch die Sängerinnen und Sänger von „Concordia Refflingsen“ nicht nur begeistert von dem Dargebotenen, sondern wussten unter der Leitung von Alma Dauwalter auch selber sehr zu begeistern und zwar auch die Profis. Nachdem die Refflingser das bekannte russische Lied „Tebje Pajom“ vorgetragen hatten, sagte Peter Orloff, dass er es noch nie so schön von einem Chor gehört habe. Gemeinsam mit den Schwarzmeer-Kosaken sang „Concordia“ im zweiten Teil des Konzertes dann noch die Volksweise „Warum bist du gekommen“ und am Ende „Guten Abend, gute Nacht“, was das Publikum ebenfalls mit riesigem Applaus im Stehen honorierte. Nach diesem Konzerterlebnis mit Gänsehaut-Garantie, das dem Chor anschließend zudem zwei neue Sängerinnen bescherte, hat die „Concordia“-Vorsitzende Monika Brunnert gar nicht gezögert und Peter Orloff und seine Schwarzmeer-Kosaken noch ein viertes Mal seit 2009 verpflichtet, und zwar für Januar 2020.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik