Parktheater

Kracher auf der Alexanderhöhe

Nach guter Unterhaltung auf der Bühne war die Stimmung im Innenhof und auf der Tanzfläche noch lange ausgelassen.

Foto: Michael May

Nach guter Unterhaltung auf der Bühne war die Stimmung im Innenhof und auf der Tanzfläche noch lange ausgelassen. Foto: Michael May

Iserlohn.   Silvestergala im Parktheater bot kulturelle Höhepunkte zum Jahresabschluss

Eine Alternative zum traditionellen Jahreswechsel mit Bleigießen und „Dinner for one“ bot die Silvestergala im Parktheater. Festlich geschmückte Innenräume, Livemusik für die Tanzfläche, Sekt, Buffet und ein bombastisches Feuerwerk im Innenhof bildeten den Rahmen eines Programms, das viele Iserlohner auf die Alexander­höhe lockte. Einen Teil der Besucher zog es in den Löbbecke-Saal, wo die „Buschtrommel“ einen humorvollen Jahresrückblick versprach. Der Klavierkabarettist Armin Fischer, der an Stelle der erkrankten Britta von Anklang mit Andreas Breiing auf der Bühne stand, versüßte die Programmänderung durch sein Improvisationstalent am Piano: Publikumsvorschläge von der „Ode an die Freude“ bis zum „Flohwalzer“ kombinierte er kurzerhand zu einem souveränen Medley.

Keinen Aufwand gescheut für Reise durch 50 Jahre Musical

Als Publikumsmagnet erwies sich die ausverkaufte Show „Best of Musical Starnights“. Das 14-köpfige Ensemble mit Darstellern aus dem

deutschsprachigen Raum und Großbritannien entführte auf eine Reise durch die erfolgreichsten Musicals der letzten 50 Jahre. Ohne den Aufwand von insgesamt 250 Kostümen zu scheuen, wechselten sie nach ein bis zwei Stücken allein im ersten Abschnitt von „Mary Poppins“ über „Cats“, „Jekyll & Hyde“ und „Westside Story“ zum Rockmusical „Tommy“ (The Who).

Die ohnehin hohen Anforderungen des Genres in den Bereichen Tanz und Gesang verlangte den Darstellern bei der gebotenen Bandbreite ein Maximum an Flexibilität ab. Die erwartbaren

Schwankungen des technischen Niveaus hielten sich in Grenzen, das Gesamtergebnis blieb überzeugend. Die Meisterklasse, in der sich etwa die Kölner Sopranistin Bernice Ehrlich mit ihrem Londoner Kollegen Bex Roberts im „Phantom der Oper“ präsentierte, hinterließ eine Gänsehaut, die Tiefpunkte wie die halbherzige „Falco“-Interpretation leicht verzeihlich machte. Der Züricher Bariton Benjamin Fröhlich zeigte sich als „Dr. Jekyll“ in Bestform. Zwei Elton-John-Stücke aus dem Disney-Klassiker „König der Löwen“ konnten durch fantasievolle Kostüme und Puppen punkten.

Das Publikum wusste die Höhepunkte zu schätzen

Choreografisch stieß das Ensemble bei „Cats“ an seine Grenzen, „I like to be in America“ aus der „Westside Story“ und andere Stücke saßen hingegen perfekt. Die Waldstädter honorierten besonders die Udo-Jürgens-Reminiszenz „Ich war noch niemals in New York“ und sorgten bei den abschließenden „Queen“-Hits unter vollem Körpereinsatz für Rhythmus. Den nahmen viele nach dem Feuerwerk auf die Tanzfläche mit, wo „A.B. and the Balls“ und DJ Hans Vriesen den musikalischen Nerv trafen.

Den Vorverkauf für 2018 schon jetzt zu starten, erscheint unterm Strich nicht verfrüht – der Besuch in diesem Jahr hat sich gelohnt.

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