Statistik

Kriminalität geht weiter zurück

Dietmar Boronowski (v. li.), Manfred Kurzawe, Elke Heinrichs und Michael Kuchenbecker haben gestern die Kriminalitätsstatistik in der Iserlohner Kreispolizeibehörde vorgestellt.

Dietmar Boronowski (v. li.), Manfred Kurzawe, Elke Heinrichs und Michael Kuchenbecker haben gestern die Kriminalitätsstatistik in der Iserlohner Kreispolizeibehörde vorgestellt.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Die Polizei stellt die Statistik für 2017 vor: Vor allem Wohnungseinbrüche sind rückläufig.

Die Kriminalität in Iserlohn geht weiter zurück. Das ist die positive Nachricht von der gestrigen Pressekonferenz, bei der Michael Kuchenbecker, Leiter der Kreispolizeibehörde, Manfred Kurzawe, Leiter der Direktion Kriminalität, Elke Heinrichs, Leiterin der Führungsstelle Kriminalität, und Pressesprecher Dietmar Boronowski die statistischen Daten für das Jahr 2017 vorgelegt haben. Insgesamt 24 218 Delikte hat es 2017 auf Kreisebene gegeben. Seit 2009,, als der Kreis einen Spitzenwert von 28 308 erreicht hatte, gehen die Fallzahlen kontinuierlich zurück. „Der Trend stimmt“, kommentierte Manfred Kurzawe die positive Entwicklung.

Was wird wie stark kontrolliert oder angezeigt?

Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass die vorgelegten Zahlen vielfach keine Rückschlüsse auf die echten Fallzahlen zulassen. Es komme immer darauf an, was wie stark kontrolliert wird, und was von den Betroffenen gemeldet werde. Der Anstieg der Rauschgiftdelikte um knapp 13 Prozent von 1454 (2016) auf 1640 (2017) sei beispielsweise einer schärferen Kontrolle geschuldet. Die wirklichen Fallzahlen, davon sei auszugehen, seien eher gleich geblieben. Ebenso wie bei Sexualdelikten (Anstieg von 33 Prozent) oder beim Haustürbetrug gegen ältere Menschen (Anstieg von 214 Prozent).

Hier habe sich das Anzeigeverhalten der Betroffenen deutlich verstärkt, weswegen immer mehr Fälle aktenkundig werden. Bei den Betrügereien an den Haustüren sei es beispielsweise in 95 Prozent der Fälle beim erfolglosen Versuch geblieben. Viele dieser Fälle seien früher gar nicht zur Anzeige gekommen.

Dass die Menschen schneller zum Hörer greifen, um die Polizei zu alarmieren, verbucht Manfred Kurzawe als positiven Effekt der Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit der Polizei im Märkischen Kreis. Zumal diese Entwicklung durchaus auch zu dem wohl größten Erfolg seiner Direktion beiträgt: dem signifikanten Rückgang der Wohnungseinbrüche, die mit 661 Fällen im vergangenen Jahr im Vergleich zum Jahr 2016 mit 905 Fällen um mehr als ein Viertel abgenommen haben. In Iserlohn liegt der Rückgang sogar bei 36 Prozent von 227 auf 145 Fälle.

Körperverletzungen und Raubüberfälle gehen zurück

Auch hier sei es bei mehr als der Hälfte der Fälle beim Versuch geblieben, was auf bessere Sicherungstechnik und auf eine schnellere Alarmierung der Polizei zurückzuführen sei. Die Erhöhung der Wohnsicherheit sei ein erklärtes Ziel der Polizeibehörde im Kreis und ein Schwerpunkt der Arbeit. Der deutliche Rückgang zeige, dass die Polizei hier auf dem richtigen Weg sei. „Wir werden weiter daran arbeiten“, kündigte Manfred Kurzawe an.

Ebenso erfreulich sei, dass auch andere Delikte, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen zum Teil deutlich zurückgegangen sind. Raubüberfälle auf der Straße haben beispielsweise von 108 (2016) auf 77 (2017) um knapp 29 Prozent und gefährliche Körperverletzungen von 678 (2016) auf 606 (2017) um rund 10 Prozent abgenommen.

In Iserlohn sind die Raubüberfälle auf der Straße sogar um 42 Prozent von 33 auf 19 Fälle zurück gegangen. Auch sonst liegen die Iserlohner Zahlen im Trend des Kreises. Mit 6918 Delikten pro 100 000 Einwohner liegt Iserlohn als größte Stadt des Märkischen Kreises allerdings deutlich über dem Kreismittel von 5837 Fällen pro 100 000 Einwohner.

Angesichts des Landesdurchschnitts von 7677 Straftaten pro 100 000 Einwohner sagte Polizeichef Kuchenbecker generell: „Als Krimineller würde ich einen großen Bogen um den Märkischen Kreis machen. Wir treten denen nämlich auf die Füße. Und wir werden nicht nachlassen.“ Er sei stolz auf seine Kollegen, die sich jeden Tag aufs Neue dem „Grundbösen entgegen werfen“. Die Kriminalität nehme kein Ende – auch bei der dünner werdenden Personaldecke der Polizei nicht. Besorgniserregend seien dabei vor allem auch die immer neuen Betrugsmaschen im Internet, von denen man zum Teil überrollt werde.

Von 4155 auf 4574 sind die Betrugsfälle generell um rund 20 Prozent angestiegen, wofür vor allem der Internetbetrug verantwortlich sei. In der polizeilichen Statistik tauchen diese Fälle bei den Vermögensdelikten auf. Die dort aufgeführte Computerkriminalität bezieht sich eher auf Computersabotage oder das Ausspähen von Daten.

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