„Blinder Himmel“

Kurzfilm-Premiere in Iserlohn: Nichts für schwache Nerven

Auch in Corona-Zeiten darf das obligatorische Erinnerungsfoto nach der Premiere nicht fehlen (stehend, v. li.): Torben Neupert, Nadine Stiebel, Markus Baumeister, Stefan Selno und Daniel Pütz.

Auch in Corona-Zeiten darf das obligatorische Erinnerungsfoto nach der Premiere nicht fehlen (stehend, v. li.): Torben Neupert, Nadine Stiebel, Markus Baumeister, Stefan Selno und Daniel Pütz.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Iserlohn.  Der Horror-Kurzfilm „Blinder Himmel“ hatte jetzt seine Premiere in Iserlohn. Filmemacher Markus Baumeister zufrieden mit den Reaktionen.

Beklemmende Synthesizer-Klänge, reduzierte Farben und packende Szene, die auch ohne viel Dialog auskommen: Der Kurzfilm „Blinder Himmel“ von Markus Baumeister und Daniel Pütz (wir berichteten) hatte jetzt seine Premiere vor rund 100 geladenen Gästen – coronabedingt war ein Ticketverkauf nicht möglich. Bis dahin war es aber ein langer Weg: Zwei Jahre lang arbeiteten die beiden Filmemacher aus Hemer und Balve an dem Horror-Kurzfilm, ehe er zum ersten Mal über die große Leinwand flimmern konnte.

„Blinder Himmel“ erzählt von einer jungen Frau, gespielt von Lea Knoff, die ein Jahr nach einem schweren Autounfall plötzlich eine Gestalt am Himmel entdeckt, die nur sie sehen kann. Was es damit auf sich hat und welche Strapazen ein junger Mann auf sich nehmen muss, um sie näher kennzulernen, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Doch die Panik, Schuld, Scham und Angst, die die Protagonistin spürt, machen den Kurzfilm zu einem nervenaufreibenden Kinogenuss von 30 Minuten. Und auch die Special Effects sind nichts für schwache Nerven.

Für Filmemacher Reaktion des Publikums interessanter als die Premiere

„Das ist schon recht lang für einen Kurzfilm, aber der nächste Schritt auf dem Weg zum ersten Langfilm“, erklärte Markus Baumeister im Anschluss an die Premiere. War er davor noch „nass geschwitzt“, wie er erzählte, konnte er nach dem Film merklich aufatmen. Denn während die Zuschauer natürlich das Geschehen auf der Leinwand verfolgten, beobachtete der Filmemacher die Reaktionen des Publikums. „Ihr habt genau an den richtigen Stellen geschmunzelt, euch erschrocken, und einige Männer haben sich auch kurz an die Freundinnen geklammert“, stellte er erleichtert fest. Obwohl der Film die meiste Zeit im Hellen spielt, schafft „Blinder Himmel“ es, die Zuschauer ordentlich zu gruseln.

Doch der Weg zur Premiere war lang, wie Daniel Pütz und Markus Baumeister berichteten: Ganz am Anfang stand 2018 eine Zeichnung, die eine junge Frau auf einem verlassenen Weg zeigte, über ihr am Himmel eine Gestalt. Im Anschluss entstanden in einer gemeinsamen Whatsapp-Gruppe erste Skripte, irgendwann ein ganzes Drehbuch und auf einen Casting-Aufruf für die Rollen meldeten sich rund 250 Schauspielerinnen und Schauspieler. Schlussendlich standen dann neben Lea Knoff und Torben Neupert auch der heimische Schauspieler Stefan Selno.

Dreh-Locations neben Hemer und Balve auch in Iserlohn

Gedreht wurde unter anderem in Hemer und Balve, aber auch der Campus am Seilersee ist kurz zu sehen. Im Endeffekt dauerte der Dreh nur acht Tage, berichtete Markus Baumeister: „Es wird ganz oft immer dieselbe Situation gedreht, und am Ende wirkt die Szene total rasant.“ Und auch die Premierenvorbereitungen waren – Corona sei Dank – nicht alltäglich: Abstand halten, begrenzte Gästezahl und Kontaktformulare.

Für weitere Schockmomente und echte Horrorstimmung sorgen in „Blinder Himmel“ das Special-Effect-Make-up sowie die visuellen Effekte, die Markus Baumeister im Nachhinein in mühevoller Kleinarbeit am Computer hinzugefügt hat. „So kommt das dazu, was man nicht filmen kann. Wie soll man auch sonst einen Mann am Himmel fliegen lassen?“ Der Mystery-Horror-Kurzfilm soll bald auf Festivaltour gehen und anschließend auch online zu sehen sein.

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