„Landfahrer“

„Landfahrer“ nehmen Seilersee-Platz in Beschlag

Rund 500 Personen mit Campingwagen und vielen SUVs belagerten am Abend den Seilerseeparkplatz, wo ausgelassene Partystimmung herrschte. Die Iren, Schotten und Engländer kamen mit schweren Wagen nach Iserlohn.

Foto: Cornelia Merkel

Rund 500 Personen mit Campingwagen und vielen SUVs belagerten am Abend den Seilerseeparkplatz, wo ausgelassene Partystimmung herrschte. Die Iren, Schotten und Engländer kamen mit schweren Wagen nach Iserlohn. Foto: Cornelia Merkel

Iserlohn.   400 bis 500 „Travellers“ aus Irland, England und Schottland über Nacht in Iserlohn geduldet.

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Irische Landfahrer – die „Travellers“ – haben am Donnerstagabend den Seilersee-Parkplatz mit rund 100 Campingwagen und Reisemobilen in Beschlag genommen. Nach Schätzungen der Polizei campierten insgesamt rund 400 bis 500 Personen auf dem Schotterplatz am Seilersee. Auch in der Iserlohner Innenstadt sorgten sie für Aufsehen. Doch bis zum späten Abend blieb es friedlich, es gab keine Konflikte, wie Polizeisprecher Marcel Dilling resümierte.

Die „Landfahrer“ kamen aus dem Raum Gummersbach, steuerten dann am Nachmittag Richtung Menden, wo sie das Ordnungsamt der Stadt aber nicht duldete. Mit Hilfe der Polizei wurde Battenfelds Wiese somit wieder geräumt, schilderte Dilling.

Von Menden aus trudelten die Landfahrer dann nach und nach in Iserlohn ein und steuerten den Schotterplatz am Seilersee an – wiederum unter Beobachtung der Polizei. „Es liegt einzig im Ermessen der Stadt, wie sie damit umgeht“, erklärte Dilling: „Uns ist wichtig, dass alles friedlich verläuft.“ Dabei habe die Iserlohner Stadtverwaltung gestern entschieden, die große Gruppe der „Landfahrer“ zunächst bis Freitagfrüh am Seilersee zu dulden.

Wild campierende „Travellers“ waren in den vergangenen Wochen schon im Rheinland unterwegs, etwa in Düsseldorf, Neuss und Hürth. Die „Landfahrer“ sind landläufig auch als „Tinker“ bekannt, das englische Wort für „Kesselflicker“. Das resultiert aus früheren Zeiten, als sich die „Traveller“ als fahrende Händler und Handwerker verdingten.

Die Landfahrer bezeichnen sich derweil in ihrer eigenen Sprache als „Pavees“, also Reisende – „Traveller“. Ihr Sprache ist eine Mischung aus irisch-gälischen, englischen und romanesischen Dialekten. Sie sind streng katholisch, aber auch leichtlebig und laut – wie gestern auch in Iserlohn deutlich würde: Etliche „Traveller“ fuhren mit quietschenden Reifen auf und ab, während andere junge Frauen und Männer auf Partystimmung am Seilersee-Parkplatz setzten.

Nach eigenem Bekunden gegenüber der Heimatzeitung stammen sie aus Irland, Schottland und England. In den Sommermonaten ziehen sie derzeit durch Deutschland, wo sie Urlaub machen.

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