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„LandFrau“ Anja Will unterstützt Ghanaerinnen

Anja Will war mit dem Deutschen Landfrauenverband in Ghana.

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Anja Will war mit dem Deutschen Landfrauenverband in Ghana. Foto: Privat

Iserlohn.   Zusammen mit drei weiteren Deutschen hilft die Iserlohnerin bei Ernährungsbildung und mehr.

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Eine aufregende Zeit liegt hinter Anja Will, stellvertretende Kreisvorsitzende der „LandFrauen“. Für den Deutschen „LandFrauenverband“ (dlv) war sie zehn Tage in Ghana, um dort Kleinbäuerinnen zu stärken und sie in Sachen Interessenvertretung zu schulen.

„Als das Bewerbungsverfahren im vergangenen Jahr lief, habe ich es zur Kenntnis genommen und gesagt: ,Da fahre ich nicht hin, das brauche ich nicht.’“ Doch als von den vier ausgewählten Frauen, die der dlv aus ganz Deutschland rekrutiert hatte, eine schwanger geworden war, bekam die Iserlohnerin, die sich zum einen seit vielen Jahren für die „LandFrauen“ engagiert und außerdem an Schulen Ernährungsbildung anbietet, einen Anruf von Petra Bentkämper, Vize-Präsidentin des Westfälisch-Lippischen „LandFrauenverbandes“. „Da habe ich mir irgendwann gedacht: Jetzt bist du 52, so ein Anruf kommt nie wieder“, lacht Anja Will, die durch ihre Entscheidung für das Projekt für großes Erstaunen im Freundeskreis gesorgt hat.

Im Rahmen eines Workshops in Berlin hat sie mit ihren drei Mitstreiterinnen festgelegt, was den Frauen in Ghana vermittelt werden soll und mit welcher Methode. Dann schließlich begann für alle das Abenteuer. „Zuerst viel Offizielles, wir waren zum Beispiel beim ghanaischen Landwirtschaftsminister – keiner hätte damit gerechnet, dass er uns empfängt. Und dann haben wir alles erreicht, was wir wollten, er unterstützt uns.“ Die Arbeit mit den Frauen sei anfangs recht schwierig gewesen, weil die Ghanaerinnen quasi ins kalte Wasser geworfen wurden und zunächst recht reserviert gewirkt hatten. Als Tandem-Paare haben sie mit den Deutschen dann aber sehr gut zusammengearbeitet. „Es ist noch viel zu tun, aber der Grundstein ist gelegt“, sagt Anja Will.

Was ihr und den anderen Frauen besonders aufgefallen ist, war die Tatsache, „dass die Wertschöpfungskette in Ghana in keinster Weise genutzt wird“. Möhren beispielsweise wachsen zwar in dem afrikanischen Land, sind aber im Supermarkt viermal teurer als die aus Holland. „Tomatenmark aus China ist in jedem Haushalt zu finden“, erzählt die Iserlohnerin. Und sagt: „Es ist gruselig, dass wir mit unseren Produkten zum Teil den Markt dort kaputt machen.“ Auf der anderen Seite sieht sie viel Potenzial. Ziel des Besuchs war es ja auch, die Interessenvertretung der Kleinbäuerinnen aufzubauen. Es existieren in Ghana bereits Gruppen, die sich um einzelne Produkte kümmern. „Wir können bei vielem anknüpfen“, berichtet Anja Will, die nicht zum letzten Mal in Afrika war.

Zweiter Terminwurde verlegt

Eigentlich sollten sie und die anderen drei „LandFrauen“ bereits im April wieder aufbrechen, allerdings hatten sich während des ersten Aufenthalts so viele Fragen ergeben, dass die zweite Reise erst einmal verschoben wurde. Denn beim nächsten Besuch soll jedes der vier Tandem-Paare zehn weitere Frauen schulen, und die wiederum sollen fünf Kurse für jeweils 20 Frauen geben.

„Beim nächsten Mal fahre ich mit weniger Sorgen hin, ich bereue die Entscheidung für das Projekt nicht im Geringsten“, resümiert Anja Will. Ihr persönlicher Gewinn sei die Zusammenarbeit mit dlv-Präsidentin Brigitte Scherb gewesen. „Wie sie den Landwirtschaftsminister von unseren Ideen überzeugt hat, war sehr beeindruckend.“ Während Anja Will und die anderen mit den Frauen gearbeitet haben, war Brigitte Scherb unterwegs, um weitere Entscheidungsträger zu treffen.

„Eine Menge Elend“ habe sie in Ghana gesehen, sagt Anja Will. Gestaunt hat sie über den Straßenhandel: Vom Papiertaschentuch bis zur Trockenfrucht zaubern Frauen alles aus den Körben auf ihren Köpfen hervor, was benötigt wird. Dass die Mentalität in Ghana ein wenig anders ist als hierzulande, haben die Gäste auch in punkto Pünktlichkeit festgestellt. Da hat es um so mehr überrascht, dass ein Taxifahrer 15 Minuten vor der verabredeten Zeit am Treffpunkt wartete.

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