Lebensgefühl der Jazz-Musik in Schwarzweiß

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Iserlohn. (ust) Vor 55 Jahren wurde der "Hotclub Iserlohn" - mittlerweile der älteste privat geführte Jazzclub Deutschlands - gegründet. Spielstätte und Heimat dieses Vereins ist seit nunmehr dreißig Jahren der Jazzclub Henkelmann.

Einer, der damals erheblichen Anteil an der "Geburt" des "Henkelmanns" hatte, kehrt am kommenden Sonntag aus seinem jetztigen Heimatort, dem türkischen Bodrum, in die Waldstadt zurück: KarlHeinz Klüter. Die Städtische Galerie zeigt noch bis zum 29. Juli dessen Ausstellung "Jazzphotography". Der enthusiastische Jazzfan, Muskproduzent und Grafiker Klüter, der auch Begründer des Jazz-Festivals auf der Burg Altena und später in der Balver Höhle war, zeigt aus seinem Archiv von über 9000 Schwarzweiß-Fotografien von mehr oder minder berühmten Jazz-Musikern einen Ausschnitt, der jedem Jazz-Fan das Herz höher schlagen lässt. Entstanden sind diese überaus lebendigen Bilder in der Zeit von 1960 bis 1983 in den große Konzertsälen Europas. Hier nur ein paar Namen der in der Iserlohner Ausstellung Abgebildeten: Charlie Mingus, Chat Baker, Louis Armstrong, Miles Davies, Count Basie, Duke Ellington und Ella Fitzgerald. Beim Betrachten dieser Bilder scheint man die dichte Atmosphäre auf der Bühne und das Lebensgefühl dieser Zeit regelrecht einatmen zu können.

Hans-H. Schneider, langjähriger Fotograf des Iserlohner Kreisanzeigers, zeigt zeitgleich seine Ausstellung "The faces of music" im Erdgeschoss der Galerie. Seine großformatigen Schwarzweiß-Aufnahmen sind - anders als bei Klüter - tatsächlich im "Henkelmann" entstanden. Schneider verzichtet bewusst auf eine namentliche Nennung der Musiker. Bei ihm geht es mehr um das Lebensgefühl des Jazz, seiner Musiker und des Jazzclubs "Henkelmann". Schneiders Ausstellung zeigt sich folgerichtig auch als multimediale Schau, bei der bewusst auf eine "Hängung" im üblichen Sinne verzichtet wurde. Schwebend kommen einem da die Gesichter entgegen, wie eben auch Töne einen Raum füllen können. Und da Raum und Musik hier ganzheitlich gemeint ist, darf der Betrachter sogar auf den Fotografien umherlaufen, sich gänzlich von ihnen umfangen lassen. Extra für diese Ausstellung haben die heimischen Musiker Werner Geck (Klavier) und Hartmut Tripp (Saxophon) ein paar Stücke eingespielt, die zusätzlich für die passende Club-Atmosphäre sorgen werden. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, dass die ausgewählten Musikstücke zu den Lieblingstiteln des Fotografen und Jazz-Fans Hans-H. Schneider gehören.

Eröffnet wird diese Doppelausstellung, die einen weiteren Mosaikstein in den Jubiliäumsfeierlichkeiten "Jazz in Iserlohn" darstellt, am morgigen Sonntag um 11 Uhr. Die Einführung hält Galerie-Leiter Rainer Danne. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Andreas-Müller-Trio.

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