Stadtleben

Leichtigkeit trotz Phantomschmerz

Zwar bot der Goldsaal ein stimmungsvolles Ambiente – dennoch wünschen sich die Schützen eine neuen Veranstaltungshalle auf der Alexanderhöhe.

Zwar bot der Goldsaal ein stimmungsvolles Ambiente – dennoch wünschen sich die Schützen eine neuen Veranstaltungshalle auf der Alexanderhöhe.

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.   Der Schützen- und Königsball des IBSV fand erstmals im Goldsaal der Schauburg statt.

Über das Ambiente hier lässt sich nun wirklich nicht meckern – die festliche Ausleuchtung, die Kronleuchter unter der mit Ornamenten verzierten Decke, roter Teppich und ebenso rote samtig-wallende Vorhänge, dazu das glänzende Parkett. Und doch ist der Umzug des Schützen- und Königsballs des IBSV bekanntermaßen ein notgedrungener. Von der Parkhalle ist nichts als ein Schutthaufen geblieben, und bei den Schützen ein gewisser Phantomschmerz, der sich wohl erst legen wird, wenn auf der Höhe eine neue Veranstaltungshalle stehen wird, für die es bislang allerdings nicht viel mehr als Absichtserklärungen gibt.

Neue Halle als eine Notwendigkeit für alle Bürger

Sei es drum, gefeiert werden soll natürlich trotzdem, auch wenn der Goldsaal lediglich Platz für gut 300 Besucher bietet, was nicht wenig, aber für den IBSV eben auch nicht genug ist. Die Begrüßung der Gäste, darunter auch lokale Größen aus Wirtschaft und Politik, übernimmt Oberst Wolfgang Barabo, der mit Querschüssen in Bezug auf die unbefriedigende Situation auf der Alexanderhöhe nicht spart: „Man fragt sich, ob der Schutt noch weggeräumt wird, bevor dort oben ein eigenes Biotop entsteht.“

Natürlich blickt der IBSV-Oberst auch auf das Schützenfest zurück, das bekanntermaßen mangels Halle letztlich in einem Zelt stattfand. „Im Januar und Februar wussten wir noch nicht, wie wir das eigentlich hinbekommen sollen. Letztlich hatten wir dann allein am Freitag 8500 Gäste.“ Eine neue Halle sei eine Notwendigkeit – nicht nur für den Verein, sondern vor allem auch für die Abiturfeiern, wo der Raumbedarf noch größer ist, weil man 500 oder 600 Menschen unterzubringen habe. Dieser Sicht schließt sich in seinem Grußwort später auch der stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick an.

Ein Grußwort spricht dann auch Landrat Thomas Gehmke, der sich für Integration ausspricht, allerdings anmahnt, dass dies nur gelingen könne, „wenn sich beide Seiten aufeinander zubewegen“. Explizit erwähnt Gehmke eine Begegnung im Kreishaus mit einem muslimischen Iman, dessen Frau er nicht habe die Hand geben dürfen. „Integration kann nur gelingen, wenn wir unsere Grundwerte hier gemeinsam leben.“

Im Anschluss an die Reden übergaben die alten Majestäten, so wie es Tradition ist, Königsbecher und Königsnadeln an ihre jeweiligen Nachfolger. Dann war Tanz und Leichtigkeit – und vor allem das aktuelle Königspaar Volker Halfmann und Stefanie Köchig erwies sich als ausgesprochen tanzflächentauglich. Neben dem obligatorischen Paartanz hatten sie zu Stücken wie „Walking on Sunshine“ auch noch eine passenderweise an das „Saturday Night Fever“ der Bee Gees und John Travolta gemahnende Tanzeinlage einstudiert.

Anders als zu Parkhallenzeiten gab es diesmal ein Büffet quasi nebenbei, auch die Redezeiten wurden deutlich verkürzt. „Wir wollten das Ganze ein bisschen verschlanken“, erklärt am Rande Wolfgang Barabo. Und nochmal zur Hallensituation und einem möglichen Neubau auf der Höhe: „Ich befürchte, dass wird noch lange dauern.“

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