Kalthof

Lidl-Mutter kauft Kalthof-Center

Was der Lidl-Konzern mit dem linken Gebäude des Kalthof-Centers, in dem derzeit Aldi, die Mühlen-Apotheke und der Mix-Markt sind, vorhat, ist unklar.

Was der Lidl-Konzern mit dem linken Gebäude des Kalthof-Centers, in dem derzeit Aldi, die Mühlen-Apotheke und der Mix-Markt sind, vorhat, ist unklar.

Foto: Stefan Janke

Kalthof.  Eine Immobiliengesellschaft der Schwarz-Gruppe hat dem Vernehmen nach die komplette Immobilie erworben.

Offiziell gibt es noch keine Bestätigung vom künftigen Eigentümer, doch dem Vernehmen nach hat eine Immobiliengesellschaft, die zur Lidl-Mutter, der Schwarz-Gruppe, gehört, das Kalthof-Center erworben.

Auf die schriftliche Anfrage an Lidl Deutschland, ob das Unternehmen beabsichtigt, einen Lidl-Markt an der Refflingser Straße 2 zu eröffnen, ob das im bestehenden Gebäude geschehen soll und zwar auf den bisherigen 800 Quadratmetern des Aldi-Marktes, den planungsrechtlich bereits genehmigten 1200 Quadratmetern oder einer noch größeren Verkaufsfläche und ob es gegebenenfalls, wie auch schon zu hören war, sogar zu einem Abriss dieses Teils des Kalthof-Centers und einem Neubau kommt, antwortete eine Sprecherin: „Wir sind immer an attraktiven Standorten interessiert. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir uns noch in der Planungsphase befinden und daher aktuell keine Angaben machen können.“ Auf die telefonische Nachfrage, ob Kalthof zu diesen attraktiven Standorten gehört, betonte die Sprecherin noch einmal, dass es derzeit „noch nichts Kommunizierfähiges“ gebe und bat um Geduld bis mindestens etwa Mitte März.

Derweil ist bei den Verantwortlichen bei Aldi die Verwunderung groß über das Verhalten des bisherigen Eigentümers: „Bereits seit 2015 haben wir mit der damaligen Verwalterin der Immobilie Gespräche und Verhandlungen über eine notwendige Modernisierung und Erweiterung des 2001 eröffneten Marktes geführt“, berichtet Matthias Nysten, Leiter Immobilien und Expansion bei der ALDI Immobilienverwaltung in Werl. Bekanntlich ist die bisherige Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern nicht mehr marktgerecht und vor allem zu klein für das neue Aldi-Konzept, das nach und nach in allen Filialen umgesetzt werden soll. Die Gespräche waren im Jahr 2016 bereits weit fortgeschritten, als der Eigentümer die Immobilienverwaltung für das Kalthof-Center gewechselt habe.

Mit dem neuen Ansprechpartner habe man zwar noch mal neu verhandeln müssen, sei sich aber, auch nachdem die planungsrechtlichen Voraussetzungen durch den Rat der Stadt im Oktober 2017 geschaffen worden waren, einig über den Umbau und die Erweiterung gewesen. „Und zwar zu einem deutlich höheren und für Kalthof mehr als marktgerechten Mietzins bei einer Vertragsdauer von zehn Jahren“, erläuterte der Aldi-Prokurist. Das habe der Verwalter dem Eigentümer, der bis dahin seine Bereitschaft, in die Immobilie zu investieren, signalisiert hatte, auch vorgeschlagen. „Und dann kam von dort plötzlich die Ablehnung und vor allem die Forderung nach einem noch höheren Mietzins“, sagt Nysten: „Da war für uns aber das Ende der Fahnenstange erreicht.“

Dass man den Mietvertrag zum 30. Juni 2019 habe auslaufen lassen, führt Nysten indes insbesondere auf die unklare Situation bei der Bahnunterführung zurück. Die Erweiterung von Aldi sollte unbedingt parallel zum für ursprünglich für dieses Jahr angekündigten Neubau der Unterführung erfolgen. Dieser ist jetzt aber ja bekanntlich erst für 2022 vorgesehen.

„Dass man sich mit unserer Planung und unserem Namen das Baurecht gesichert hat, um dies dann noch mal am Markt frei anzubieten, war schon sehr ärgerlich“, stellt Nysten fest. Und ärgerlich sei die Entwicklung vor allem, weil sein Unternehmen auch in den „traurigen Jahren“, die das seinerzeit teilweise leerstehende Kalthof-Center erlebt habe, dem Standort die Treue gehalten und über diese „Dürre-Periode“ geholfen habe. Und der Aldi–Mann bedauert das Ganze insbesondere mit Blick auf die zehn Mitarbeiter, von denen mehr als die Hälfte aus Kalthof und Umgebung kommt. Ihre Weiterbeschäftigung bei Aldi sei zwar gesichert, aber eben dann nicht mehr unbedingt wohnortnah möglich.

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