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Luna macht gerne Jagd auf den Paketboten

Eigentlich sollen auf dem Sessel ja Kunden Platz nehmen, doch wenn die gerade nicht da sind, schaut Luna von dort aus gerne Herrchen beim Arbeiten zu.

Foto: Michael May

Eigentlich sollen auf dem Sessel ja Kunden Platz nehmen, doch wenn die gerade nicht da sind, schaut Luna von dort aus gerne Herrchen beim Arbeiten zu. Foto: Michael May

Iserlohn.   Die kroatische Hündin von Axel Blatt hat sich ganz schnell an das Arbeitsleben in Deutschland gewöhnt

Es gibt einfach Ereignisse im Leben, die lassen sich nicht ändern. Und trotzdem muss es dann irgendwie weitergehen. So wie bei Axel Blatt und seiner Hündin Luna. Die war nämlich eigentlich immer in guter Obhut, während das Herrchen arbeiten war. Doch durch einen Todesfall Ende letzten Jahres ist die Betreuung für die Mischlings-Dame weggefallen – seitdem begleitet sie Axel Blatt in dessen Laden „Parkett Blatt“ und manchmal auch zu Außenterminen.

„Das war natürlich eine sehr große Umstellung für den Hund“ erinnert sich der 50-Jährige. Doch was als Versuch gestartet ist, hat sich längst bewährt. Mehr noch: Einen Arbeitstag ohne Luna kann sich der selbstständige Parkettlegemeister fast kaum noch vorstellen. „Sie kommt eigentlich jeden Tag mit. Wenn meine Frau da ist, ist sie dann ab mittags aber auch wieder zuhause“, sagt Blatt. Natürlich habe er sich auch Gedanken gemacht, ob er seine Labbi-Dame in dieser Situation überhaupt behalten kann. Doch: „Ohne Hund will ich einfach nicht mehr sein“, stand für Blatt fest, der seine Hündin aus einem Tierheim in Gummersbach zu sich geholt hat.

Ursprünglich stammt Luna aber aus Kroatien. „Wie sie dort behandelt worden oder was mit ihr passiert ist, wissen wir nicht. Aber auf jeden Fall reagiert sie sehr stark auf Arbeitskleidung und Latzhosen“, berichtet Herrchen. Deswegen muss sich vor allem der Paketbote sputen, denn auf den macht der Labrador-Mischling gerne mal Jagd. „Die Mitarbeiter haben sich aber schon dran gewöhnt. Die lässt sie auch mittlerweile in Ruhe.“

Lieblings-Kollegin von Luna eigentlich kein Hundefreund

Vor allem ihre Lieblings-Kollegin Ute Schnell – die eigentlich so gar kein Hundefreund ist. „Aber bei Luna ist das einfach was anderes. Ich habe zwar eine Tierhaarallergie, deswegen muss unsere Putzfrau sehr viel saugen. Dann geht das aber auch“, sagt die Mitarbeiterin. Und wenn es mal schlimmer wird, dann wird die Hündin für ein paar Tage in den Urlaub geschickt.

In der Regel macht es sich Luna aber im Büro bequem, am liebsten auf dem schwarzen Sessel, der eigentlich für Kunden gedacht ist. Da kann sie dann auch mal stundenlang sitzen und einfach nur aus dem Fenster schauen – bis eine der vielen Katzen aus dem Haus vorbeiläuft. Dann steht sie im Schaufenster. Zur Sicherheit der Katzen – und auch des Paketboten – sind aber alle Türen mit Gittern versehen, auch wenn die Hündin letztlich doch keiner Fliege was zu Leide tut.

Zumindest solange Luna in der Nähe ihres Herrchens oder Frauchens ist. „Wenn man sie alleine lässt, dann räumt sie auch schon mal gerne den Müll aus oder knabbert irgendwelche Sachen an“, hat Blatt schon die aberwitzigsten Erfahrungen gemacht.

Das ist allerdings keinesfalls böse gemeint, sondern einfach nur dem großen Spiel- und Bewegungstrieb der Hündin geschuldet. Deswegen nimmt geht Axel Blatt auch abends immer mindestens eine Stunde mit ihr raus. Oft begleitet der Labbi sein Herrchen auch bei dessen Hobby – Liegeradfahren. „Wenn sie das Geschirr anbekommt, weiß sie, dass es gleich losgeht. Dann sind wir auch mal zwei bis drei Stunden an der Bahntrasse unterwegs“, berichtet der Freizeitsportler, der vor Luna zusammen mit seiner Frau schon einen Schäferhund-Mischling hatte. 14 Jahre alt ist der geworden. Zur Arbeit ist der allerdings nie mitgekommen. „Der brauchte eher immer seine Ruhe. Bei Luna ist das etwas anders“, sagt Blatt, der auch viele Vorteile darin sieht, einen Hund mit zur Arbeit zu nehmen. „Ich muss mittags natürlich sehen, dass sie vor die Tür kommt. Das ist aber auch für mich mal gut, um Pause zu machen“, nennt er den wohl größten.

Manchmal nimmt er seine Hündin sogar mit auf Außentermine. Die legt er extra so, dass Luna – wenn das Wetter es überhaupt zulässt und es nicht zu heiß ist – nicht so lange im Auto warten muss. Schließlich ist Luna eine vollwertige Arbeitskollegin.

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