Kinderstadt

Madeleine regiert auch in der Läger

Besuch bekam die Kinderstadt am Dienstag von Stephan und Anja Peters von der Löschgruppe Stadtmitte, die die Kinder auch im Löschfahrzeug Platz nehmen ließen und ihnen die Ausrüstung erklärte.

Besuch bekam die Kinderstadt am Dienstag von Stephan und Anja Peters von der Löschgruppe Stadtmitte, die die Kinder auch im Löschfahrzeug Platz nehmen ließen und ihnen die Ausrüstung erklärte.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Iserlohnerin, die bereits 2017 Bürgermeisterin der Kinderstadt auf dem Fritz-Kühn-Platz war, hat sich erneut die Gunst der Wähler gesichert.

Die Bürger von „Iser-Kid-City“ setzen auf eine bewährte Kraft: Madeleine Wohlfromm, die bereits vor zwei Jahren eine Woche lang die fünfte Kinderstadt auf dem Fritz-Kühn-Platz regierte, wurde am Dienstag auch in der Läger zur Bürgermeisterin gewählt.

Die Zwölfjährige, die nach den Ferien in die Klasse 8a des Märkischen Gymnasiums kommt, konnte 27 der 105 abgegebenen Stimmen für sich verbuchen, und damit 50 Prozent mehr als der Zweitplatzierte unter den insgesamt 16 angetretenen Kandidaten. „Vielen, vielen Dank für die Wahl und für jede einzelne Stimme“, rief die junge Iserlohnerin nach der Bekanntgabe des Ergebnisses von der Bühne aus ihren Bürgern zu und versprach: „Es wird eine ganz tolle Woche!“ Neben der Amtserfahrung war es wahrscheinlich auch der Wahlkampf, mit dem Madeleine gegenüber ihren Mitbewerbern punkten konnte. „Ich verspreche, dass ich all eure Vorschläge entgegennehmen werde und versuche, sie umzusetzen“, kündigte sie auf ihrem Wahlplakat an. Und: „Es wäre mir eine Ehre, in meinem letzten Jahr in der Kinderstadt noch einmal Bürgermeisterin zu sein.“

Auch bei der Vorstellung der Kandidaten in der ersten Bürgerversammlung am Montag hatte sie im Gegensatz zu ihren Konkurrenten, die teils mit Gratis-Essen und sogar einem „Iserlohni“ für jeden Bürger gelockt hatten, ganz ehrlich eingeräumt, dass sie nichts versprechen könne, sich aber bemühen würde, Wünsche und Anregungen umzusetzen soweit dies möglich ist, und das alles mit dem Ziel, dass sich jeder in der Kinderstadt wohl fühlt. „Ich finde es einfach nur wundervoll hier.“

Dass es auch den Einwohnern gefällt, wurde deutlich an der Umfrage, deren Ergebnisse am Dienstag in der Bürgerversammlung präsentiert wurden. Neben bevorzugten Arbeitsorten wie unter anderem auch der Redaktion des „Iser-Kid-City-Anzeigers“, des Kinderstadt-Angebotes der Heimatzeitung, und den beliebtesten Betreuern wurde zudem festgehalten, dass die meisten Kinder schon nach einem Tag Freunde gefunden hätten und dass das Essen im Restaurant lecker sei.

Damit die Erfolgsgeschichte des Partizipationsprojektes weiter fortgeschrieben werden kann, gab es in diesem Jahr erstmals eine Zusammenarbeit mit der University of Applied Sciences Europe (UE). Unter Anleitung von Prof. Dr. Silke Hahn, Fachdozentin Unternehmenskommunikation/PR, untersuchten dabei insgesamt 18 Studierende aus dem zweiten Semester des Studiengangs Sport- und Eventmanagement in vier Gruppen unter anderem in einer „Konkurrenzanalyse“ auf der Basis von Web-Recherche die Stärken und Schwächen von Kinderstädten in München, Salzburg und Dubai. „Wir wollten erfahren, wie die anderen arbeiten“, sagte Petra Lamberts, Leiterin des Kinder- und Jugendbüros, das die kostenfreie Studie als Praxis-Projekt für die UE-Studierenden in Auftrag gab. Übertragbar wären die Ergebnisse dieses Teils allerdings nur schwerlich, da beispielsweise die Münchner Kinderstadt mit 1000 Kindern eine ganz andere Dimension habe.

Studierende analysierten und entwickelten Ideen

Anders sieht es bei den weiteren Gruppen aus. So wurde eine Anregung von den Studierenden, die sich mit der Akquise und Pflege der ehrenamtlichen Mitarbeiter in der Kinderstadt beschäftigt, bereits umgesetzt: Bei einem gemeinsamen Frühstück kurz vor Projektstart wurden haupt- und ehrenamtliche Kräfte noch einmal auf die Kinderstadt eingestimmt. Und der zweisprachige Flyer (deutsch-türkisch), den die Studierenden entworfen haben, soll künftig bei der Suche nach neuen Mitarbeitern eingesetzt werden.

Ganz kurzfristig umgesetzt – die Ergebnisse waren erst vor wenigen Wochen präsentiert worden – wurde auch die Anregung der Gruppe, die sich mit dem Sport- und Freizeitbereich der Kinderstadt beschäftigte und dort ein Zirkus-Projekt vorschlug. Robin Henneböhl, angehender Sozialarbeiter, übt jetzt mit den Kindern Körperfeuer und Feuerspucken. Vorstellen können sich die Beteiligten von Stadt und UE auch, die begonnene Zusammenarbeit beispielsweise durch einen kleinen Campus mit Vorlesungen in der nächsten Kinderstadt fortzusetzen.

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