Carl-Sonnenschein-Schule

Manege frei zum Geburtstag

Auch die Allerjüngsten hatten ihren Anteil an den Zirkusvorstellungen zum 40-jährigen Bestehen der Carl-Sonnenschein-Schule und ernteten – wie alle Darsteller – donnernden Applaus.

Auch die Allerjüngsten hatten ihren Anteil an den Zirkusvorstellungen zum 40-jährigen Bestehen der Carl-Sonnenschein-Schule und ernteten – wie alle Darsteller – donnernden Applaus.

Foto: Josef Wronski/IKZ

Sümmern.   Die Carl-Sonnenschein-Schule feierte am Samstag ihr 40-jähriges Bestehen.

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Viel hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten verändert: Aus der Gertrudis-Volksschule wurde die Carl-Sonnenschein-Schule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung.“ In einem Zeitungsartikel von 1974 hieß es: „Es gibt Bemühungen des Kreises, in Sümmern eine Schule zu errichten, die den besonderen Bedürfnissen der geistig behinderten Kinder gerecht wird.“

Landrat „angefressen“ von Landesregierungs-Erlass

Wie dies heute geschieht, haben die mehr als 180 Schüler am Samstag eindrucksvoll in ihren Zirkusvorstellungen anlässlich des Geburtstages der Einrichtung bewiesen. Und auch Landrat Thomas Gemke erklärte: „Ziel war es hier immer, die Kinder möglichst gut zu unterrichten und individuell auf sie einzugehen.“ Dies sei vor allem durch die sehr kleinen Lerngruppen und das große Engagement der Lehrer möglich. „Angefressen“, so Gemke, sei er allerdings wegen eines Erlasses der Landesregierung, die bisherigen Klassengrößen für Förderschulen zu erhöhen. „Die alten Richtwerte müssen erhalten bleiben“, so der Landrat, der auch das Thema Inklusion anriss. In vielen Fällen würde sie funktionieren, dennoch forderte er weiterhin „eine echte Wahlfreiheit“ und den Erhalt von Förderschulen. Am Beispiel der Sümmeraner Einrichtung, die fest im Ortsteil vernetzt und integriert sei, werde deutlich, dass sie vielen Absolventen „ein Stück Heimat geboten“ sowie „Lebenszuversicht und - freiheit“ vermittelt habe.

Als die Carl-Sonnenschein-Schule gegründet wurde, so Gemke, sei „endlich angefangen worden, Kinder mit Behinderungen ernst zu nehmen“. Wie weit dieses damalige Denken inzwischen voran geschritten ist und realisiert wird, bewiesen die Schülerinnen und Schüler anschließend in zwei Vorführungen, wofür sie die ganze Woche lang mit dem Team des „Zirkus Zapp Zarap“ trainiert haben (wir berichteten). Bereits der Einmarsch der Artisten, Clowns und sonstigen Darsteller wurde vom Publikum laut bejubelt und beklatscht. Als sich die Kinder und Jugendlichen dann auch noch ebenso konzentriert wie unterhaltsam präsentierten, gab es kein Halten mehr, und das große Zelt tobte.

Jeder konnte sich mit seinem Talent einbringen

Hatten viele der Mädchen und Jungen zum Start der Proben den Wunsch geäußert, als Feuerschlucker oder Schwarzlichtkünstler auftreten zu wollen, so hatten sie sich am Ende perfekt auf die insgesamt 13 Genres aufgeteilt. Jeder und jede hatte etwas gefunden, um das eigene Talent hervorragend einzusetzen und über sich hinaus zu wachsen. „Obwohl es aufregend für uns alle war, haben alle super mitgemacht“, so einige Lehrerinnen. Zwischen den Darbietungen gab es noch eine „Zeitreise entlang der Chronik“, die Meilensteine der Schulentwicklung präsentierte. Raum für die Einweihung einer neuen Spielfläche, die Förderverein und Märkischer Kreis ermöglicht haben, blieb außerdem.

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