Kultur

Mehr als 100 Werke und ein roter Faden

Martin Ossenberg, Geschäftsführer der Iserlohner Werkstätten, konnte den zahlreichen Besuchern bei der Vernissage noch keine Nachrichten überbringen, was die Zukunft des Kunstvereins im Gebäude angeht.

Martin Ossenberg, Geschäftsführer der Iserlohner Werkstätten, konnte den zahlreichen Besuchern bei der Vernissage noch keine Nachrichten überbringen, was die Zukunft des Kunstvereins im Gebäude angeht.

Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.   Die Mitglieder des Kunstvereins haben vor zahlreichen Besuchern ihre Frühjahrsausstellung präsentiert.

Die Farbe Rot steht für verschiedenste Assoziationen: Liebe und Leidenschaft beispielsweise, aber auch Aggression, Zorn und Gefahr. Rot wird mit Tango und Flamenco verbunden, ebenso wie mit Stierkampf, Hexenverfolgung oder dem Korrekturstift des Lehrers. Die Farbe bietet ein Füllhorn von Ausdrucksmöglichkeiten, die 44 der Mitglieder des Kunstvereins Iserlohn in ihrer aktuellen Ausstellung zeigen.

„Wir überlegen erst immer im kleinen Kreis das Thema für die Ausstellung. Nachdem wir bereits mit ,schwarz-weiß’ 2016 erfolgreich waren, kam nun schnell der Vorschlag, dass wir uns wieder auf eine Farbe fokussieren“, erklärt Vereinssprecherin Petra Lukoschek. Ebenso schnell sei die Entscheidung für Rot gefallen. Der Titel „Ich sehe ROT“ sei daher weniger wie die Redewendung, sondern rein visuell zu sehen. Jedes der insgesamt 100 ausgestellten Werke hat große oder auch nur ganz dezente Rotanteile. Klaus Kirchhoff beispielsweise präsentiert Fotos, darunter eine Pflanze. Auf Acryl zeigt Agnes Mühlenhoff Frösche, Papageien und Schmetterlinge sowie auf einem Holzdruck einen „Feuerdrachen“. Aber nicht nur Malereien und Fotografien sind im ehemaligen WILA-Gebäude am Vödeweg zu bewundern gewesen, sondern auch Skulpturen.

Dank an zahlreicheUnterstützer

Stichwort Gebäude: Stand die Zukunft des am Vödeweg beheimateten Kunstvereins durch den Weggang des Leuchtenherstellers Ende vergangenen Jahres noch in den Sternen, so gibt es bekanntlich jetzt zumindest bis Jahresende Planungssicherheit. In ihrer Ansprache bei der Vernissage bedankte sich Petra Lukoschek bei verschiedensten Stellen. „Nach der ,Abschiedsausstellung’ im Dezember durften wir erfahren, wie vielen Menschen unser Verein am Herzen liegt.“ Viele Angebote und Bemühungen für ein neues Domizil habe es gegeben: Stadt und Kulturausschuss, Pfarrer Johannes Hammer und Gemeindereferentin Susanne Knufmann, die „Gesellschaft Harmonie“ und die Kunstfabrik „casa b“ hätten sich engagiert. „Allerdings haben wir festgestellt, dass wir so etwas wie hier nicht so schnell finden werden“, erklärte Petra Lukoschek und zeigte auf die hellen und großzügigen Räume. Die Iserlohner Werkstätten und die „Netzwerk Diakonie“ sind wie berichtet seit einigen Monaten in dem Gebäude beheimatet. Wie es am Vödeweg künftig konkret weitergehen wird, entscheidet sich in dieser Woche.

Kooperation macht Spaßund soll fortgesetzt werden

Martin Ossenberg, Geschäftsführer der Iserlohner Werkstätten, konnte Künstlern und Besuchern bei der Vernissage daher noch keine Informationen liefern. Jedoch betonte er, dass die Zusammenarbeit mit dem Kunstverein „einfach großen Spaß“ mache. Denn beide Seiten kooperieren schon länger in Letmathes „Bahnsteig 42“. In Anlehnung an die Namensgebung bat Ossenberg die Anwesenden am Samstag, sich Gedanken über die Frage zu machen, ob „Karree 38“ zum WILA-Komplex passen würde. Die Zahlen in den Namen resultieren übrigens aus den letzten zwei Stellen der Postleitzahlen der Adressen der jeweiligen Einrichtungen.

Bereicherungfür das Vereinsleben

„Wir drücken fest die Daumen, dass es weitergeht“, unterstrich der stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick in seinem Grußwort. Die Ausstellung biete einen Überblick der Komplexität des Schaffens im Kunstverein, der längst nicht mehr aus der Iserlohner Vereinslandschaft wegzudenken sei. „Der Verein befindet sich in einem stetigen Entwicklungsprozess, und er bereichert das Vereinsleben in ganz besonderer Weise“, so Schick. Das Miteinander stehe im Vordergrund, Kunstprofis würden mit Laien zusammenarbeiten. Die enge Verbindung mit den Partnerstädten und das soziale Engagement würdigte er ebenso.

Auch diesmal tun die Künstler Gutes, wie bei der Vernissage von Monika Körner-Weinert zu erfahren war. Die Vorsitzende der Kinderlobby bedankte sich, dass Bilder und mehr von Mitgliedern zum Benefizverkauf gespendet wurden. Sie erklärte: „Bei der Veranstaltung ,Mein Iserlohn 2040’ wurde gefragt, was man mit unserer Stadt verbindet. Wir könnten es jetzt mit bürgerschaftlichem und sozialem Engagement beantworten.“ Den Erlös aus Bilder- sowie Kaffee-und-Kuchen-Verkauf will die Kinderlobby in die „Kids und Kunst“-Aktion, die in den Sommerferien wieder auf dem Stiftungshof angeboten wird, investieren. Kinder aus finanziell schlecht gestellten Familien soll die Teilnahme ermöglicht werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben