Schule

Mehr Rechte für Kinder? Da gibt es noch viel zu tun

Kinder haben Rechte: Aber es gibt noch viel zu tun, haben die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bömberg festgestellt.

Foto: Ralf Tiemann

Kinder haben Rechte: Aber es gibt noch viel zu tun, haben die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bömberg festgestellt. Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Die Schüler von der Grundschule Bömberg befassen sich in einer Projektwoche intensiv mit Kinderrechten.

76 Passanten haben die Kinder von der Grundschule Bömberg in der Innenstadt befragt. 32 davon, also fast die Hälfte hat noch nie etwas davon gehört, dass es so etwas überhaupt gibt. Es gibt also noch eine Menge zu tun, wenn es um die Rechte von Kindern geht.

Das hat auch die Landesregierung erkannt, die aktuell angekündigt hat, das Schulprogramm für Kinderrechte nicht nur zu verlängern, sondern auch auszuweiten. Bisher haben landesweit 100 Grundschulen an dem Projekt teilgenommen – darunter eben auch die Iserlohner Grundschule am Bömberg. Wie Schulleiterin Ulrike Schotte sagt, gibt es eine Kinderrechts-AG, Klassenräte und ein Schulparlament, um die Kinderrechte – etwa in Form der Rechte auf Spielen, auf Privatsphäre, auf freie Meinungsäußerung oder auf Schutz vor Gewalt – im Schulalltag zu verankern. Dabei wird zum Beispiel auch kritisch hinterfragt, ob es wirklich in Ordnung ist, wenn Mama und Papa ständig Bilder von den süßen Kleinen auf Facebook posten – entspricht das den Kinderrechten?

Besuch im SOS-Kinderdorf und eine Straßenumfrage

Nun hat die Schule aber noch einen draufgesetzt und sich drei Tage lang in einer jahrgangsübergreifenden Projektwoche vertieft mit den Kinderrechten beschäftigt und dabei vor allem auch verstärkt den Blick über den eigenen Familien- und Schulrand gewagt. Wie sieht es mit Kinderrechten in der dritten Welt aus? Und wie geht es Kindern, deren Rechte mit Füßen getreten wurden, die aus ihren Familien herausgenommen wurden, weil ihre Eltern sie nicht gut behandelt haben. Ein Besuch im SOS-Kinderdorf in Lüdenscheid war für die Kinder dazu besonders erhellend. Wie Marie, Palina und Emely unserer Zeitung sagten, geht es den Kindern dort aber gut.

Rund 70 Kinder leben dort immer zu fünft oder sechst in eigenen Häusern wie Ersatzgeschwister mit einer Ersatzmutter und besuchen ganz normale Schulen. 120 Mitarbeiter und Erzieher sind insgesamt dort tätig, es gibt Werkstätten und einen Kindergarten, Sportplatz und Turnhalle. Tauschen möchten die drei trotzdem nicht – zu Hause ist es doch am schönsten.

Spannende Begegnungen hatten aber auch die „rasenden Reporter“, die für die oben schon erwähnte Umfrage in der Stadt waren. „Ich fand es gut, als Kinder noch arbeiten mussten. Und jetzt lasst mich in Ruhe mit eurem Sch...“, das war die unangenehmste Antwort, die ihnen von einem älteren Herrn um die Ohren gehauen wurde. Daneben gab es aber auch eine Menge schöner Gespräche, bei denen sich die Befragten eine Menge Zeit gelassen haben, wie Paul, Jasper, Ben und Fiona berichten. Acht Fragen hatten sich die Kinder im Vorfeld überlegt und mit ihrer Lehrerin auch geübt, Leute anzusprechen und die Fragen richtig zu stellen. Das positive Ergebnis: Die überwiegende Mehrheit der Befragten findet es gut, dass Kinder mehr Rechte und Mitsprache bekommen.

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