Auszeichnung

„Merke: Helfen macht glücklich!“

Edelgard Radig ist selbstverständlich auch von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens beglückwünscht worden. Foto: Michael May

Edelgard Radig ist selbstverständlich auch von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens beglückwünscht worden. Foto: Michael May

Iserlohn.   Edelgard Radig mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der BRD ausgezeichnet

„Im Alter kriegst du einen Bauch, und einen Orden kriegst Du auch.“ Mit diesem humorvollen Zitat von Wilhelm Busch bedankte sich Edelgard Radig für die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Damit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihr jahrelanges Engagement in der Flüchtlingsbetreuung gewürdigt, sagte Landrat Thomas Gemke bei der Verleihung.

Auch nach dem Ruhestand weiter für Flüchtlinge aktiv

1993 begann sie ihren Dienst als Mitarbeiterin der Gesundheitsstation in der Malteser Betreuung „Franziskus“ in Hemer, die im März dieses Jahres geschlossen wurde. „Edelgard Radig lag das Wohl der Bewohner so sehr am Herzen, dass sie sich auch nach dem Eintritt in den Ruhestand entschloss, weiter in der Einrichtung tätig zu bleiben.“ Zunächst als geringfügig Beschäftigte und seit 1999 als ehrenamtliche Mitarbeiterin. „Ihre geringe Aufwandsentschädigung benutzte sie zur Beschaffung von Arzneimitteln für die Bewohner.“ Gemke würdigte die Arbeit Edelgard Radigs, die parallel Ansprechpartnerin, Trösterin und Zuflucht war. „ Über viele Jahre stellte sie sicher, dass die Kinder der Einrichtung in Hemer ihren Nachmittagszwieback mit Milch bekamen und Weihnachtsfeiern für die Kinder stattfinden.“ Im „Inner Wheel Club Iserlohn“ und in Rotary Clubs habe sie in Vorträgen auf die Nöte der Flüchtlinge aufmerksam gemacht und dabei über 10 000 Euro und mehrere LKW-Ladungen an Sachspenden für die Flüchtlinge auf den Weg gebracht.

„Die Flüchtlinge, die bei uns betreut wurden, haben alles zurückgelassen und auf ihrer gefährlichen Flucht ins Ungewisse nach und nach ihre Würde verloren“, sagte Edelgard Radig. „Wenn man diesen Menschen ein wenig Respekt entgegenbringt, sie als Individuen wahrnimmt, kommt so viel Dankbarkeit zurück. Das Macht einfach glücklich.“ Sie betonte: „Merke: Helfen macht glücklich!“ Die resolute Iserlohnerin machte deutlich: „Wenn die Einrichtung für Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber nicht kurz nach meinem 80. Geburtstag geschlossen worden wäre, dann säße ich heute noch auf meinem Platz in der Sani-Station. Und man müsste mich dort wegtragen.“ Sie dankte auch ihrem Mann.

Verdienste bei „Inner Wheel“ und „Maltestern“ gewürdigt

Für ihre Verdienste bei „Inner Wheel“ erhielt sie bereits 2008 den „Margarete Golding Award“. Im selben Jahr war sie zudem von den „Maltestern“ mit der Ehrenamtsplakette ausgezeichnet worden.

Auch Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens ehrte die Iserlohnerin und nannte sie ein Vorbild. Sie wurde von den afrikanischen Schützlingen mit Respekt „Mama“ genannt, was als „liebe alte Frau“ übersetzt werde. Sie erinnerten beide an die besondere Willkommenskultur in Iserlohn, als die Almelo-Halle zeitweise als Notunterkunft umfunktioniert wurde. Damals hatten die „Inner Wheel-Damen“ Kuchenspenden hingebracht.

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