Regionale 2025

Mit dem Stern beginnt die Detailarbeit

Freude über den ersten Stern für das Regionale-Projekt „Digitaler Wissenscampus“ bei Stadtverwaltung und GfW: (v. li.) Thomas Haude, Michael Wojtek, Thorsten Grote und Thomas Junge.

Freude über den ersten Stern für das Regionale-Projekt „Digitaler Wissenscampus“ bei Stadtverwaltung und GfW: (v. li.) Thomas Haude, Michael Wojtek, Thorsten Grote und Thomas Junge.

Foto: Andreas Drees / IKZ

Iserlohn.  Das Regionale-Projekt „Digitaler Wissencampus“ erfordert nach der Verleihung des ersten Sterns erhöhten Konzeptions- und Planungsaufwand.

Der „Regionale“-Ausschuss hatte am Donnerstag in Bad Sassendorf getagt und sich dabei mit dem Iserlohner Projekt eines „Digitalen Wissenscampus“ befasst. Noch am selben Tag kam Landrat Thomas Gemke im Iserlohner Rathaus vorbei, um Michael Wojtek als Erstem Beigeordneten und Thorsten Grote als Stadtbaurat die Urkunde mit dem ersten Stern der „Regionale Südwestfalen 2025“ zu überreichen. Nach der am 30. April eingereichten Bewerbung ist damit die erste Hürde genommen, um die innovative Idee für den Bereich der Alexanderhöhe und des alten Bahnhofsgeländes für die Umsetzung mit Fördermitteln aus Landes-, Bundes- und EU-Töpfen detailliert vorzubereiten.

Die Idee für den „Digitalen Wissenscampus“, der einen Hallenneubau an der Alexanderhöhe mit digitalen Nutzungsmöglichkeiten unter anderem für die FH, einer neuen, zukunftsorientierten Stadtbücherei als Lernort, „smartem“ Wohnraum, Wohnen auf Zeit, einem Coworking-Space und einem „smarten“ Hotel unter Einbeziehung autonom fahrender Kleinbusse zwischen Bahnhof und FH zu einem innovativen Gesamtprojekt für das digitale Zeitalter verknüpfen soll, stammt aus den Reihen der Iserlohner CDU. Im Februar wurde dann im Rat fast einstimmig beschlossen, sich mit diesem Projekt für die Regionale 2025 zu bewerben.

Die Steuerung des Projekts, für das auch ein eigener Beirat eingerichtet wurde, liegt nun in Händen der städtischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung. In deren Räumen am Kurt-Schumacher-Ring fanden sich am Freitag bei GfW-Geschäftsführer Thomas Junge und Prokurist Thomas Haude mit Michael Wojtek und Thorsten Grote zwei Führungspersönlichkeiten aus dem Rathaus – gleichzeitig GfW-Prokuristen – ein, um die gute Nachricht zu verkünden. „Den ein oder anderen mag es vielleicht überrascht haben“, sagt Junge eingangs. „Jetzt kommt es darauf an, Fleisch an den Knochen zu bekommen.“ Der erste Stern bescheinigt den Antragstellern aus dem Rathaus zunächst eine „herausragende konzeptionelle Idee“, läutet aber auch die Phase der konkreten Planungen ein.

Externe Moderation könnte sich als Vorteil erweisen

„Das ist die Chance, Stadt völlig neu zu denken“, beschreibt Baurat Grote das Projekt und freut sich über den ersten Meilenstein in Sachen Wissenscampus, bei dem sich verändernde Lebensstile und Kommunikationsweisen ganz grundsätzlich berücksichtigt werden könnten. „Es geht um Qualität. Da müssen wir jetzt die Energie reinstecken.“ Es kommt also viel Arbeit auf die Beteiligten zu, nicht nur auf die Abteilungen im Rathaus. Jetzt gelte es, Projekte konkret zu beschreiben, Maßnahmen zu identifizieren und die Grundlagen für Planung, Bau und Finanzierung sehr weitgehend auszuformulieren. Dabei hält es Grote auch für nützlich, einen externen Moderator ins Boot zu holen, was sich bei anderen Großprojekten als Vorteil erwiesen habe, dazu die Expertise von Stadtplanern und Zukunftsforschern. Unterstützung kommt auch von der Südwestfalen-Agentur als zentraler Organisation, die das Regionale-Projekt betreut. „Es gibt noch nicht wirklich einen Zeitplan“, erklärt Thorsten Grote den heutigen Stand und prophezeit: „In einem Jahr reden wir über den zweiten Stern.“

Private sollen großen Teil der Investitionen beisteuern

Der dritte, finale Stern muss danach erarbeitet werden. „Der dritte Stern bedeutet, dass es eine Vorfahrtsregelung zu den Fördermitteln gibt“, erklärt GfW-Geschäftsführer Thomas Junge. Das bedeutet keine Garantie, doch die Umsetzung der ausgewählten Projekte ist bisher stets erfolgt und auch politisch gewünscht. Stadtbaurat Grote weist darauf hin, dass bei dem Iserlohner Vorzeigeprojekt auch privates Geld eingebracht werden soll, sogar zwei Drittel bis drei Viertel der Summe. Denn die Stadt selbst wolle eher kein smartes Hotel, keinen Coworking-Space oder Wohnraum bauen und bewirtschaften. „Auf jeden Euro Steuergeld“, so seine Erfahrung, „kommen zehn Euro private Investitionen“. Das Projekt sei daher auch wirtschaftlich für Iserlohn interessant.

Dass ein anderes Projekt aus Südwestfalen bereits den zweiten Stern erhalten hat, stelle keinen Nachteil dar, betonen die vier Verantwortlichen. Das Projekt sei früher eingereicht worden und daher im Verfahren weiter. Dabei könnten sogar bis Ende 2020 neue Projekte bei der Südwestfalen-Agentur angemeldet werden. Stadtkämmerer Michael Wojtek gibt sich jedenfalls optimistisch. „Wir haben ein gutes Projekt und sind da selbstbewusst. Das steht der Stadt gut zu Gesicht.“

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