Burgweg

Mit „intelligentem“ Rohr geht es bald weiter

Der defekte Rohrstrang am Burgweg, die Bohreinheit steckt in massivem Fels. Kanalsanierung am Burgweg, defektes Rohr muss ausgetauscht werden

Der defekte Rohrstrang am Burgweg, die Bohreinheit steckt in massivem Fels. Kanalsanierung am Burgweg, defektes Rohr muss ausgetauscht werden

Foto: Michael May

Iserlohn.  Der defekte Rohrstrang am Burgweg ist inzwischen wieder komplettiert, ab Montag wird die Grube verfüllt.

Das Schlimmste sollte überstanden sein: Die Beseitigung der Schäden am unterirdisch vorgetriebenen Kanalstrang am Burgweg ist erledigt. Aus einer 8,30 Meter tiefen Grube wurden die beiden vermutlich durch einen gelockerten großen Felsblock beschädigten Rohre geborgen und mit einem Autokran ein neues Rohr hinuntergebracht. Dabei handelt es sich gewissermaßen um ein „intelligentes“ Rohr, einen sogenannten „Dehner“. Denn zwischen den beiden Betonelementen sind mehrere Hydraulikpressen verbaut, zusammengehalten wird das Ganze durch einen Stahlmantel. Bauleiter Kai Höffken spricht von einer Konstruktion, die eigens für die besondere Situation in Iserlohn angefertigt wurde.

Mit diesem Element kann der künftige Vortrieb bis zur Wallstraße besser gesteuert und der entstehende Druck besser verteilt werden.

Aber der Reihe nach. Zunächst gibt es eine weitere gute Nachricht. Der bislang verlegte und länger ruhig stehende Kanalstrang ist beweglich geblieben und bereits ein paar Zentimeter vorgeschoben worden. Und nachdem der vorhandene Rohrstrang, das neu eingebaute Element mit Dehner und die im Berg verbliebene Bohreinheit wieder zusammengeschoben worden sind, kann mit der Verfüllung der Bergegrube begonnen werden, Start soll am Montag sein. Ist in etwa wieder das Niveau der Fahrbahn des Burgwegs erreicht, müssen noch Versorgungsleitungen zurückverlegt werden, bevor die Fahrbahn wieder hergestellt werden kann.

Nicole Neuhoff, Leiterin der Abteilung Stadtentwässerung, rechnet damit, dass das bis Ende August abgeschlossen sein wird. Bis dahin soll die ausführende belgische Firma auch die komplette Infrastruktur an der Startgrube hinter Getränke Hoffmann wieder aufgebaut haben, damit der reguläre Vortrieb weitergehen kann. Wegen der längeren Zwangspause sind einige Gerätschaften derzeit auf anderen Baustellen eingesetzt.

Hat Spülflüssigkeiteine Rolle gespielt?

Eine Prognose, wann das Ziel Wallstraße/Ecke Bleichstraße erreicht sein wird, wagen Nicole Neuhoff und Kai Höffken nicht. Sie rechnen aber damit, dass sich spätestens mit der Querung der Stefanstraße das Thema massiver Fels erledigt haben wird. Diese Hoffnung wird durch eine erfolgte Probebohrung genährt.

Warum genau letztlich das Malheur am Burgweg eingetreten ist, wird vielleicht für immer ein Geheimnis bleiben. Die Untersuchung einer Probe eines der beiden beschädigten Rohre steht noch aus. Dabei soll festgestellt werden, ob das Material auch über die geforderte Festigkeit verfügt. Inzwischen gibt es aber auch eine weitere Erklärung, warum sich der in Lehm liegende große Felsbrocken in die Rohre drücken konnte. Beim Bohrvortrieb kommen große Mengen Spülflüssigkeit zum Einsatz, mit der das geborgene Erdreich beziehungsweise zermahlener Fels durch Rohrleitungen zur Startgrube transportiert wird. Die Flüssigkeit, so Neuhoff und Höffken, könnte den Lehm um den Felsbrocken gelöst haben. Sofern kein Materialfehler festgestellt wird, hat die Stadt für die entstandenen Mehrkosten aufzukommen. Denn als Bauherr trägt sie das Baugrundrisiko.

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